Hl. Kunigunde, Bild im Pfarrhof zu Tirschenreuth        Grafik. Kunigunde und ihr Gemahl Heinrich

 Verbindungen Luxemburg – Deutschland - Bayern - Böhmen

Die wohl frühesten und historisch nachweisbaren Verbindungen ins heutige Bayern gehen nach München, Bamberg und Regensburg

Eine Luxemburgerin - Kaiserin des Hl. Römischen Reiches

Die Hl. Kunigunde dürfte wohl eine der ersten prominenten Luxemburgerinnen gewesen sein, die in die bayerischen Lande kam. Kunigundes Vater war Graf Siegfried I. (* um 918/929) gilt als Gründer des Luxemburger Landes.   In der Zeit  um 950 war Siegfried Laienabt des Klosters Echternach und heiratete Hadwig, deren Herkunft unbekannt ist. Das Paar hatte elf Kinder, darunter Kunigunde, die als Kaiserin mit ihrem Mann Heinrich II.  Heilig gesprochen wurde. 982 ist er als Graf im Moselgau nachgewiesen, sowie als Vogt der Reichsabtei St. Maximin in Trier und auch des Klosters Echternach.  963 erwarb er die Burg Lucilinburhuc in der heutigen Stadt Luxemburg am Tal der Alzette im Tausch gegen Ländereien und anderen Besitztümern. Ein Jahr später beerbte er seinen Bruder, den Ardennengrafen Giselbert. Im gleichen Jahr  erwarb er vom Trierer Erzbischof Ländereien bei  Saarburg.  984 kämpfte er bei den Auseinandersetzungen um die Nachfolge des Kaisers Ottos II. in Lothringen auf der Seite dessen Sohnes Otto III. Dabei  geriet in die Gefangenschaft König  Lothars. Nach dessen Tod gelang Siegfried die Flucht, anschließend verliert sich seine Spur.

Kunigunde, verheiratet mit Kaiser Heinrich (beide heiliggesprochen) sind sie die Patrone des Erzbistums Bamberg. Vor 1000 Jahren wurden sie zu deutschen Königen gekrönt, später auch zu Königen der Lagobarden. Kaiserkrönung am 14.02.1014 in Rom unter Papst Benedikt VIII. Kunigunde stammt aus der Grafschaft der Lützelburger, Heinrich gehörte dem sächsischen Herrscherhaus an.

Vater Heinrichs war Herzog von Bayern, die Mutter Tochter des Königs von Burgund. Erzogen wurde Heinrich von Bischof Wolfgang in Regensburg. Beide blieben kinderlos und sind im Dom zu Bamberg begraben.

 

Fotos: Grabmahl Kunigunde und Heinrich im Dom  zu Bamberg

  

Foto links der Luxemburger Löwe in Regensburg        Foto rechts. Der berühmte Bamberger Reiter

Verehrung der Kunigunde und Heinrichs auch in der Oberpfalz

Fotos: Altar der Kunigundenkirche Tirschenreuth- Altar der Anna Kirche neben dem Münster in Chamerau

Zwei Luxemburger auf dem bayerischen Herzogsthron

Der erstgeborene Sohn Siegfrieds, Heinrich, war von 1004-1009 und 1017-1024 Herzog von Bayern. 1042–1047war mit Heinrich II. von Luxemburg oder Heinrich VII. von Bayern  erneut ein Luxemburger Graf auf dem bayerischen Herzogthron. Dieser Heinrich war der älteste Sohn des Grafen Friedrich von Luxemburg und Irmintrud von der Wetterau. Zugleich  Neffe des Herzog Heinrichs von Bayern und der Kaiserin Kunigunde. Im Februar 1042 übertrug ihm König Heinrich III. unter Umgehung des Wahlrechts des Stammes das Bayerische Herzogtum., das er zuvor 15 Jahre selbst verwaltete hatte. Heinrich nahm an den kaiserlichen Feldzügen gegen die Ungarn in den Jahren 1042, 1043 und 1044 teil.

Erzbischof Peter von Aspelt, ca. 1240/45 – 1320, Mainzer 1306-1320, Sohn einer luxemburgischen Adelsfamilie

Durch den Habsburger Rudolph kam der Luxemburger Peter von Aspelt nach Prag zu König Wenzel II, als dessen Protonotar und Kanzler er lange Zeit die Politik Böhmens leitete. Ein scharfsinniger Kopf, ausdauernd in der Verfolgung seiner Ziele, gewandt in den öffentlichen Geschäften, wusste der Luxemburger diplomatisch und in geschickter Ausnützung der ihn umgebenden Verhältnisse sich nach oben unentbehrlich zu machen. Die Propstei auf dem Vysehrad, die Stelle eines böhmischen Kanzlers (1296) und endlich die Würde eines Bischofs von Basel waren der Lohn für seine ausgezeichneten Dienstleistungen. Seine Verbindungen zu Böhmen blieben erhalten. Nur so konnte er dem Sohne Heinrichs,Johann, durch die Hochzeit mit der Přemyslidenfürsten Eliška 1310 im Dom zu Speyer die böhmische Krone verschaffen. Er selbst krönte beide in Prag krönte am 7. Februar 1311, Pfingsten 1316 taufte er im Prager Dom den erstgeborenen Sohn Johanns und Eliškas auf den Namen Wenzel, dieser erhielt dann in Paris den Namen Karl. Als Karl IV., böhmischer König und bedeutender römischer Kaiser ging er in die Geschichte ein.

Quelle:  Grabdenkmal des Erzbischofs Peter von Aspelt [Bild: Bischöfliches Ordinariat, Mainz] Neben ihm stehen drei kleinere Könige: v.l.n.r. Johann von Luxemburg, sein Vater Heinrich VII. und Ludwig der Bayer.

Quelle: Balduin aus dem Hause Luxemburg Hrsg. Bistum Luxemburg und Trier, Verlag editions saint-paul 2009

Die Dynastie der Luxemburger auf dem böhmischen Thron - 1310- 1437

                Foto: Schauspiel der Hochzeit 2010 vor und im Dom zu Speyer

Am 1. September 1310 Hochzeit in Speyer Johann von Luxemburg und die böhmische Prinzession Eliška Přemyslovna. Der Start für eine erfolgreiche Zeit, die auch Bayern und hier besonders Nordbayern tangierte. 

 

                                        

v.l.n.r. Kaiser Karl IV. (in Tschechien "Vater des Vaterlandes" noch heute genannt), seine Söhne Wenzel IV. König von Böhmen und Deutschland, Kaiser Sigismund.

Bamberger Spezialität- das berühmte Rauchbier in der schönen Bischofsstadt ein beliebter Trunk.

 Foto: Altes historisches Rathaus Bamberg