Prager Dom St. Vit -Nordseite

Der Hradschin

Die gleichnamige Stadt Hradschin gründete durch Drängen des Prager Burggrafen Johann von Luxemburg nach seiner Thronbesteigung, sie blieb stets die Kleinste der Prager Städte. In der Hussitenzeit versank sie in Schutt und Asche.

Die Prager Burg

Modell der Prager Burg z.Zt. Karl IV.- rechts Zeichnung des Doms eines Prager Schülers

Im Zentrum der Burg thront der Dom St. Vit-  es gibt kaum eine Metropole auf dieser Welt in der weltliche und kirchliche Macht so eng nebeneinander stehen.

Den Ausbau des Veitsdoms, der anstelle einer romanischen Basilika des 11. Jahrhunderts begonnen wurde, initiierte 1341 Johann von Luxemburg. Gänzlich fertig gestellt wurde der Dom erst 1385. Das heutige Gesamtbild jedoch erst 1929.

Eingang in den ersten Burghof von Westen kommend

Fotos:Wachablösung- Eingang von der Nordseite

Für seinen Sohn Karl hatte der Bau machtpolitische Gründe, er strebte für Prag ein Erzbistum an. Aus seiner Zeit in Paris wusste er, dass nur ein monumentaler Kirchenbau der Stellung eines Erzbischofs würdig war und im gotischen Stil erbaut werden musste. Dieser Stilrichtung war er in Frankreich im Übermaß begegnet.

Goldene Pforte zur Wenzelskapelle

Heutiger Eingang vom dritten Burghof aus.

Doch Karl hatte noch mehr mit diesem Dombau vor. Nicht nur Sitz des Erzbischofs sollte er werden, auch Krönungskirche und Grabstätte der böhmischen Könige.

Gräber der Premyslidenfürsten im Dom- in der Krypta ist Karl bestattet.

Nach dem Tode des Baumeisters Matthias von Arras 1352, musste er sich nach einem neuen Mann umsehen. Mit dem erst 23 Jahre alten Peter Parler aus dem Schwäbisch Gmünd fand er den Meister, der nahtlos an den Bau Arras anknüpfte. Der Veitsdom wurde neben vielen weiteren Bauten Parlers Lebenswerk.  Im Veitsdom zeugen noch heute der Südflügel des Querschiffes, das Goldene Tor mit dem Mosaik über den Bögen und der Darstellung des „Letzten Gerichts“ mit einer Fläche von 85 Quadratmetern, ausgeführt von venezianischen Künstlern, von der Tätigkeit der Parlerhütte. In ihm befinden sich die Heiligen Böhmens und im mittleren unteren Feld kniet Karl IV. mit seiner vierten Gemahlin, Elisabeth von Pommern.

Goldene Kapelle- des Hl.Wenzels

Hervorzuheben ist die Kapelle des Heiligen Wenzels (1362-1364), den Karl stets verehrte. Die unteren Wände mit Edelsteinen belegt und Wandmalereien aus dem Leiden Christi entstanden von unbekannten Künstlern zwischen 1372 und 1373. Die oberen Wände bestehen aus einem Zyklus von Wandmalereien aus dem Leben des Heiligem Wenzels (16. Jahrhundert). Zu sehen sind Karl IV. und seine beiden Gemahlinnen Anna von der Pfalz und Elisabeth von Pommern. Das Grabmal des Heiligen Wenzel aus dem Jahre 1912 selbst ist neugotisch. In den Wirren der Hussitenkriegen gingen viele wertvolle Kunstgegenstände, darunter auch ein Teil der Krönungsklienodien, verloren. Für das Krönungsdiadem mit 91 Edelsteinen und 20 Perlen besetzt wurde in späteren Jahren ein eigener Raum gebaut, zu dem es sieben Schlüssel gibt. Eine Legende berichtet, wer die Krone unberechtigt aufsetzt, wird bald sterben. So geschah es mit Hitlers Protektor  Reinhard Heydrich, der sich die Krone selbst aufsetzte und im Frühjahr 1942 von Widerstandskämpfern getötet wurde.

 

Glosfenster im Dom- links von Alfons Mucha

Die Büste Karl IV. im Triforium der Kathedrale ist nicht auf den ersten Blick zu entdecken. Sie gilt als die bedeutendste von 21 Büsten der gesamten königlichen Familie, der hohen geistlichen Würdenträger und der beiden Architekten des Doms, geschaffen zwischen 1374 und 1385 von unbekannten Künstlern. Viele Figuren wurden in den Hussitenkriegen zerstört. In der Krypta des Doms befinden sich die Särge Karl IV., seiner Frauen und der seines Sohnes Wenzel.

