Ziele nach Sulzbach

am Weg über Hahnbach-Gebenbach nach Hirschau, dem Schnittpunkt der "Goldenen- und Verbotenen Straße" nach Böhmen

Edelsfeld

Die Gemeinde liegt zehn Kilometer nördlich von Sulzbach-Rosenberg. Einen Besuch wert ist der Naturerlebnispfad rund um den Hahnenkamm, der mit seinem Kneipp-Kräutergarten  zum Verweilen einlädt. Nicht alltäglich ist auch der „Goglhof“,  ein ehemaliges landwirtschaftliches Anwesen aus dem Jahre 1767, dessen Besuch einen Eindruck vom Leben auf dem Lande in früherer Zeit vermittelt. Auf dem Weg zum sanften Tourismus bietet die mit Gastronomie gut ausgestattete Gemeinde auch ein hervorragend  markiertes Wanderwegenetz.

 Adresse: Gemeinde Edelsfeld, Hirschbachstraße 8 92265 Edelsfeld, Tel: 09665/9133-0, Internet: www.edelsfeld.de

Goglhof – ein Bauernhofmuseum in Eberhardsbühl

Erbaut wurde der Goglhof 1767. Trotz zahlreicher Restaurierungen ist der Kern des Bauernhauses noch so erhalten wie Hunderte Oberpfälzer  Bauernhöfe. Einerseits sind kunstvolle Verzierungen im Giebelfachwerk und am Dachstuhl einmalig in der Oberpfalz, andererseits ist der Kern des Wohnstallhauses mit  Schwarzer Küche, geräumige Stube mit behäbigen Kachelofen,  fast unverändert erhalten und legt Zeugnis ab von einem bescheidenen und arbeitsreichem Leben der Bauern. Eine Sammlung alter landwirtschaftlicher Gebäude ist in den Nebengebäuden zu bestaunen.

Führungen jeden 2. und 4. Sonntag von  April bis Oktober, sowie nach Vereinbarung (Margarethe Jäckl, 09664/8276)

Hahnbach

Der Markt Hahnbach, urkundlich erstmals 1121 erwähnt, besitzt heute noch zwei Stadttore aus der Zeit des Mittelalters. Wie einst die Goldene Straße, führt heute die Bundesstraße 14 durch den Ort, der sich aus einem Straßendorf in der Vilstal- und Auenlandschaft, umrahmt von sanften Hügeln entwickelte. Die spätgotische Pfarrkirche St. Jakob mit einem Taufstein aus dem Jahre 1556 verweist auf den bekannten Pilgerweg , der nicht selten mit seinen Nebenwegen die Routen von Altstraßen nutzte. Die Kirche, 1434 errichtet gehört zu den bedeutendsten Bauten der Gotik im Landkreis Amberg-Sulzbach. Der mächtige Turm stammt aus dem Jahre 1521, allein 17 Jahre dauerte es, bis er fertig war. Sechs wertvolle Fresken aus der Zeit um 1450 bis 1500 sind hinter dem großen Hochaltaraufbau zu sehen. Wahrzeichen ist das mittelalterliche Markttor mit Storchennest. Der Weg öffnet sich hin zum langgezogenen Marktplatz. Lustige Geschichten umranken das „Radträgerdenkmal“ des Ortes. Vor und nach dem 2. Weltkrieg so wird erzählt, trugen fremde Radfahrer ihre Fahrräder durch Hahnbach. Schuld daran soll das schlechte Pflaster des Ortes gehabt haben. Die Radler wollten die Reifen schonen. Waren diese in jener Zeit noch sehr teuer oder schlecht zu bekommen. Andere behaupten, dass die auswärtigen Radler die Hahnbacher höhnisch auf ihr holpriges Pflaster aufmerksam machen wollten.

