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Landkreis Amberg -Sulzbach

Die Goldenen Straße tangiert lediglich die nördliche Oberpfalz mit den Landkreisen AS - NEW- TIR.

Nach Böhmen zog sich jedoch im Laufe der Jahrhunderte ein Netz von Handelsstraßen. So hatte Amberg, das von jeher wittelsbachisch war, auch Handelsanteile am Verkehr nach Böhmen. Mit dem Winterkönig kam es dann - wenn auch nur kurzfristig-  zu einer direkten Beziehung Amberg- Prag.

Informationen zur Oberpfalz

Die Oberpfalz reicht von der Donau bis fast zum Fichtelgebirge und vom Oberpfälzer Jura bis zur Grenze nach Tschechien. Sie umfaßt damit eine Fläche von 9690 qkm. Die Einwohnerzahl beträgt rund eine Million Menschen in drei kreisfreien Städten (Amberg, Regensburg und Weiden i. d. Opf.) und sieben Landkreisen (Amberg-Sulzbach, Cham, Neumarkt i. d. Opf., Neustadt a. d. Waldnaab, Regensburg, Schwandorf und Tirschenreuth). Mehr Informationen unter:      http://www.bezirk-oberpfalz.

Die Goldene Straße durch die nördliche Oberpfalz

Stetig steigt die B 14 – nahezu identisch mit dem Verlauf der Goldenen Straße von Mittelfranken kommend in Richtung Oberpfalz an. Durchquert wird zunächst die Ortschaft Weigendorf.

Oberpfalzgrenze an der Goldenen Straße Hartmannshof_ Weigendorf

Die Ortschaft Oed liegt direkt am » Fünf-Flüsse-Radweg (4.Etappe) in der Gemeinde » Weigendorf .
Die Oedmühle ist ein historischer Grenzpunkt des Nürnberger Landes zur Oberpfalz, ca. 20 km von Lauf und und 15 km von Sulzbach-Rosenberg. Zu erreichen über die B 14. Mit der Bahn: Station Hartmannshof (von Nürnberg 22 min) von der Bahnstation Fußweg nach Oed, ca. 20 Minuten. Tipp für Sportliche: ab Nürnberg über dem Pegnitzgrund per Fahrrad (40 km).Ebenso vom Bahnhof Weiden mit der Bahn stündlich nach Hartmannsdorf.

Historische Oedmühle- ihr Geschichte reicht zurück ins 14. Jahrhundert, der Zeit Karl IV. und seines Landes Neuböhmen

Ein Besuch der Oedmühle führt in die Zeit um 1368. So lange geht die Geschichte zurück, um 1820 wurde daraus ein Hammerwerk und aus dieser Zeit stammt auch die heutige Form. 1848 zeigt sich eine vielfältige Bewirtschaftungsform: Mehl- und Ölmühle, Glaspolier und Glasschleife. Ein Nebengebäude wurde von einem Farbfabrikanten aus Fürth zu einer Bronce - und Brokatfabrik umgebaut. Das heute denkmalgeschützte Gebäude ist sorgsam saniert. Von Mai bis Oktober gibt es nach Voranmeldung Mühlenführungen- auch für Schulklassen. Die historischen Gebäude im Erdgeschoss bestehen aus Gaststube (Platz für bis zu 35 Personen), Backstube und Küche.

Mühlentag 2011 an der Goldenen Straße

Zum 18. Deutschen Mühlentag hatte Familie Bräutigam in die Oedmühle im Ortsteil Oed von Weigendorf am Pfingstmontag 2011 eingeladen. Die interessierten Gäste kamen scharenweise aus Franken, der Oberpfalz und darüber hinaus. Und alle Besucher waren sich einig, der Besuch hat sich gelohnt. Die unter Denkmalschutz.stehende Mühle mit ihrem kompletten historischen Inventar ist sie ein Vorzeigegebäude an der Goldenen Straße zwischen Nürnberg und Prag.