 

Apisis und Hochaltar- rechts Silbersarg des Hl. Johannes von Nepomuk

In der Prager Burg, zur Zeit Karl IV. wesentlich kleiner als heute, wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erweitert und umgestaltet. Die Residenz, die Karl erbauen ließ, fußte auf den Mauern des verödeten Premyslidenpalastes. Der gotische Palast im französischen Stil besaß mit seinen zwei Stockwerken keine Türme und war durch eine hohe Mauer mit zwei Toren von der übrigen Anlage getrennt. Wenig ist von dem Gebäude bis heute erhalten geblieben. Der polnische König Wladislaw hat im 15. Jahrhundert durch Baumaßnahmen vieles vernichtet. Karl-Palast hat, so zeigt es ein Stadtplan des 15. Jahrhunderts, einen privaten Zugang zum wesentlich mächtigeren Veitsdom.

Thronsaal

Wappen der Böhmischen Stände- Hauskapelle des Kaisers

Die Karl-Säle erinnern an die Zeit des großen Kaisers. Sie liegen, heute ebenerdig, im ersten Stock des alten Burgpalastes und wurden unter Karls Regierungszeit nach 1336 errichtet. Die Deckenwölbung erfolgte unter Karls Sohn Wenzel IV. nach 1380.

 

Foto: Am Ende in östlicher Richtung, der Alte Palast mit dem berühmten Wladislaw Saal des aus der Nähe von Landshut stammenden Baumeisters Benedikt Ried von Piesting. Der Saal demonstriert den Übergang von der Gotik zur Renaissance.

Foto: Das Wappen von Ried in der Prager Burg

Ried befestigte die Prager Burg durch eine extra Mauer mit Türmen im Norden. Hier der Pulverturm, Mihulka genannt. Entstanden ist die Befestigung zum Ende des 15. Jahrhunderts.

Die Burg selbst war ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für das Leben in der Stadt und umgekehrt. Vom Wachpersonal über die Stallknechte, die Futtermeister zur Versorgung der Pferde. Hofbeamte, Kammerdiener, Zofen, Musikanten, Kellermeister, Köche standen in Diensten der Burg. Ständige Gäste aus dem europäischen Hochadel, der Kirche, die stets mit großem Personal anreisten, mussten versorgt werden.

 

Foto: Kirche und Kloster St. Georg- um 920 durch Fürsten Vratislav als zweitälteste Prager Kirche erbaut. das Kloster gründete Mlada, die Schwester des Fürsten Boleslav nach dem Vorbild des Regensburger Frauenstifts Niedermünster, für den Orden der Benediktinerinnen. Daneben ein abgerundeter Säulenbau, das Damenstift für verarmte Adelige, gegründet von Kaiserin Maria Theresia.

Die beiden weißen Türme weisen italienischen Einfluss auf, der breitere südlich gebaut, wird Adam genannt, er beschattet den schmäleren nördlichen Turm, Eva genannt. Weiter geht es über den Georgsplatz mit dem ehemaligen Kloster und der gleichnamigen Basilika zum Goldenen Gässchen (Zlata ulicka), dass sich an die Burgmauer Rieds anlehnt. Im Haus Nr.22 lebte 1917 kurzzeitig Franz Kafka. In den Häuschen wohnten zur Zeit Kaiser Rudolf II. die Mitglieder der Burgwache mit ihren Familien. Alchimisten haben hier, obwohl oft erzählt, nie  gelebt.

Seit Mai 2011 neu restauriert, werden hier nur noch handwerkliche Sachen verkauft, kein Kitsch mehr. Der Eintritt ist nur mit einer Eintrittskarte möglich.

Foto: Vorbei am Lobkowitz Palais der Prager Burg geht es zum Schwarzen Turm Daliborka und der alten Schlosstreppe, die zur U-Bahn Station Malostranska führt. Daliborka (1496 erbaut) heißt der Turm am östlichen Ende der Prager Burg, er beschließt die Burgmauer der Benedikt von Ried. Woher der Name Daliborka kommt?  Die Gästeführer in der Burg erzählen seine spannende Geschichte, in der es um einen unglücklichen Gefangenen und eine Geige geht.....

Eingang zu den Prager Burggärten

Blick auf den Laurenziberg (Petrin)

 Belvidere-