Prämonstratenserkloster Chotesov (Chotischau)

Wird das Prämonstratenserkloster Chotešov (Chotischau) überleben?

Ob der ursprüngliche Weg der Goldenen Straße von Kladruby (Kladrau) in die kleine Gemeinde Chotesov führte, ist nicht gänzlich gesichert. Eine Nebenroute des ebenso berühmten "Goldenen Steigs", der Salzweg, der über den Böhmerwald von Passau nach Prag und auch nach Sachsen führte, kam jedoch durch den Ort, dessen bedeutsames Kloster einen Besuch wert ist. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1115. Das riesige Gebäude, als Prämonstratenserkloster vom seligen Hroznata (dem Stifter des Klosters Tepl) gegründet, ließ 1202 - 1210 das Kloster zur Ehre des Heiligen Wenzels für den weiblichen Zweig des Ordens erbauen.

1421 besetzte der Hussitenführer Jan Ziska das Kloster. Die Ordensschwestern konnten sich nach Pilsen retten. Kaiser Sigismund, Sohn Karl IV. verpfändete das Kloster, später erhielt es der Orden zurück. Aber schon 1782 fiel das Kloster der Säkularisation zum Opfer. 1822 kaufte Fürst Karl Alexander von Thurn und Taxis den Großgrundbesitz. 1878 wurde der Konvent an die salesianischen Ordensschwestern aus dem Kloster Moselweiss am Rhein vermietet. Später wohnten und lebten im Kloster bis 1945 Salesianerinnen. Das Kloster, das heute noch dem Orden gehört, ist öd und in schlechten Zustand. Das mächtige Dach des Klosters wurde in den Jahren nach 2000 mühsam erneuert. Ein Freundeskreis des Klosters versucht einen Nutzer zu finden. Die amerikanische Filmindustrie nutzte das Kloster, hier wurde ein Teil des Films Hannibal mit Brad Pit gedreht. Durch viel Eigeninitiative und Hilfe von außen hat es eine Chance zu überleben.

Die Pfarrkirche Maria Geburt liegt nordöstlich außerhalb der Klostermauern. Unterhalb des Klosters entstand das Dorf Chotieschau. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden durch das Kloster deutsche Siedler angeworben.

 

 Foto Brücke über die Uslava- leider ist der moderne Nepomuk verschwunden.

Dobrany - Dobrizan - Wiesengrund

Der Ort Dobrizan, gelegen im Tal der Radbusa, etwa acht Kilometer südlich von Pilsen entfernt, änderte seinen Namen öfters. Über die Radbusa führt eine 1993 - 95 restaurierte gotische Brücke aus der Zeit der "Goldenen Straße". Leider befindet sich diese derzeit in keinem guten Zustand, eine neue Sanierung scheint anzulaufen. Verschwunden ist zum zweiten Male eine Nepomukfigur auf der Brücke

Urkundlich erwähnt wird die Stadt erstmals 1243. Nach dem Tod des Besitzers der Stadt, Jan von Dobrany, fiel die Stadt 1265 an das nahe Kloster Chotischau.1876 wurde am Stadtrand eine Landesanstalt für geistig Behinderte errichtet, die heute noch besteht.

1900 hatte Dobrizan rund 5.000 Einwohner. Im April 1943 wurde die Stadt versehentlich von den Amerikanern bombardiert, das geplante Ziel war die Waffenfabrik in Pilsen. Durch die Vertreibung der Deutschen - so heißt es heute in der Ortschronik "verlor die Stadt ihre traditionelle kulturelle und wirtschaftliche Bürgerschicht". Der historische Stadtkern mit großem Markplatz wurde 1992 zur städtischen Denkmalzone erklärt. Heute hat der gepflegte Ort rund 5.300 Einwohner.

Der Brauereigasthof zum "Goldenen Stern" am Marktplatz bietet vortreffliches selbstgebrautes Bier an.

Sehenswürdigkeiten:

Foto: Die Rundkirche St. Veit

Einst im romanischen Stil erbaut, wurde mehrfach verändert. Nach einem großen Brand 1620 ließ sie der Propst des Chotischauer Klosters 1727 als Barockbau auf einem ovalen Grundriss als Kuppelbau errichten. Bedeutend und ein seltenes Kleinod an der Goldenen Straße ist der reich verzierte und geschnitzte barocke Rundaltar, der den Heiligen St. Vit und St. Nepomuk geweiht ist. Die renovierte Kirche hat heute mehr musealen Charakter, wird aber für kleiner Hochzeiten genutzt.