Den Leitgedanken und die Identifikation der Familie Bräutigam: „Wir leben und arbeiten in der Mühle – und führen so die Tradition der früheren Nutzung fort“,

spürten die Besucher beim Rundgang durch das 5-geschossige ehrwürdige, liebevoll und vorsichtig sanierte Gebäude.  

Im Böhmischen Salbuch Karl IV. im 14.Jahrhundert in Sulzbach der Hauptstadt Neuböhmens geschrieben wurde erwähnt:  

 

„It.Lienhart Liechetensteiner hat drey huben zum Newenhofe (wahrscheinlich Nonnhof bei Fürnried) und ein „müle in der Öde“ und ein Fischwazzer ab den Etzelwanch und die vogtey zu Heuchling uber sechs gut, aber si ist sein burchut und ein gut zu Külsendorf “. Quelle: Das Böhmische Salbüchlein von 1366/68, Seite 104)

In ganz Deutschland öffneten am Pfingstmontag über 1000 Mühlen ihre Pforten. Da ist seit 2003 alljährlich die Oedmühle dabei. Sie verfügt über eine komplette Kunstmühle der Nürnberger Mühlenbauanstalt Johann Wolfgang Arold aus dem Jahre 1929 mit Trieur, stehendem Plansichter und 4 Walzenstühlen.

 Stets gibt es Zusatzattraktionen, diesmal wurden die Besucher eingeladen, ihre stumpfen Messer oder Scheren mitzubringen. Als Gast zum Thema “Altes Handwerk” hatte  ein fränkischer Scherenschleifer aus Stein bei Nürnberg ganz schön zu tun. Für Kinde gab es Fosiliensuche, mit Hammer, Meißel & Schutzbrille klopften die kleinen Gäste begeistert die Steine. Mit örtlichen Schmankerln wurden die Gäste verwöhnt.

 

 Weitere Infos: www.oedmuehle.net

 

 

 

 

 

 

Vorbei führt der Weg der einstigen Altstraße durch die Straßensiedlung Haid. Rechter Hand steht verloren ein verfallenes Wirtshaus, wer mag hier wohl schon Rast gemacht haben?

Leider blättert das Schild schon richig ab, die Schrift  ist kaum mehr lesenbar. Wir wird sich darum kümmern?

 

 

 

 

 

 

 

 

Sulzbach, Hauptstadt Neuböhmens

Die Anfänge der Stadt, gelegen an den Ausläufern des fränkischen Juras, gehen bis ins 9. Jahrhundert zurück. Schlackenhalden und Zunderreste deuten auf eine Besiedelung um 500 vor Christus hin, zu dieser Zeit hat bereits nachweislich die Gewinnung und Verhüttung von Eisenerz stattgefunden. Im 14. und 15 Jahrhundert erreichte der Erzbergbau seine größte Bedeutung. Die einstige „Maximilianshütte“, das größte Hüttenwerk Süddeutschlands, Stolz und Wirtschaftskraft der Stadt, existiert nicht mehr.

 

1934 werden die beiden Orte Sulzbach und Rosenberg zusammengelegt. Eine wechselhafte Geschichte bestimmte die Entwicklung, geprägt durch das längst ausgestorbene Geschlecht der Grafen von Sulzbach, einer der bedeutendsten Hochadelsfamilien des Reiches der Salier und der fränkischen Kaiser im Nordgau. Ihre verwandtschaftlichen Beziehungen reichten zu allen großen damaligen Fürstenhäusern. Ihr Wappen, sechs weiße Lilien auf rotem Grund, der Besitz reichte bis nach Niederbayern, Oberösterreich und Berchtesgaden. Einer der berühmtesten Grafen war der Sulzbacher Berengar. Um 1188 starben die Sulzbacher aus, ihre Besitztümer gingen an die Staufer und die verwandten Grafen von Hirschberg über. Geprägt haben die Stadt auch die Wittelsbacher Herzöge, 1777 endet das Herzogtum Sulzbach unter dem Wittelsbacher Karl Theodor (1724 – 1799). Seit 1837 gehört die Stadt zum Regierungsbezirk der Oberpfalz.

 

 

 

 

 

 

 

Sulzbach und Karl IV.

