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Der Grenzübergang Bärnau führt nach Westböhmen 

Westböhmen wird in den gängigen Touristenführern stets mit den mondänen Kurbädern, wie Karlsbad, Marienbad, Franzensbad oder dem Bierstandort Pilsen erwähnt. Was dazwischen liegt, ist kaum bekannt, aber nicht uninteressant. Der Weg der Goldenen Straße durchdringt ein Gebiet, dass ebenfalls seine Reize und Kulturgüter besitzt. Besuchen Sie die Orte entlang der Altstraße von Tachov bis Rokycany in unseren Webseiten.

Westböhmen ist auch das Gebiet der Choden, einem slawischer Stamm, den die Premislyden Fürsten um die Wende des ersten Jahrtausends als Grenzwächter ansiedelten und mit enormen Freiheiten bedachten. Das Chodengebiet zieht sich von Tomaslice (Taus) hinauf bis Plana (Plan). Entrechtet wurden die Choden nach der Schlacht am Weißen Berg im Jahre 1620, sie kämpften auf der Seite des unglücklichen "Winterkönigs", die Habsburger bestraften dies unerbittlich.

Der Übergang in Bärnau ist nun für alle PKW`s ab dem 21.12. 2007 geöffnet! 

 Foto: Blick auf die Grenzstation, die seit dem 21.12.07 nicht mehr offiziell genutzt wird.

Erstmals tauchte der Begriff der "Goldenen Straße" in einem Bericht des Bärnauer Pflegers Hans von Uttelhofen im Jahre 1513 auf:

"... königliche stras, die von Brage auß gen solt, (und auch) die "Gulden Straß" genant ist, die ... uff Nurmberg zu geth".

Eine Urkunde aus dem Stadtarchiv Weiden, hierbei handelt es sich um einen Briefwechsel zwischen Tachau und Weiden, enthält ebenfalls den Namen "gulden stras". In einem Bericht des Bärnauer Pflegers Cristoff Gleissentaller aus dem Jahr 1524 heißt es, dass "her Albrecht von Sternberg, ... haubtmann zu Tachaw gewest, ... gar gleublich bericht, dass zu Brage in ainen salpuch gar aigentlich gefunden, das die strassen von Tachaw uff Bernaw gende gehaissen die gulden strassen".

Weitere Hinweise auf diesen Namen liefern Berichte der Amberger Regierung aus dem Jahre 1431.

Rund 45 Jahre lag das kleine Grenzstädtchen im Schatten der großen Politik am sogenannten "Eisernen Vorhang". Der Weg zum Nachbarn war verschüttet. 1989 öffnete sich der längst verloren geglaubte Weg für die Menschen auf beiden Seiten der Grenze.

Bild: Tachauer und Bärnauer bemühen sich um ein vielfältiges Miteinander. Hier in einer Diskussionsrunde im März 2006 auf der Silberhütte.

Die 2002 neu errichtete Grenzstation gilt als höchster Grenzposten der Oberpfalz. Von Sulzbach aus ist der Wanderer dem Wanderzeichen mit dem Böhmischen Löwen an die 90 Kilometer gefolgt. Hier liegt bei der Grenzstation der höchste Punkt der Goldenen Straße auf einer Höhe von 740 Metern. 400 Meter weiter befindet sich die europäische Hauptwasserscheide. Der nächste Grenz- übergang liegt rund 12 km entfernt in Mähring /Broumov.

 

Auch bei Wanderungen stets des Ausweis mitnehmen.

Die Originalroute unserer Altstraße ( hervorragend geeignet und auch ausgeschildert für Wanderer und Radfahrer) führt nach Tachov. Der Weg verläuft von Vorderpaulusbrunn (Wittichtal), hier erinnern nur mehr der nach 1989 neu gefasste Friedhof und die alte "Böttigersäule" an das ehemalige Streudorf, dessen Kirche Ende der 60er Jahre gesprengt wurde, über Obora am Stausee, vorbei an Milire (am Brandner Hegerhaus) - Myto (Mauthdorf), Novi Mlyn (Neumühle) - zum ehemaligen Schloss der Fürsten von Windischgrätz nach Tachov (Tachau).