Foto: Ein einzigartiger Altar zwischen Luxemburg und Breslau an der Goldenen Straße.

Die ebenfalls barocke Kirche St. Nikolaus am Marktplatz ist seit 1483 die städtische Pfarrkirche mit einem Haupt- und zwei Nebenschiffen. Im Inneren befinden sich große barocke Fresken aus dem Leben des hl. Nikolaus. Sehenswert die reich verzierten Altäre, die Kirche wird von den Pilsner Franziskanern betreut.

 Madonna in der Pfarrkirche  St. Nikolaus am Marktplatz

Wunderbar renovierter Marktplatz mit ausdrucksvollen Bürgerhäusern. Eine Reihe von Stadthäusern trägt barocke und klassizistische Bauformen.

 

Das Rathaus ist im Neu-Renaissancestil errichtet.

 

Fot: Gebetshaus der Hussitischen Kirche

 

 Foto: Schloss Stenovice

Stenovice

Der Name Stenovice ist eine Ableitung des Vornamens Sten. Der Ort an der ursprünglichen Route der Goldenen Straße liegt am Fluss Uhlava, in einer Höhe von 330 Metern und hat rund 1.200 Einwohner. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Stenovice im Jahr 1327, hier befand sich auch eine Burgfestung.

Stenovice galt als Hussitenbastion in Westböhmen. Kaiser Sigismund schenkte 1422 den Ort der 8 km weit entfernten Stadt Pilsen. Die Besitzer wechselten oft. Anfang des 18. Jahrhunderts erwarb Marie von Schirnding die Herrschaft, in dieser Zeit (1723) wurde das Barockschloss an der Uhlava gebaut. Die Pfarrkirche, geweiht St. Prokop, In der Mitte  des 18. Jahrhunderts wurde die Pfarrkirche des Ortes dem Hl. Prokop geweiht. Ihr Grundriss, ein griechisches Kreuz. Daneben entstand ein kleines Kloster der Trinitaner, durch die Gräfin Terezie Potingová. Es wurde im Rahmen der Säkularisation aufgelöst. Noch heute prägt das Klostergebäude und der Pfarrhof mit ihrem gemeinsamen Dach das Bild der Gemeinde. Stand es früher am Rande des Dorfes aber heute bildet es eine natürliche Mitte der Gemeinde. Dazu gehört der Pfarrgarten und das Gebäude der ehemaligen Schule (heute Gemeindehaus). Um das Jahr 1800 wurde eine überdachte Holzbrücke über den Fluss Uhlava gebaut, die eine bedeutende bautechnische Sehenswürdigkeit ist und bis heute dem Strassenverkehr dient. Sie wurde 2002 beim Hochwasser weggespült.

Am östlichen Teil der Gemeinde wurde ein Judenfriedhof erhalten, die Synagoge wurde in den 60. Jahren leider zerstört.

In Štěnovice wurde seit 1864 (regelmäßig seit 1873) Granit abgebaut, mit dem die Straßen in Pilsen und Prag gepflastert wurden.

Schloss Štěnovice

Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1327, in der Herr Jaroslav von Štěnovice als Besitzer des Schlosses genannt wird. Das heutige Barockschloss wurde im Jahr 1723 durch Marie von Schirnding erbaut. Es wurde mit Fresken von J. J. Lux ausgestattet. Vor dem Schloss befinden sich die Statuen des Hl. Florian, Hl. Josef und des Hl. Ivo aus dem Jahr 1725.

1994 wurde das Schloss vom Ehepaar Krejčí gekauft, das das ganze Schloss und seine Umgebung rekonstruiert hat. Dank den mit viel Gefühl renovierten farbigen Fassaden, der Neuregulierung des Flussufers und der Anbringung eines Steingeländers wurde es zum Schmuckstück von Štěnovice. Das Schloss dient als Veranstaltungsort für Hochzeiten, gesellschaftliche Feiern oder Tagungen und Firmenveranstaltungen. Für die Öffentlichkeit ist das Schloss jedoch nicht zugänglich.

Informationen zum Schloss:

eMail LK(dot)manor(at)email(dot)cz           Internet http://www.zamek-stenovice.cz

Weiterfahrt mit dem PKW

Seit 2011 ist die direkte Verbindung nach Stary Plzenec abgeschnitten. Eine kleine Nebenstraße führt zur Straße Pilsen nach Nepomuk. Der offizielle Weg führt jedoch über die Autobahn vorbei an Pilsen Ausfahrt Stary Plzenec zur Burg Radyne.