Weg nach Nachod und Jaromer über Ceska Skalice und das Großmütterchen Tal nach dem berühmten Roman

Smirice
 
 
Die Ortschaft Smiřice liegt im Flachland am Oberlauf der Elbe etwa zehn Kilometer nordöstlich von Hradec Králové in Richtung Jaroměř. Der Name der Stadt entstand höchstwahrscheinlich durch die Ableitung des Geschlechtsnamens Smír. Diese Familie war hier nach der Chronik des Geschlechts Záruba schon im 19. Jahrhundert angesiedelt. Die ersten schriftlichen Belege des Städtchens an der Elbe sind jedoch viel jünger und stammen aus dem 14. Jahrhundert, genauer aus dem Jahr 1361, wie die Schriftstücke die Existenz Eliška von Smiřice ganz klar beweisen.
 
Die Herren von Smiřice gehörten zu einem bedeutenden Geschlecht nicht nur für die Stadt selbst. Allmählich wurden sie nämlich zu den reichsten Herren in Böhmen. Unter ihrer Herrschaft entstand an der Stelle von heutigem Smiřice eine Festung, die im 15. Jahrhundert zu einem Schloss umgebaut wurde, als das Land schon im Besitz des Geschlechts Trčka von Lípa war. Um das Schloss herum entstand eine Siedlung, die im September 1659 zu einer Stadt mit Recht auf Stadtwappen erhoben wurde. Im 17. Jahrhundert kommen die Herren von Šternberk in die Stadt und lassen die Dominante von Smiřice bauen - die barocke Schlosskapelle der Offenbarung des Herrn.
Neben der Kapelle gehört zu interessanten Bauwerken auch der Bahnhof in Smiřice, der einzige Bahnhof in der Tschechischen Republik, der im 19. Jahrhundert im Stil eines Jagdschlosses mit sog. «Tiergraben» gebaut wurde
Informationen
Městský úřad Smiřice
Palackého 106
503 03 Smiřice    http://www.smirice.cz/
E-mail podatelna: podatelna(at)mestosmirice(dot)cz
Tourismus email reichova(at)mestosmirice(dot)cz.
 
 Černožice
Erstmals wurde das Dorf in der Chronik des Klosters Opatovicky im Jahre 1197 erwähnt. Heute hat der Ort über 1.000 Einwohner. Die Jugendstilvilla „Anna“ des  Architekten Antonin Balsanek im Jahre 1904 ist hervorzuheben.  Information: www.cernozice.cz
 

 
Jaroměř / Jermer
Die Stadt (deutsch Jermer) mit zirka 12.500 Einwohnern, liegt 15 Kilometer nordöstlich von Königsgrätz am Zusammenfluss der Flüsse, Aupa und Mettau in die Elbe (Labe).  Die Stadt ist Mitglied in der Euroregion Glacensis.
Stadtwappen
 
Die historische Altstadt ist bereits seit rund 1000 Jahren beurkundet. Anfang des 11. Jahrhunderts erbaute der Premyslidenfürst Jaromir eine Burg und gab ihr den Namen Jaroměř.  Zur königlichen Stadt wurde Jaroměř unter König Ottokar I. Premysl.
Im  Gebiet am Zusammenfluss der Flüsse Elbe und Upa Metuje sind Siedlungsfunde aus der  Altsteinzeit gesichert. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1298 unter der Herrschaft Wenzel II.. Die Befestigung wurde wahrscheinlich von Premysl Otakar II. gefördert. Die königliche Stadt gehört seit 1307 der  Frau Vaclav II., Elisabeth Rejčce, als Mitgift und wurde so zu einer Stadt der tschechischen Königinnen.
 
