Der Grenzübergang Bärnau führt nach Westböhmen 

Der Übergang in Bärnau ist nun für alle PKW` s und Busse ab dem 21.12. 2007 geöffnet! Auch bei Wanderungen gilt: Stets des Ausweis mitnehmen.

Erstmals tauchte der Begriff der "Goldenen Straße" in einem Bericht des Bärnauer Pflegers Hans von Uttelhofen im Jahre 1513 auf: "... königliche stras, die von Brage auß gen solt, (und auch) die "Gulden Straß" genant ist, die ... uff Nurmberg zu geth".

Vom alten Streudorf Vorder- und Hinterpaulsubrunn ist nichts mehr zu sehen. Die Böttiger Säule erinnert an den ehemaligen Kreisbaumeister Böttiger in Tachaus, der das Straßennetz ausbauen ließ.

Akt der Versöhnung nach dem Ende des kalten Krieges- die Erlaubnis zur Wiedererichtung des

ehamligen Friedhofes in Paulusbrunn

Rund 45 Jahre lag das Gebiet im Schatten der großen Politik am sogenannten "Eisernen Vorhang". Der Weg der einstigen Nachbarn war verschüttet. 1989 öffnete sich der längst verloren geglaubte Weg für die Menschen auf beiden Seiten der Grenze.

Die Originalroute unserer Altstraße (hervorragend geeignet und auch ausgeschildert für Wanderer und Radfahrer) führt nach Tachov. Der Weg verläuft von Vorderpaulusbrunn (Wittichtal), hier erinnern nur mehr der nach 1989 neu gefasste Friedhof und die alte "Böttigersäule" an das ehemalige Streudorf, dessen Kirche Ende der 60er Jahre gesprengt wurde, über Obora am Stausee, vorbei an Milire (am Brandner Hegerhaus) - Myto (Mauthdorf), Novi Mlyn (Neumühle) - zum ehemaligen Schloss der Fürsten von Windischgrätz nach Tachov (Tachau).

 

Svetce /Heiligen- europäisches Kulturdenkmal am Wag nach Tachov

Reithalle vor 1945

Nordwestlich von Tachov gelegen, ragen in malerischer Pracht die Ruinen eines ehemaligen Paulanerklosters, gleich einer Theaterkulisse, in den Himmel. Dazu gesellt sich ein unvollendetes Schloss der Grafen von Windischgrätz. Höhepunkt ist jedoch die unterhalb liegende Reithalle der Fürsten von Windischgrätz im neoromanischen Stil aus dem Jahre 1858.  Sie ist nach Wien die zweitgrößte ihrer Art in der ehemaligen Donau-Monarchie und damit in Mitteleuropa. Seit 1996 gehört sie der Stadt Tachov, seit 2000 wurde sie aufwändig restauriert, im Sommer finden Konzerte und Theaterspiele statt. Der Beitritt der Tschechischen Republik zu Europa wurde hier zusammen mit Vertretern des Landkreises Tirschenreuth im Mai 2004 eindrucksvoll gefeiert ( siehe Webseiten: Goldene Straße- europäische Straße). 2009- die Reithalle erstrahlt im neuen alten Glanz. 

Reithalle 1992

 

Reithalle 2010

Lage: Etwa 2 km vom Stadtzentrum Tachovs entfernt, liegt die ehemalige fürstliche Reithalle der adeligen Familie Windischgrätz.

1885 entwarf der Egerer Architekt Haberzettel den Bau nach den Vorstellungen von Fürst Alfred von Windischgrätz. Bereits nach vier Jahren war der Bau fertiggestellt, doch nur wenig genutzt. Nach 1945 kam der Bau in staatlichen Besitz und verfiel. 1981 war der Abbruch bereits beschlossene Sache. Eine Bürgerinitiative der Stadt setzte sich für den Erhalt ein. 1997 erwirbt die Stadt Tachau die Ruine im desolaten Zustand. Bis 2008 wurden 59 Millionen CZK investiert, der Ausbau ist nahezu abgeschlossen. Besichtigungen vorbestellter Gruppen sind jederzeit möglich. Auch werden bereits regelmäßige kulturelle Veranstaltungen in der Halle durchgeführt. 

Bei einem Besuch im Sommer 2010- welch eine Symbolik.

Neues Leben in Svetce- verspricht Hoffnung und Zuversicht.

Infos gibt es im Kulturzentrum Tachov. e-mail infocentrum(at)mkstc(dot)cz 

Heiligen heute- es grenzt an ein Wunder-"auferstanden aus Ruinen", so könnte der Titel lauten

 Mehr virtuelle Infos unter: http://www.virtualtravel.cz/jizdarna.html

 

Parken im Dorf, die Reithalle liegt 50 m davon, gehen Sie ein Stück des Weges hoch, dort liegt die Kulisse des ehemaligen Paulanerklosters vom Wald in Besitz genommen. Herbst und Winter bieten einen besseren Einblick. Intakt ist das ehemalige Schloss der Windischgrätzer, in dem eine landwirtschaftliche Schule untergebracht ist.

 

Das ehemalige Paulanerkloster mit Schlossteil. Gestiftet wurde es 1639 vom Besitzer der Tachauer Herrschaft, Johann Philipp Husmann von Nameda. Der Bau wurde erst nach seinem Tod in den Jahren 1656 - 69 durchgeführt. Mit der Säkularisation durch Kaiser Josef II. wurde das Kloster 1785 aufgelöst und der Familie Windischgärtz übereignet.

