Grenzüberschreitende Bärnauer Festspiele hier mit Kaiser Karl IV., dem der Ort viel verdankt

über Hohenthan – Thanhausen geht es nach Bärnau

Gesichert ist der Verlauf der Goldenen Straße im Bärnauer Gemeindegebiet. In Hohenthan verlief die "Goldene Straße" an der Südseite der katholischen Pfarrkirche St. Bartholomäus in Richtung "Urtl" ( frühere Richtstätte?), einem kleinen Anwesen. Neben der Kirche ein stolzer Pfarrhof aus dem Jahre 1729.

Pfarrkirche Hohenthan

Bis Thanhausen gibt es nun keinen deutlichen Weg mehr. Die Flurbereinigung der 60er Jahre hat alle Wege vernichtet. Die Wanderung führt über Wiesen und Felder nach Thanhausen, vorbei am Sportplatz  mit einem alten Landsassenschloss in Privatbesitz. Immer wieder stehen, wie an vielen Abschnitten der Goldene Straße Martern und Feldkreuze, die von Menschen und ihren Schicksalen erzählen oder nur als stumme Zeugen längst vergessener Gedenken dahin dämmern.

Grenzstädtchen Bärnau

Von Thanhausen geht es in Richtung der Bärnauer Kirche St. Elisabeth oder der "Kleinen Kappl", wie die Einheimischen sie nennen. In der Naaber Straße sind noch wenige Spuren eines Hohlweges vorhanden. 

  St. Elisabeth im Volksmund "Kapplkirche"

In der Oberpfalz ist dieses Patronat ungewöhnlich, der Grund ist in der böhmischen Vergangenheit Bärnaus zu suchen.

Über den „Hammerdamm“, dort steht eine schöne Nepomukstatue und dem Silberberg, der zum Marktplatz des kleinen Grenzstädtchens führt, läuft der Weg weiter über die Bischof Ignatius von Senestrey Straße ( in Bärnau geboren, starb er 1906 in Regensburg) , die alte Tachauer Straße, vorbei am Marterl „Sieh dich für“ zwischen alten Stadeln stehend, den Steinberg hinaus der Grenze zu.

Der Weg des Kaisers Karl IV. nach Nürnberg und Frankfurt führte stets über Bärnau, hier war seine erste Station nach der böhmischen Grenze. Erstmals taucht der Name „Goldene Straße“ urkundlich erwähnt in einem Bericht des Bärnauer Pflegers Hans von Uttelhofen ( 1513) auf. "....Königliche stras, die von Brage auß gen solt, wie es than vor alter gegangen ist, darumb sy than angezeigten straß die gulden straß genannt ist,...". 

Luftbild:   Wolfgang Kumeth, Bärnau

Was die Hussitenzeit anbelangt, so reiste der böhmische Reformator Jan Hus 1414 von Prag nach Konstanz auf der Goldenen Straße. Der Bärnauer Pfarrer empfing ihn freundlichst, reichte ihm einen Becher Wein und titulierte ihn „als Bruder“. Zeichen dafür, dass die Bevölkerung dem Nachbarn gegenüber positiv eingestellt war. Bärnau gehört zur Vereinigung der Hussitschen Städte.

Nach Ende des 2. Weltkrieges, aber auch schon davor, kamen Tausende von Flüchtlingen über die Goldene Straße von Osten her in das kleine Grenzstädtchen, vor allem Sudentendeutsche, aber auch viele Schlesier. Mit den Sudetendeutschen aus dem nahen Tachau und anderen Orten siedelte sich die Knopfindustrie an. Um 1964 entstand der Welt einzige Knopffachschule, Träger der Landkreis Tirschenreuth. Der erste „Knopferer der Stadt“, Gründer der Knopfindustrie, Johann Müller aus Bärnau, erlernte das Handwerk während der K& K Monarchie in Wien und ließ sich 1895 im Ort nieder. Auch wenn dieser Industriezweig heute bis auf wenige Ausnahmen brach liegt, das einzigartige Deutsche Knopfmuseum im ehemaligen Kommunbrauhaus zeugt von dieser Epoche, die das kleine Städtchen in Fachkreisen weltweit bekannt gemacht hatte.