„Niemals zuvor war Sulzbach so bedeutend, wie im 14. Jahrhundert „...unter Karls beglückender Regierung hatte sich der Wohlstand der Stadt bedeutend gehoben...“, befand der Sulzbacher Chronist Georg Christoph Gack. In der Tat, hervorzuheben auf der Reise entlang der Goldenen Straße ist die bedeutende Stellung Sulzbachs zu Böhmen. 1349 erfuhren die Sulzbacher Karls besondere Gunst. Karl förderte besonders den Bergbau, überall im zugehörigen Land durften Bergwerke angelegt und nach dem geltenden Recht betrieben werden. Zollfreiheit erhielten sie vom Nürnberger Wein, keinerlei Zoll mussten sie für Waren aus Böhmen zahlen und 1355, im Jahre der Kaiserkrönung, erhob er das Sulzbacher Landgericht zum kaiserlichen Landgericht und Sulzbach zur Hauptstadt Neuböhmens. Das hatte zur Folge, dass der Reichtum der Stadt wuchs und die Altstadt beträchtlich erweitert wurde. Hier installierte Karl seine Zentralverwaltung, hier stellte er zirka einhundert, darunter für die Politik des Reiches, entscheidende Urkunden aus oder gab Privilegien in Form von weiteren Steuerfreiheiten. Hoftage in prächtigem Glanz wurden durchgeführt und mehrten den Ruhm der Stadt wie nie zuvor und je danach. In Sulzbach schrieben die Finanzbeamten des Kaisers 1366/68 das wohl bedeutendste Buch der damaligen Zeit, das „Böhmische Salbüchlein“. Ein Steuerbuch mit exakten Angaben über alle der böhmischen Krone zugehörigen Orte der 50er und 60er Jahre des 14. Jahrhunderts. Bedeutsam das Salbuch für die politische und kulturelle Geschichte unserer Region, enthält es reichen Quellenstoff und gibt Aufschluss über die Besiedelung unseres Raumes. Dem Sulzbacher Spital stiftete der Kaiser Ländereien und befreite es von jeglichen Abgaben. Karls 1361 geborener Sohn Wenzel und späterer Nachfolger erhielt den Titel und das Wappen eines Grafen von Sulzbach.

 

 

 

Am 12. Juni, so ist es aufgeschrieben, nahm der Kaiser an der Fronleichnamsprozession der Stadt teil. 1355 wies Karl der IV. die Vergrößerung der gotischen Pfarrkirche Maria Himmelfahrt um den heute existierenden Chor an. Im gleichen Jahr ließ der reliquiensammelnde Kaiser ein Stückchen vom Haupt des Johannes des Täufers und ein Fingerglied des Heiligen Burkhard aus Pilsen in die Pfarrkirche bringen. Das Langhaus wurde 1431 eingeweiht. Eine fast lebensgroße Steinplastik an der Südostseite des Chorbaues stellt den Hl. Wenzel dar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Hauptaltar, mit einem zweieinhalb Meter breiten und vier Meter hohen Altarblatt der Himmelfahrt Mariens, ist das letzte nachweisbare und großformatigste Werk des Malers Hans Georg Asam, Vater der berühmten Brüder Cosmas und Egid Quirin Asam. Im Sommer 1710 zog er nach Sulzbach, wo er für Herzog Theodor arbeitete. Am 5. März 1711 verstarb Asam in Sulzbach. In der Spitalkirche Sulzbachs gibt es ein weiteres Bild, das ein Gemeinschaftswerk von Vater und Sohn Cosmas zu sein scheint. Begraben ist Hans Georg Asam neben der St. Leonardskapelle, 1808 wurde sein Grab unwissentlich zerstört. Witwe und Sohn Egid lebten noch einige Zeit in Sulzbach.

  

Noch heute finden sich in Sulzbach bedeutsame Spuren aus der Vergangenheit und der Zugehörigkeit zur Böhmischen Krone. Mit einem Mauerring, Türmen und Toren. Die Stadt wurde durch Karl IV. befestigt, die zum Teil erhalten geblieben ist.