 
Zu Beginn der hussitischen Zeit unterstand  Jaroměř als königlich städtisches Patriziat dem römischen Kaiser Sigismund, Sohn Kaiser Karl IV.. Die Stadt musste sich jedoch am 6. Mai 1421 den Hussiten-Truppen unter der Fürhung von Jan Žižka ergeben. Nach der schicksalhaften Schlacht von Lipan und dem Ende der Hussitenbewegung, ging die Stadt wieder in den Besitz  des Kaisers über. Im Jahre 1437 schenkte er sie seiner Frau, Königin Barbara. Stadt verbesserte ihre Privilegien während der Hussitenkriege. Diese wollte Jaroměř nicht mehr aufgeben. Die  Königin wandte sich empört 1445 an den Nachfolger, König Georg von Podiebrad, der ihr zum Ärger des Stadtrates Recht gab. In Erinnerung an das Unrecht, verursacht durch die Königin ließ  der Magistrat der Stadt  Jaromer im Wappen bei der Löwin eine doppelte Krone wickeln.
 
Am Ende der ersten Hälfte 15. Jahrhunderts litt Jaromer unter Brandzerstörungen und der Pest. Beim Aufbau der Stadt nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden die Bauten planlos und nicht stilistisch nicht konsequent erstellt. Die Barockzeit prägte Jaromer in Bauwerken und Skulpturen unter anderem mit einem der schönsten Werke des Bildhauers Matthias Bernhard Braun am Friedhof der Stadt.  
 
Repro: Stadtbild um 1830
 
Festung Josefov
Die Festung Josefstadt (Josefov) ist nach Kaiser Joseph II. benannt und in den Jahren 1780 bis 1787 gegenüber der Stadt, am linken Ufer von Elbe und Mettau, als kaiserliche Burg Ples erbaut.  Der Name Josefstadt entstand erst später; seit 1948 Stadtteil von Jaroměř.
Sie stellt in Ost-Böhmen ist ein einmaliges Stück europäischer militärischer Architektur dar. Ziel Josef II, war es, die  preußische Feind Einfälle zu stoppen ihre militärischen Aktionen zu und reduzieren. Baumeister der Festung: Der Französische Militär-Ingenieur im Dienst der Habsburger, Claude Benoit Duhamel de Querlonde.  Es gelang ihm eine  perfekte Anpassung an das Gelände, einschließlich der Flüsse. Mit dem Ausbau eines guten Straßennetzes und einem einheitlich architektonischen Stil von militärischen und zivilen Gebäuden hinterließ der Kaiser bis heute einen seltenen Schatz städtischer  und klassizistischer Bauten.
Die geplante Zerstörung und der Anstoß für die Zerstörung im Jahre 1888 sollte die Habsburger schwächen. Im Jahr 1891 erfolgte ein Teilabriss und die Beseitigung des Jaroměřská Tors. Das erhaltene Material wurde für Reparatuen verwendet. Eine große Zerstörung Festung begann 1919 nach dem 1. Weltkrieg.. Die In den frühen zwanziger Jahren des 20. Jahrhundert wurde der Abriss zum Glück von Prag aus beendet.  Quelle: Mgr. Olga Mertlíková  Direktorin des Stadtmuseums
Informationen
Stadt Jaroměř
zu uns. CSA 16
551 33 Jaromer
www.jaromer-josefov.cz                 E-mail: podatelna(at)jaromer-josefov(dot)cz
 
 
 
Schloss Ratiborice
 
Česká Skalice (deutsch: Böhmisch Skalitz)
Der  heutige Česká Skalice mit zirka 5.000 Einwohnern entwickelte sich ursprünglich aus zwei Siedlungen: „Kleinskalitz“ und „Großskalitz“. Die Burg Kleinskalitz an einer Furt  am rechten Ufer der Aupa gelegen, sollte die wichtige Straßenverbindung der Goldenen Straße von Nürnberg über Pilsen, Prag über Nachod und Glatz nach Breslau sichern. Die Burg in  Großskalitz am linken Flussufer den Weg durch das Aupatal über Upice in die Grafschaft Schweidnitz.
Aus dem Jahre 1238 datiert die erste Erwähnung des Ortes Kleinskalitz. Peter von Skalitz mit Unterstützung des böhmischen Königs Ottokar II. Premysl an der mittleren Aupa u.a. die Burgen Riesenburg und die Rothenburg . Großskalitz entwickelte sich unter der Burg 1336 im Besitz des Adeligen Hynek Hlavec von Dauba. Nach der Schlacht am Weißen Berg, sie unterstützen den Winterkönig, wurden ihre Herrschaften konfisziert. Der Familie Trčka von Lipa wurde der Besitz von den Habsburgern zugesprochen.
Foto Kirche und Innenraum
 