Fast wie auf dem Amazonas

Eine besondere Attraktion ist die Fahrt mit der Zille. Beinahe mitten in der Wildnis wird man hinein katapultiert, wenn man mit der Zille (einem kleinen Holzboot) die Vils über teilweise ausladende Windungen von Hahnbach flußabwärts bis nach Kümmersbruck fährt. Fernab von Straßen u. jeglichem Lärm haben Urlauber hier die Gelegenheit, die Idylle der herrlichen Flussauen-Landschaft zu genießen. Ein ausgewogenes Urlaubsvergnügen. Die Zillenfahrt stellt sich als außerordentlicher Gruppenspaß heraus. Egal ob man selbst eine Gruppe organisiert, um mit der Zille zu fahren, oder "dazustößt". Bis zu 15 Personen haben in der Zille Platz. Auch größere Fahrten, z.B. Schulklassen, lassen sich organisieren. Die Rückfahrt mit der Zille von Kümmersbruck nach Hahnbach dauert länger als knapp eine Stunde (da flußaufwärts). Wem dies zu viel Aufwand ist, kann den Rücktransport in Anspruch nehmen. Preislich betrachtet ist die Zillefahrt in Hahnbach übrigens ein günstiges Vergnügen. Ohne Rücktransport liegt man hier bei nur 5 EUR (nicht pro Person, sondern für die ganze Fahrt). Falls man die Zille in Kümmersbruck abholen lässt, ist man mit 25 EUR für die ganze Gruppe dabei.



Zillefahrten in Hahnbach finden jedes Jahr von Mai bis Oktober statt. Zeitige Reservierung ist zu empfehlen. Alles Infos gibt es unter der Adresse: Markt Hahnbach, Herbert-Falk-Straße 5, 92256 Hahnbach, Tel: 09664/9134-0 Internet: www.hahnbach.de

Gebenbach

Die Gemeinde Gebenbach kann auf eine 850-jährige Geschichte zurückblicken. Die ersten Besiedelungsanfänge weiter zurückreichen; denn schon anno 1286, vor 700 Jahren, wird Gebenbach Pfarrei. Durchaus ein Zeichen einer zentralen Stellung im damaligen Siedlungs- und Ortsgefüge. Die Ansicht ist geprägt von der katholischen Pfarrkirche St. Martin.

Die Lage am Kreuzungspunkt von Handelsstraßen hatte nicht nur wirtschaftliche Vorteile; Hussiteneinfälle, Erbfolgekriege, der 30-jährige Krieg mit Plünderungen, Raub und Mord, brachten die Bevölkerung neben Dürren, Mißernten und Teuerungen in größte Not: ganze Orte wie Seitenloh und Kunried wurden zu Wüstungen und sind heute nur noch als Flurnamen erhalten.

Weitere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung: Die Kirche St. Wolfgang in Atzmannsricht (besonderes Kirchweihfest mit Kirwabaum) und die Marienwallfahrtskirche am Mausberg. Dort treffen sich Schon seit mehr als 300 Jahren alljährlich die Wallfahrer von nah und fern bei der Mausbergfestwoche zum Fest „Mariä Geburt“ Anfang September. Am Ende steht seit einigen Jahren ein ökumenischer Gottesdienst.

Atzmannsricht Kirche St. Wolfgang

Adresse: Gemeinde Gebenbach, Hauptstraße 6. 92274 Gebenbach, Tel: 09622/71270,  Internet: www.gebenbach.de

Von Zwerge und Schrazellöchern: Der Gang zum „Zwarglloch“(Sage)

Nicht weit unterhalb eines Höhenrandes an einer Felswand aus Sandstein bei Gebenbach zeigt sich das sogenannte „Zwarglloch“. Das sind zwei Löcher , getrennt durch eine Felsensäule, ähnlich einem Paar Nasenlöcher. Einige ältere Bewohner erzählen, dass in den Höhlen vor lange Zeit kleine Zwerge wohnten. Die Sage erzählt folgende Begebenheit: Über lange Zeit war die Arbeit beim „Röschn Paulus“ auf wundersame Weise erledigt. Man lauerte den dienstbaren Geistern auf und entdeckte, dass es sich um nackte Zwerglein handele. Als man ihnen aus Dankbarkeit und Mitleid Kleider hinlegte, waren sie verschwunden und kamen nie wieder.

 

Stadt Hirschau am Schnittpunkt der Goldenen- und Verbotenen Straße

Anfangs führte der Weg der Goldenen Straße außerhalb der Stadt vorbei. "Hierzowe" wurde der Ort 1296 genannt, wechselhaft seine Herrschaften, nach den Sulzbacher Grafen und dem Besitz der 1305 ausgestorbenen Grafen von Hirschberg wurde er bayerisch, kurpfälzisch, böhmisch und mittelbayerisch.