Im ebenfalls gotischen Rathaus aus dem 14. Jahrhundert am Rande des östlichen Marktes zeigt in einem Sgraffito im Rathaussaal den Einzug Karl IV. in die Stadt. An das Rathaus schließt sich ein zweigeschossiger Saalbau an. Seine prächtige Fassade ist über dem gotischen Eingangsportal mit einem reizvollen Chor geschmückt.

 

 

An der Außenwand des alten Gasthofs zur Krone, in dem der Böhmenkönig in der Stadt nächtigte, ist der silberne böhmische Löwe neben zwei weiteren Wappen mit Adlern – wahrscheinlich die Wappentiere Schlesiens und Mährens - heute noch zu sehen. Die Burg konnte er nicht nutzen, da sie durch einen Brand beschädigt war.  

Die heutige Schlossanlage erhielt ihre Form gegen Ende des 16. Jahrhunderts durch die Wittelsbacher.

Am Haus in dem Jan Hus 1414 übernachtete, erinnert eine Gedenktafel an diese Reise.

Sulzbach besitzt neben dem Wappentier am Markthaus eine weitere Verbindung nach Niederschlesien, dem heutigen Polen. In einem Teil des Schlosses wurde im Juni 1753 der Grundstein für ein Salesianerinnen Kloster gelegt. Stifterin war Eleonore Philippine, die Schwester der Königin von Sardinien, die in Sulzbach als Witwe lebte.

Für die Klosterkirche erbat die Stifterin als Patronien die Heilige Hedwig von Schlesien aus dem Geschlecht der Andechser Grafen, da sie an deren Festtag geboren und getauft wurde. Das herrliche Portal der Klosterkirche mit zwei Säulen trägt das Doppelwappen „Pfalz Sulzbach“ und „Hessen Rheinfels“. Das Hochaltarbild zeigt die Hl. Hedwig vor dem Kreuz. Die Verbindung zu Böhmen demonstrieren sechs große dekorative Gemälde ( 1730 )aus dem Leben des böhmischen Nationalheiligen Johannes von Nepomuk.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Blick vom restaurierten Sulzbacher Schloss ( erbaut in

dieser Form durch Pfalzgraf Ottheinrich ab 1589) erinnert etwas an die Sicht vom Prager Hradschin auf die Dächer der Altstadt

 

 

 

 

 

 

 

 Äußerst empfehlenswert, ein Besuch im Sulzbacher Stadtmuseum, einem der Schönsten seiner Art in der Oberpfalz. Hier wird die Entwicklung der Stadt in der Zeit Karls hervorragend im Modell präsentiert. Eine Abteilung widmet sich auch dem Erzbergbau und dem Ockerbergbau. Der Gebäudekomplex des Museums liegt in der Neustadt 14-16. Der Kern des Hauses dürfte im Rahmen der Stadterweiterung unter Karl IV. zwischen 1360 und 1390 entstanden sein.

 

Der Museumsleitung ist es gelungen, eine unverwechselbare über 1200 Jahre zurückreichende Kulturgeschichte auf einer Fläche von rund 1000 qm aufzuzeigen.

Öffnungszeiten: Di- So jeweils von 9 Uhr bis 12 Uhr und von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr.

für Gruppen auch nach Vereinbarung Telefon: 09661 / 510131

 (CHR)

 

 

Fotos: Die beiden Exponate im Sulzbacher Musuem zeigen die Verbindung zu Böhmen auf:

- das Prager Jesulein

- der Altar des Hl.Sebastian mit Akanthusaltar

 

 

 

Informationen:   Tourist-Info der Stadt:   Luitpoldplatz 25  in 92237 Sulzbach-Rosenberg Telefon: 09661 - 510110  www.sulzbach-rosenberg.de

Im Ortsteil Rosenberg steht das erste Bayerische Schulmuseum mit alten Schulsälen und Exponaten aus vielen aufgelösten Schulhäusern der gesamten Oberpfalz. Auf dem Annaberg mit der barocken Wallfahrts -kirche St.Anna ( 1676 ) wird um den 26. Juli die „Woizkirwa“, das Annafest gefeiert.

 

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