In den Preußisch- Österreischisch/ Schlesischen Kriegen kam es am 28. Juni 1866 in der Nähe von Skalitz zu einer großen Schlacht. Die Preußen siegten, daran erinnern noch heute Denkmale.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte Skalitz dem  Besitzer der Herrschaft Nachod, Prinz von Schaumburg-Lippe.
Sehenswürdigkeiten sind:
Das Rathaus von 1586,  nach mehreren Bränden 1864 im neugotischen Stil errichtet. Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt mit einem geschnitzten Hochaltar von 1712.  Ein großes Museum erinnert an die berühmte Schriftstellerin Božena Němcova, sie im nahen Schloss ihre Kindheit verbrachte und ging in Česká Skalice zur Schule. Die Alte Schule ist ein Holzbau von 1798 und das nahe „Großmutters Tal“
Informationen
www.ceskaskalice.cz            Tourist Information Centre E-Mail infocentrum(at)ceskaskalice(dot)cz
www.centrumrozvoje.eu     
 
 
 
Božena Němcovás Spuren: Schloss Ratibořice
Unweit des Städtchens Česká Skalice liegt Ratibořice. Berühmt geworden ist es in Tschechien dank der Schriftstellerin Božena Němcová, deren Roman “Die Großmutter” in Ratibořice und seiner Umgebung spielt.  Eine Wanderung auf Němcovás Spuren führt entlang des Flusses Úpa / Aupa zum Barock Schloss. Bauherr war der italienische Besitzer der Herrschaft von Náchod, Fürst Lorenzo Piccolomini, Anfang des 18. Jahrhunderts.
Ende des 18. Jahrhunderts kaufte Peter Biron, Herzog von Kurland und zu Sagan, die Herrschaft Náchod. Nach seinem Tod erbte sie seine älteste Tochter, Herzogin Katharine Wilhelmine von Sagan. Genau dieser Adeligen setzte die tschechische Schriftstellerin Božena Němcová in ihrem bekanntesten Roman „Die Großmutter“ ein literarisches Denkmal. Nach Wilhelmines Tod verkaufte ihre Schwester Pauline die Herrschaft Náchod samt Schloss Ratibořice an Octavio Lippe-Biesterfeld. Unter den nächsten Schlossbesitzern, der Familie von Schaumburg-Lippe, wurde in Ratibořice wieder gebaut. Bis 1945 war es in dessen Besitz.
 
 
Das Schloss kann besichtigt werden. Bemerkenswert ist zu allen Jahreszeiten eine kleine Wanderung ins Aupatal. Hier finden sich Sehenswürdigkeiten die in dem berühmten Roman der Schriftstellerin Božena Němcová vorkommen. Vom  Schlosspark aus geht es ins Aupatal. Ein Teil des malerischen Tals wird Babiččino údolí – also das Großmuttertal vorbei am Denkmal der Großmutter und ihrer Enkel,  an der „Alten Bleiche“, in der sich Němcovás Roman abgespielt hat. Schloss und weitere Sehenswürdigkeiten sind nicht ganzjährig geöffnet. Tipp: Den Roman (auch in deutscher Sprache erhältlich) vorher lesen!
 
 
Die Saison dauert von April bis zum Oktober. Im April und im Oktober ist das Schloss nur am Wochenende geöffnet. Natürlich kann eine Besuchergruppe auch außerhalb der offiziellen Saison eine Führung bestellen. Im Juli und im August ist es die ganze Woche lang von 9 bis 17 Uhr geöffnet,  Führungen werden jede Stunde angeboten.
 
Foto Szene aus dem Buch Babicka
 Foto. "Die alte Bleiche" ein immer wieder kehrender Ort im Roman.
 
Foto. Gedenken an die Dichterin in Taus (Domazlice) am Marktplatz. Hier lebte sie einige Jahre und engagierte sich bereits für die Frauenbewegung am Ort.