Foto: Romanische Rotunde auf dem Berg Hurka, der alten Premysliden Burg.

Über Stary Plzenec wacht Burg Radyne, eine Festung Karl IV..

Stary Plzenec - Altpilsen 

 Etwa zehn Kilometer südlich von Pilsen liegt der kleine Ort Altpilsen am Fluss Uslava. Bereits seit dem 8. Jahrhundert stand hier eine Burg, die den Premysliden gehörte.

Heute weist nur mehr die St. Peters-Rotunde (ein Rundturm) auf die Festung hin. Eine Besiedelung der Gegend geht, durch Funde gesichert, bis in die jüngere Steinzeit zurück.

Foto: Originalfliesen aus der Premyslidenzeit.

Mit der Gründung Pilsens sank die Bedeutung Altpilsens. Einige Häuser Altpilsens im typischen "Bauernbarock" sind erhalten geblieben. Die Kirchen Maria Geburt und St. Johann Baptista, beide ursprünglich romanisch, wurden 14. Jahrhundert umgebaut. Das Rathaus stammt aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Heute hat Altpilsen rund 7.500 Einwohner, die meisten arbeiten im nahen Pilsen. Bekanntestes Unternehmen ist die Wein- und Sektkellerei "Bohemica". Hier werden jährlich rund 8,5 Millionen Flaschen gefüllt.

Bohemica ist der bedeutendste Wein- und Sektproduzent in Tschechien (Einkauf für Touristen möglich). In einer Tiefe von zehn Metern und auf einer Fläche von 3800 Quadratmetern herrscht eine beständige Temperatur.

Information: Der Lehr- und Rundwanderpfad von Stary Plzenec ( Länge ca. 11 Kilometer, mittlere Kondition durch den Anstieg von 343 m auf 569 

Ausgangspunkt: 1. Stary Plzenec- 2. Rotunde St. Peter- 3. slawische Burgstätte Stara Plzen- 4. Der schwarze Abhang- geschützte geologische Fundstätte von Fossilien- 5. die Eisenschmelze von Sedlec, Wiege des Skoda Betriebes-  6. der alte Teich, ein Naturschutzgebiet- 7. der Dachsfelsen, Landschaft auf dem Anstieg zur Burgruine - 8. Burg Radyne, Besichtigung der Burg Karl IV. vormals Karlskrone  mit herrlichem Ausblick- 9. Andrejsky, Kieselschieferfelsen- 10. Stary Plzenec.

 

Burg Radyne ( Karlskrone)

Egal, aus welcher Richtung der Reisende kommt, schon von weitem grüßt der Bergfried einer Burg hoch über der Stadt Pilsen. Wie ein Ungetüm ragen die Reste der Burg Radyne,benannt nach dem gleichnamigen Berg, aus dem Bäumen. Die Burg diente einst zum Schutz der Goldenen Straße, die unterhalb des Burgberges verlief. Burg Radyne wurde von Karl IV. 1356 - 1361 im luxemburgischen Stil der Gotik erbaut. Ursprünglich hieß sie "Karlskrone" und stellte einen neuen Burgtyp dar. Turm, Palas und Kapelle waren in einem Komplex zusammengefasst. Nach einem Brand um 1529 verödete die Burg, die man heute in den Sommermonaten besichtigen kann. Viele Sagen umgeben die Festung mit dem unglücklichen Ritter "Raden". Mehr davon ist im deutsch-tschechischen Lesebuch, "Sagenhafte Goldene Straße" zu erfahren.

Erbaut wurde die Festung aus Kieselschiefer, einem Gestein aus dieser Gegend. Mitte des 19. Jahrhunderts ließ Christian von Wallenstein die Burg umgestalten und zugänglich machen.

Seit 1920 gehört die Ruine der Stadt Altpilsen, die sie fachmännisch restaurieren ließ. In den Sommermonaten und im Frühherbst ist sie für eine geringe Gebühr zu besichtigen und bietet dem Besucher einen herrlichen Blick in die Weite.

Abstecher zu den Schlössern Nebilovy und Kozel

(von Kozel aus Weiterfahrt nach Rokycany gut möglich)

Schloss Kozel

Schloss Kozel, ein klassizistisches Sommerschloss des Grafen Cernin liegt in mitten einer herrlichen Parkanlage zwischen Altpilsen und Rokycany. Parkplätze am Park. Der tschechische Name Kozel kommt von der Übersetzung "Böckchen". Der Name stammt, wie Funde belegen, von einer keltischen Opferstätte.

Abstecher nach Schloss Nebilovy

Zufahrt über die Straße von Pilsen nach Nepomuk, Abzweigung rechts Nebilovy ( zirka 6 Kilometer) , rechts geht es nach Kozel.

Oder in Stary Plzenec vorbei an der Burg Radyne nach Nebilovy.

Schloss Nebilovy

Nebilovy ist ein neurestauriertes Schloss der Wiener Barockschlossbauweise, 1706 vom Pilsner Baumeister Jakob Augustin nach Plänen des Architekten J.L. Hildebrandt errichtet, Ausmalungen wie in Kozel durch A.Tuvora. Blumenmotive bestimmen das gesamte Interieur des Schlosses. In der Schlosskapelle ein wunderchöner Akanthusaltar