 Svetce /Heiligen- europäisches Kulturdenkmal am Wag nach Tachov

Nordwestlich von Tachov gelegen, ragen in malerischer Pracht die Ruinen des ehemaligen Paulanerklosters, gleich einer Theaterkulisse, in den Himmel. Dazu gesellt sich ein unvollendetes Schloss der Grafen von Windischgrätz. Höhepunkt ist jedoch die unterhalb liegende Reithalle der Fürsten von Windischgrätz im neoromanischen Stil aus dem Jahre 1858.  Sie ist die zweitgrößte ihrer Art in der ehemaligen Donau-Monarchie und damit in Mitteleuropa. Seit 1996 gehört sie der Stadt Tachov und wird seit 2000 aufwendig restauriert, im Sommer finden Konzerte und Theaterspiele statt. Der Beitritt der Tschechischen Republik zu Europa wurde hier zusammen mit Vertretern des Landkreises Tirschenreuth im Mai 2004 eindrucksvoll gefeiert ( siehe webseiten: Goldene Straße- europäische Straße). 2009- die Reithalle erstrahlt im neuen alten Glanz.                                                               

 

Bild:

Das ehemalige Paulanerkloster mit Schlossteil. Gestiftet wurde es 1639 vom Besitzer der Tachauer Herrschaft, Johann Philipp Husmann von Nameda. Der Bau wurde erst nach seinem Tod in den Jahren 1656 - 69 durchgeführt. Mit der Säkularisation durch Kaiser Josef II. wurde das Kloster 1785 aufgelöst und der Familie Windischgärtz übereignet.

 

 

Bild unten: Die Reithalle "Heiligen- Svetce bei Tachov/Tachau.

 Etwa 2 km vom Stadtzentrum Tachovs entfernt, liegt die ehemalige fürstliche Reithalle der adeligen Familie Windischgrätz.

 1885 entwarf der Egerer Architekt Haberzettel den Bau nach den Vorstellungen von Fürst Alfred von Windischgrätz. Bereits nach vier Jahren war der Bau fertiggestellt, doch nur wenig genutzt. Nach 1945 kam der Bau in staatlichen Besitz und verfiel zusehens. 1981 war der Abbruch bereits beschlossene Sache. Doch eine Bürgerinitiative der Stadt setzte sich für den Erhalt ein. 1997 erwirbt die Stadt Tachau die Ruine im desolaten Zustand. 2000 beginnt die Rekonstruktion der ehemals zweitgrößten Reitschule der K&K Monarchie (nach Wien). Bis 2008 werden 59 Millionen CZK investiert, noch ist der Ausbau nicht gänzlich abgeschlossen. Besichtigungen vorbestellter Gruppen sind jederzeit möglich. Auch werden bereits regelmäßige kulturelle Veranstaltungen in der Halle durchgeführt. Infos gibt es im Kulturzentrum Tachov. e-mail infocentrum@mkstc.cz 

Heiligen heute- es genzt an ein Wunder-"auferstanden aus Ruinen", so könnte der Titel lauten

 

 

 

 

 

 

Mehr virtuelle Infos unter: http://www.virtualtravel.cz/jizdarna.html

 

 

 

 

 

 

Parken im Dorf, die Reithalle liegt 50 m davon, gehen Sie ein Stück des Weges hoch, dort liegt die Kulisse des ehemaligen Paulanerklosters vom Wald in Besitz genommen. Herbst und Winter bieten einen besseren Einblick. Intakt ist das ehemalige Schloss der Windischgrätzer, hier ist eine landwirtschaftliche Schule untergebracht.

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