Stetig steigt die B 14 – nahezu identisch mit dem Verlauf der Goldenen Straße von Mittelfranken kommend in Richtung Oberpfalz an. Durchquert wird zunächst die

Ortschaft Weigendorf.

Osterbrunnen in Weigendorf - in Franken typisch für die Osterzeit

Oberpfalzgrenze an der Goldenen Straße Hartmannshof_ Weigendorf

Die Ortschaft Oed liegt direkt am » Fünf-Flüsse-Radweg (4.Etappe) in der Gemeinde Weigendorf .

Die Oedmühle ist ein historischer Grenzpunkt des Nürnberger Landes zur Oberpfalz, ca. 20 km von Lauf und und 15 km von Sulzbach-Rosenberg. Zu erreichen über die B 14. Mit der Bahn: Station Hartmannshof (von Nürnberg 22 min) von der Bahnstation Fußweg nach Oed, ca. 20 Minuten. Tipp für Sportliche: ab Nürnberg über dem Pegnitzgrund per Fahrrad (40 km).Ebenso vom Bahnhof Weiden mit der Bahn stündlich nach Hartmannsdorf.

Information Weigendorf: www.weigendorf.de/

Oedmühle- ein Schmuckstück an der Grenze von Mittelfranken zur Oberpfalz

Die Geschichte der historischen Oedmühle reicht zurück ins 14. Jahrhundert, der Zeit Karl IV. und seines Landes Neuböhmen. Ein Besuch der Oedmühle führt in die Zeit um 1368. So lange geht deren Geschichte zurück. Um 1820 wurde daraus ein Hammerwerk und aus dieser Zeit stammt auch die heutige Form. 1848 zeigt sich eine vielfältige Bewirtschaftungsform: Mehl- und Ölmühle, Glaspolier und Glasschleife. Ein Nebengebäude wurde von einem Farbfabrikanten aus Fürth zu einer Bronce - und Brokatfabrik umgebaut. Das heute denkmalgeschützte Gebäude ist sorgsam saniert. Von Mai bis Oktober gibt es nach Voranmeldung Mühlenführungen- auch für Schulklassen. Die historischen Gebäude im Erdgeschoss bestehen aus Gaststube (Platz für bis zu 35 Personen), Backstube und Küche.

Mühlentage an der Goldenen Straße

Zum Deutschen Mühlentag, jeweils am Pfingstmontag erwartet die Familie Bräutigam in die Oedmühle im Ortsteil Oed von Weigendorf interessierte Besucher aus Franken, der Oberpfalz und darüber hinaus. Die unter Denkmalschutz.stehende Mühle mit ihrem kompletten historischen Inventar ist sie ein Vorzeigegebäude an der Goldenen Straße zwischen Nürnberg und Prag. Den Leitgedanken und die Identifikation der Familie Bräutigam: „Wir leben und arbeiten in der Mühle – und führen so die Tradition der früheren Nutzung fort“, spüren die Besucher beim Rundgang durch das 5-geschossige ehrwürdige, liebevoll und vorsichtig sanierte Gebäude.  Seit 2003 ist  die Oedmühle beim Deutschen Mühlentag mit dabei. Sie verfügt über eine komplette Kunstmühle der Nürnberger Mühlenbauanstalt Johann Wolfgang Arold aus dem Jahre 1929 mit Trieur, stehendem Plansichter und 4 Walzenstühlen.

Stets gibt es Zusatzattraktionen, so werden die Besucher eingeladen, ihre stumpfen Messer oder Scheren mitzubringen. Als Gast zum Thema “Altes Handwerk” hatte  ein fränkischer Scherenschleifer aus Stein bei Nürnberg ganz schön zu tun. Auch für Kinder gibt es Zusatzangebote.  Mit örtlichen Schmankerln werden die Gäste verwöhnt.

 

Im Böhmischen Salbuch Karl IV. im 14.Jahrhundert in Sulzbach der Hauptstadt Neuböhmens geschrieben wurde erwähnt:  

„It.Lienhart Liechetensteiner hat drey huben zum Newenhofe (wahrscheinlich Nonnhof bei Fürnried) und ein „müle in der Öde“ und ein Fischwazzer ab den Etzelwanch und die vogtey zu Heuchling uber sechs gut, aber si ist sein burchut und ein gut zu Külsendorf “. Quelle: Das Böhmische Salbüchlein von 1366/68, Seite 104)

Weitere Infos: www.oedmuehle.net

Übergang in die Obere Pfalz (Oberpfalz)

Sulzbach als Hauptstadt Neuböhmens und die später Amberg als  Residenzstadt der Oberen Pfalz waren eine Vorzeigeregion im Mittealter. Mit Stolz können wir vom „Ruhrgebiet des MA“ sprechen. Bergbau- und Hüttenlandschaft. Hier hämmerten um 1475 rund 205 Hammerwerke. Hier wurde mehr Eisen produziert als in Frankreich und Großbritannien zusammen. Auf den Straßen herrschte reger Verkehr rund 244 000 Transporte im jahr- da war etwas los.

Die Zeit unter Karl IV., das war die Blütezeit der Goldenen Straß und der Segen für die nördliche Oberpfalz. Das zeigt sich auch in der Architektur: Gotische Kirchen und Rathäuser entstanden und dir wohlhabenden Besitzer der Hammerschlössern schlossen sich zur mächtigen „Hammereinigung (1387-1626)“, vergleichbar mit der späteren europäischen Montanunion zusammen.

Auf dem Weg nach und um Sulzbach zeigen sich Beispiele in Haunritz., wie das ehemalige Hammerschloss, 1719 neu gebaute und heute sorgsam restauriert mit dreigeschossigem Mittelbau in Weigendorf-Haunritz 11. Jobst Tetzel wird 1387 als Hammerherr mit Wohnsitz im Vorgängerbau (14. Jh.) genannt.

Högen

Die Mühle in Högen, Besitzer, der schlesische Schriftsteller Christian Knorr von Rosenroth (gestorben 1689 in Sulzbach).Er war der prominenteste Schlossherr des Landsassenguts im Högenbachtal (Weigendorf- Högen 1), einem zweigeschossiger Walmdachbau. Geborehn 1636 in Alt-Raudten im Herzogtum Wohlau, machte er sich auch einen Namen als evangelischer Kichenliederdichter. Das Lied "Morgenglanz der Ewigkeit" ist noch heute im kirchlichen Gebrauch.

Burgruine Lichtenegg diente zum Schutz der Goldenen Straße. Der Rundumblick der 585 Meter hochgelegenen Anlage der Grafen von Sulzbach beeindruckt.

Nun verlässt die Straße langsam die fränkische Alb...., wenn auch im Frühling die kalkbodensuchenden Schlüsselblumen noch bis Sulzbach zu finden sind

 

Vorbei führt der Weg der einstigen Altstraße durch die Straßensiedlung Haid. Rechter Hand steht verloren ein verfallenes Wirtshaus, wer mag hier wohl schon Rast gemacht haben? Leider blättert das Schild schon richtig ab, die Schrift  ist kaum mehr lesbar. Wer wird sich darum kümmern?