Stribro- (Mies), einst reiche Bergbaustadt an der Goldenen Straße

Der tschechische Ortsname leitet sich vom Silberbergbau ab, der seit dem 13. Jahrhundert betrieben wurde und im 15. Jahrhundert erlosch. Bereits im 12. Jahrh, entstand hier eine Bergmannssiedlung. Der deutsche Name "Mies" kommt vom gleichnamigen Fluss.

Zwischen 1244 und 1253 gründeten die Premysliden Stribro als Königsstadt. Im 15. Jahrh. wohnten hier bereits rund 2000 Einwohner. Unter Wenzel IV. lief durch die Stadt der Handelsverkehr zwischen Nürnberg und Prag. Im 16. Jahrh. erlebte die Stadt durch den immer stärker werdenden Handel eine Blütezeit. Schreckliche Folgen hatten wie überall die Auswirkungen des 30 jährigen Krieges. Stadt und Bergwerke waren verwüstet.

Aus Stribro/ Mies stammt der Hussitenführer Jakobellus von Mies, der erstmals den Laienkelch forderte und das katholische Priesteramt in Frage stellte. Er war Magister in Prag und starb wie Jan Hus den Feuertod. 1421 belagerte die Hussiten mit ihrem Anführer Jan žižka die Stadt, fünf Jahre später gelang es dem hussitischen Hauptmann von Klenova (Burg im Böhmerwald) Stribro einzunehmen.

Im 18. und 19. Jahrhundert wurde erneut Silber gefördert, als diese Quellen erschöpft waren, wurde Blei und Zink gefördert.

Fotos: Brückenturm an der Mies- Teil der ehemaligen oft noch sichtbaren Stadtbefestigung. Hier befand sich im MA der Haupteingang zur Stadt. Östlich davon gibt es noch ein gotisches Tor. Stribro war im MA eine gut befestigte Stadt mit wehrhaften Mauern.

Stribro hat heute rund 8.000 Einwohner. Der historische Stadtkern steht unter Denkmalschutz. Beeindruckend, das prunkvolle italienisch gestaltete Renaissance Rathaus mit dreiteiliger Giebelfront und Barockturm (erbaut 1543-1589) an der Südseite. Die heutige in der Neorenaissance gefertigte Außenbemalung zeigt u. a. die Stadtgründung durch Fürst Sobeslav im Jahre 1131 und die Belagerung durch die Kreuzritter. Um den großen Marktplatz ( seit 2012 läuft die Sanierung) reihen sich viele, der in den letzten Jahren renovierten Bürgerhäuser, zeigen Elemente der Renaissance, Portale, Erker.

Stadt des Bergbaus

Ab 1660 kamen durch die Bleigruben deutsche Bergleute in die Stadt, die deutsche Bevölkerung gewann überhand. Erst in den 80er Jahren des 20. Jahrhundert wurden die Gruben geschlossen. Heute existiert in Stribro ein Bergbaumuseum am Fluss Mies.

Die Pfarrkirche "Allerheiligen" ist neben dem Rathaus das Wahrzeichen der Stadt. In der Bausubstanz handelt es sich um eine gotische Hallenkirche. 1556, also 100 Jahre später wurde sie barockisiert und enthält Fresken des Malers Julius Lux und E. Dollhopf. Der Kirchturm gehört, wie in Tirschenreuth der Stadt und ist Teil der ehemaligen Stadtbefestigung.

 

In der Mitte des Marktplatzes steht eine barocke Mariensäule. Am nordöstlichen Rand des Platzes ein ehemaliges Minoritenkloster aus der Zeit um 1250 mit der Kirche St. Maria Magdalena, sie gilt als das älteste Baudenkmal der Stadt. Heute ist in beiden Gebäuden das neu sanierte Stadtmuseum untergebracht. Stribro hat seit der Grenzöffnung eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Vohenstrauß im Landkreis Neustadt. Schulische Kontakte auch zu Neustadt und Altenstadt /WN.

Der Marktplatz mit Mariensäule wird derzeit (Stand 04.2012) saniert.

Bergbaumuseum am Fluss der Mies

Zu sehen sind Stollen und Schacht aus verschiedenen Betriebsperioden, Halde. (aufgelassen). Besucherstollen am Ende des Bergbau-Lehrpfads (ca. 2km). Hydrothermale Pb/Zn-Gang-Lagerstätte. Gänge in proterozoischen metamorphen Gesteinen. Mehr als 50 mineralisierte Gänge sind bekannt mit max. Länge von 2,4 km und bis zu 50 cm Dicke (im Extremfall bis zu 3 m). Einfache Mineralisation - hauptsächlich Quarz, weniger Baryt und Carbonate. Erzmineralien sind Galenit und Sphalerit, Pyrit mit Markasit, selten Chalkopyrit und Arsenopyrit. Die Oxidationszone ist gut bekannt. Sie geht bis in eine Tiefe von 130 m.

Quelle: http://www.mineralienatlas.de

 Infozentrum neben dem Rathaus am Marktplatz

Adresse: Masarykovo nam. 21      CZ 34901 Stribro

e-mail: ic(dot)stribro(at)tiscali(dot)cz    www.infocentrumstribro.cz

Bilder aus Stribro- Stand August 2008

Renovierte Häuser am Markt, die Mariensäule mit 12 Statuen stammt aus dem 18. Jahrhundert. Der gesamte Marktplatz vor dem Rathaus soll in den kommenden Jahren ungestaltet werden.

 

Viele neue und ausgezeichnete Restaurants, sowie das Hotel Alexander am Marktplatz, aber auch neue Pensionen garantieren einen angenehmen Aufenthalt in dieser Stadt.

 

Ausflugsziel der 20 km lange aufgestaute See der Mies zwischen Stribro und Pilsen.

Lohnenswert und schön für Kinder und Eltern, ein Ausflug mit dem Schiff auf dem See der Talsperre Hracholusky (Länge rund 25 km) im Sommer und im frühen Herbst. Mehrere Zufahrten über die ehemalige Europa Straße von Stribro nach Pilsen, gut ausgeschildert. Etliche Campingplätze liegen in ruhiger Lage am See.