Foto - Als königliche Stadt wurde Tachov gut befestigt.

 

Tachov (Tachau) - königliche Stadt an der Goldenen Straße

Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt Tachau erfolgte 1115 in der Stiftungsurkunde des Klosters Kladrau. Schon vor dieser Zeit gab es eine Burgstätte, die 1131 durch eine landesfürstliche Burg im Auftrag des Přemislydenfürsten Sobislav I. ersetzt wurde. Die Stadt zählt somit zu einer der ältesten Siedlungsanlagen in Westböhmen. Tachau lag als "böhmisches Landestor" auf Befehl Kaiser Karl IV. nicht nur an der "Goldenen Straße", sondern auch an einer Altstraße, die zum Kloster Tepl führte.

Wenzel I. ließ die Stadt planmäßig ausbauen. Johann von Luxemburg  kaufte die Stadt 1332. Die strategische Lage des Ortes an der Grenze nutzend, erhielt der Ort eine Stadtmauer, die zum Teil heute noch besteht. Durch Karl IV. und den Verlauf der Straße von Prag nach Nürnberg über Tachov, erhöhte sich die Bedeutung des Weges. 1414 reiste Jan Hus durch Tachau nach Konstanz.Karl IV. ordnete Tachov seinem "Neuböhmischen Landen" zu.

Während der Hussitenkriege kam es um Tachov zu größeren Schlachten, und Belagerungen. Gegenüber standen sich die Kreuzritter und 1421 eroberten die Hussiten die Vorstadt. Hoch über der Stadt steht ein Hussitendenkmal. Es gibt auch eine kleine hussitische Gemeinde, ihr Gebetshaus liegt unterhalb der Wenzelskirche

Immer wieder wechselten die Besitzer, im 15. Jahrh. hatten die Guttensteiner das Sagen. Im 16. Jahrh. siedelte sich eine jüdische Gemeinde mit eigener Schule und Synagoge an. Tachov unterstützte den "Winterkönig" und verlor zur Strafe nach 1620 den Titel einer königlichen Stadt. Auch der 30-jährige Krieg ging nicht spurlos an Tachov vorbei. In den Jahren 1641 und 1648 wurde die Stadt viermal teilweise oder komplett von den Schweden niedergebrannt.

Kirchen in Tachov                          

Die Wenzelskirche mit romanischen und gotischen Elementen, ihre Ursprünge gehen in das Jahr 1150 zurück. 1830 - 1886 wurde sie zur Familiengruft der Windischgräzer umfunktioniert. Ende des 19. Jahrh. kam die Auflösung des Friedhofs und es erfolgte eine parkähnliche Umgestaltung, die bis heute besteht.

Die Franziskanerkirche mit Franziskanerkloster (heute Stadtmuseum) wurde zwischen 1451 und 1466 errichtet. Mit Deckengemälden des Tirschenreuther Malers Maurus Fuchs (1771 - 1848). Die barocke Kirche wurde im Inneren restauriert, hier hält die Orthodoxe Kirche ihre Gottesdienste.

Wahrzeichen der Stadt, der Turm der Erzdekanatskirche "Maria Himmelfahrt" aus der Zeit der Stadtgründung; 1329 als gotische Basilika fertiggestellt. Nach dem 30-jährigen Krieg wurde sie barockisiert. Um 1620 zerstörten radikale Lutheraner das Innere der Kirche, 1647-49 wurde sie wieder renoviert und erhielt eine neue Einrichtung. Die heute z. T. neogotische Beschaffenheit erfolgte im 20. Jahrh.

Am Ende des 2.Weltkrieges wurde Tachov durch Bombenabwürfe der Alliierten und durch Panzerbeschuss der Amerikaner schwer beschädigt, darunter auch die Pfarrkirche.

Das Schloss in Tachov

Nur ein Buckelquaderturm (1126) steht noch aus der romanischen Zeit des Schlosses am nordwestlichen Stadtplatz gelegen. Die Schweden zerstörten 1664 das Schloss. Die letzten Besitzer waren bis 1945 die Fürsten von Windischgrätz, die Umbauten im klassizistischen Stil durchführen ließen. Bereits im Jahre 1781 kamen sie durch Kauf in Besitz der Stadt. Alfred III. von Windischgrätz wurde 1893 österreichischer Ministerpräsident. 1945 mussten  die Fürsten das Land verlassen und zogen sich auf einen Gutshof im Allgäu zurück.

Perlmutterindustrie

Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in und um Tachau ein Industriezweig, der Knöpfe aus Perlmutt herstellte. Federführend für diesen Indurstriezweig war ein Herr Müller, ein Sachse, aus Adorf im Vogtland. Nach dem Krieg siedelte er nach Bärnau um. Daneben gab es eine berühmte Holzdrechslerei. Millionen von Holzperlen gingen von Tachau aus in die ganze Welt. Was die Perlmuttindustrie anbelangt, sie siedelte sich nach 1945 in Bärnau, etwa 15 Kilometer westlich, an. Viele Vorfahren der einstigen Fabrikanten stammten aus der Tachau und Umgebung.

Informationen Tachov

Nam Republiky 119      CZ 34701 Tachov

email: infocentrum(at)tachov-mesto(dot)cz                 www.tachov-mesto.cz

www.zlate-cesta.cz

 

Weiter führt der Weg nach Stribro