Vorbei am Sportplatz geht es ständig bergauf. Zu allen Jahreszeiten schön, der Kreuzweg entlang einer um 1800 angelegten Baumalleee zur kleinen (Bild) Wallfahrtskirche zum „Gegeißelten Heiland“ der sogenannten Steinberg Kirche von 1778. Hier treffen sich seit 1946 die Bewohner aus längst verschwundenen Ortschaften zu einem Heimattreffen. Gedenksteine hinter der Kirche erinnern an diese Orte. Auf dem Weg zur Grenze kann im Wald die einstige Tillyschanze aus dem 30 jährigen Krieg besichtigt werden.

 Kreuzweg und Wallfahrtskirche

Versteckt im Wald steht zirka 200 Meter von der Grenze der Grenzlandturm, Relikt eines botanischen Gartens. Angelegt wurde dieser um die Wende des letzten Jahrhunderts von dem in Bärnau gebürtigen und in München tätigen Botanikprofessor Franz Xaver Mayer. Im Winter ist der vereiste Turm ein beliebtes Fotoobjekt. 

Die 2002 neu errichtete Grenzstation lag als höchster Grenzposten der Oberpfalz etwa 768 Meter hoch. Mit dem Schengener Abkommen wird die Grenzstation zurückgebaut. Weitere Informationen über Bärnau:   Siehe Homepage der Stadt Bärnau oder Link-Seite 

Im Rahmen einer Diplomarbeit errichtete Peter Brückner, Architekturstudent aus Tirschenreuth im Rahmen seiner Diplomarbeit an der Uni Stuttgart ein bayerisch -böhmisches Denkmal aus Holz - Stein und Glas, den Rohstoffen der Region an der Grenze. Es liegt am Flurweg von der Grenzstraße am Steinberg nach Hermannsreuth.

Deutsches Knopfmuseum mit tschechischen Komponenten

Deutsch tschechische Theaterspiele im zweijährigen Turnus

„Am Graben“ unterhalb des Pfarrhofes steht nicht ohne Grund die Tribüne für die historischen Festspiele, die im zweijährigen Turnus in einer einmaligen Aktion von Bärnauer und Tachauer Laienschauspielern ( wie hier dem Schwejk 2006) unter professioneller Leitung zweisprachig durchgeführt werden ( siehe eigener Hinweis in der Homepage). Nächste Spiele im Jahr 2012. Info: www.historisches-baernau.de

Deutsch-tschechischer Geschichtspark Bärnau / Tachov

Info: www.geschichtspark.de/

Verwaltungstrakt   rechts: Leben in einem slawischen Haus

Mehr dazu auf der extra Webseite Geschichtspark

Deutsch-tschechisches Langlaufzentrum Silberhütte- Zlatý Potok (Goldbach)

 

Von Deutschen und Tschechen gleichsam gefördert und genutzt, das Loipensystem auf der nahen Silberhütte (700 - 900 m)  bei Bärnau. Die deutsch-tschechische Freundschaftsloipe führt vom Entenbühl nach Goldbach. Ausweis mitnehmen!

Srdečně vítáme   turisty a lyžaře na hřebenech Českého lesa!

Wínterskitage, Loipennutzung, hier treffen sich Langlaufbegeisterte aus Bayern und Böhmen

Winterskitag mit rund 500 Schülern aus der Oberpfalz und Tschechien.

Infos:

Homepage http://www.slz-silberhütte.de/

Homepage der Stadt: http://www.baernau.de/

Telefon 0 96 35 / 92 03 – 0                              Fax 0 96 35 / 92 03 - 99
E-Mail: poststelle(at)baernau(dot)de

 

Grenzübergang Bärnau       21.12.2007   Ein wahrlich historisches DATUM

Nach 800 Jahren keine Grenzkontrollen mehr- die Goldene Straße ist endlich offen. Dieses Bild mit dem Plakat ist schon Historie- im Sommer 2010 wurde der Kontrollpunkt abgerissen.

Um Mitternacht am 20.12. 2007 verließen die letzten Grenzposten den Kontrollpunkt. Was für eine Stunde, was für ein historischer Tag! Nicht alle Autofahrer fuhren am 21.12. unbekümmert durch. Viele hielten noch nach alter Manier, den Ausweis in der Hand......

..... doch das Schild im Kontrollhäuschen war und ist  unmissverständlich:

         Freie Fahrt für alle KFZ Zeichen ab 21. Dezember 2007 ,

 ein Ausweis muss jedoch auch heute - wie in jedem anderen EU Land – mitgeführt werden.     

Und nun geht es auch auf unserer Homepage ins Nachbarland

auf der Zlata cesta (Goldener Straße) weiter.....