Rathaus                             Haus mit böhmischen Löwen am Marktplatz

Im Vertrag zu Pavia ( Oberitalien ) wurde Hirschau 1329 den Wittelsbacher Pfalzgrafen am Rhein zugesprochen. Am 30. Januar 1367 verfügte Karl IV. , dass die an Hirschau (Hirssawe) vorbei führende Straße durch die Stadt selbst gehen solle. Die Ratsherren von Hirschau hatten sich dafür etwas besonders einfallen lassen. Beinahe wäre es schief gegangen Verbunden damit ist eine Sage, die im  D CZ Buch „Sagenhafte Goldene Straße“ des Fördervereins Goldene Straße e. V. nachzulesen ist.

Die über Hirschau – Pfraumberg gehende Straße wurde lange Zeit die „Pragerstraße“, die über Weiden und Tachau gehende, als „Tachauerstraße“ bezeichnet. Treffpunkt im Osten Kladrau – im Westen Hirschau. Mit Karl IV. änderte sich dies: 1353 verpfändeten die rheinischen Wittelsbacher Hirschau an Karl IV., eine Urkunde vom 5.April 1355 weist auf ihre Zugehörigkeit zu Böhmen hin. Groß dürfte Hirschau in dieser Zeit nicht gewesen sein. Nach Aussage des Böhmischen Salbüchlein, dem Steuerbuch Karl IV. gab es 1366/68 neben den beiden Zentren Neuböhmens Sulzbach und Rothenberg auch den Amtssitz „Hirschau mit der Stadt“. Die Steuern Hirschaus wurden auf den Rothenberg geliefert. Inhaber der böhmischen Amtssitze waren „Burggrafen“ oder „Pfleger“. Das Geleit auf der Goldenen Straße ging von Sulzbach bis Hirschau, hier vollzog sich der Wechsel bis Kohlberg. Karl genehmigte die Abhaltung eines Wochen-marktes und eine Steuerbefreiung für neue Bewohner, was eine Vergrößerung des Ortes mit sich brachte.

Hirschau war zu Beginn des 14. Jahrhunderts stark befestigt und durch drei Stadttore gesichert, die jedoch nicht mehr existieren. Das rund 400 Jahre alte freistehende Rathaus (1562) mit seinen Treppengiebel und Außentreppe, Lochgefängnis und Pranger, war der Umschlageplatz der mittelalterlichen Händler und bis 1844 Markthalle.

Im Lochgefängnis saß für ein paar Tage im Jahre 1415 Hieronymus von Prag, ein Freund von Jan Hus. Auf der Durchreise wurde der erkannt, festgenommen , nach Konstanz gebracht, wo er das gleiche Schicksal wie Hus erlitt, den Tod am Scheiterhaufen.

Gleich daneben gab die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (15. Jh., Turm 1753, neugotische Umgestaltung 1848) mit spätgotischem Altarraum.

Am östlichen Ausgang des Marktplatzes hat die Familie Dorfner seit 1812 das alte Pflegeschloss (1458 erbaut) zu einem Brauereikomplex mit Schlosshotel (Hauptstraße 1, Tel. ) umgebaut.

  

Innere der Kirche                           Schlosshotel Hirschau

Was noch sehens- und wissenswert ist:

Ein üppiger Akanthusaltar (1710) füllt mit 18 Figuren den Chor der Vierzehn-Nothelfer-Kirche am nördlichen Stadtrand. Besucher aus ganz Deutschland finden sich hier ein. Akanthusaltäre , das ist eine der besonderen Verbindungen zwischen Böhmen und der Oberpfalz.

 

  

Die Hirschauer Sagen über Karl IV. und dessen Sohn Wenzel sind bedeutsam für diesen Ort an der ehemaligen Goldenen Straße und haben Einzug in das deutsch - tschechische Lesebuch „Sagenhafte Goldene Straße“ gefunden. Aus diesen Sagen entstanden teilweise die berühmten „ Hirschauer Stückl`n“, in früheren Lesebüchern, gern als Schelmenstreiche aufgenommen.

Hirschau wird die „Stadt der Weißen Erde“ genannt. Ein 150 Meter hoher Abraumberg aus Kaolin- und Quarzsand für die Porzellanherstellung, im Volksmund "Monte Kaolino“ genannt, lädt zum Sandskifahren im Sommer ein. Eine Hauptattraktion für die Umgebung, die schon von weitem sichtbar ist. Alljährlich werden internationale Sandbord- und Sandskimeisterschaften ausgetragen. An seinem Fuße liegen Campingplatz mit Dünenfreibad.

Infoadresse: 92242 Hirschau, Rathausplatz 1. Tel: 09622/81-0- Internet: www.hirschau.de