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Die Goldene Strasse durch den Landkreis Neustadt a.d.WN , seit jeher enge Beziehungen zu Böhmen

Kohlberg, Geleitstation an der Goldenen Straße

Von Hirschau her kommend führte der Weg rund fünf Kilometer beständig bergauf zur Kohlberger Höhe. Noch heute deutlich im Herbst und Frühjahr sichtbar, die Spuren der Wagen, die sich tief in den Boden eingegraben haben. Nebeneinander verlaufen sie in mehreren Hohlwegen, längst bewachsen von Bäumen.

 

 

Weit geht der Blick von den Höhen des Berges Kohlbergs (589 m ü.NN) dem Vogelherd, nach dem der Ort benannt wird, nach Osten. Hier verläuft der 12. Grad östlicher Länge. Im böhmischen Salbüchlein vollzieht sich in Kohlberg der Geleitwechsel. Die Soldaten des Pflegers auf der Burg Parkstein übernahmen die Garantie für die Sicherheit der Reisenden, natürlich gegen Bezahlung. Der heutige Markt, im 12. Jahrhundert gegründet, war einst im Besitz der Stauferkaiser. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als Erbe kam Kohlberg an die Wittelsbacher, im 14. Jahrhundert als Verpfändung an die Böhmische Krone. Kunsthistorisch ist auf die im romanisch und gotischen Stil erbaute evangelisch- lutherische Pfarrkirche St. Nikolaus am nordöstlichen Marktplatz hinzuweisen. Die katholische Kirche des Ortes, im neobarocken Stil, wurde 1915 erbaut . 

 

Bild:   Altarraum der evangelischen Kirche St. Nikolaus,  Kohlberg

 

 

 

Etzenricht

Über Hannersgrün, die Falkenthaler Mühle und die Brücke der Haidenaab führte die Goldene Straße durch den Ort Etzenricht. Urkundlich erwähnt im Jahre 1270 bildete der Kirchberg mit der 2003 neurenovierten protestantischen Kirche mit einem Ringwall das frühere Ortszentrum. Noch heute sind tiefeingeschnittene Hohlwege in Nord -Süd - Ausrichtung ersichtlich. Die heutige Verbindung zum Nachbarland Tschechien besteht in der einer großen Verdichterstation und einem Umspannwerk in dem Gas und Strom aus den Osten herangeführt und weitergeleitet werden.

Die ehemalige Trasse nach Weiden verläuft parallel zur dicht befahrenen Straße nach Mallersricht und von dort nach Weiden. Der markierte Wanderweg nimmt einen kleinen Umweg in Kauf und führt nach Weiden.

  

 Weiden profitierte von der Goldenen Straße ( siehe auch extra Webseite)

  

Die Beziehungen Weidens, der größten Stadt der nördlichen Oberpfalz zu Böhmen waren und sind bis heute von jeher sehr intensiv. Im Schnittpunkt der Magdeburger Straße und der Goldenen Straße gelegen, entwickelte Weiden sich im weitläufigen Naabtal mit seinem breiten Straßenmarkt und den systematisch angelegten Seitenstraßen zu einer weltoffenen Stadt. Vorbei an der Sparkasse in der Bahnhofstraße, den Markt, der Salzbrücke verlief die Goldene Straße in Richtung Altenstadt. Zu einer blühende Handelsstadt gelangte Weiden unter Karl IV. und das bis hin zum 30-jährigen Krieg.  Die Stadt Weiden wird in einer eigenen Seite dargestellt. Von Weiden führte der Weg über den späteren "Kapuzinersteig", der in etwa dem Radweg zwischen beiden Orten entspricht und parallel zur B22 / B15 verläuft nach.

 

Altenstadt a. d. Waldnaab besitzt eine Goldene Gasse -Zlata ztezka 

  

Die alte Rokoko Pfarrkirche Maria Himmelfahrt (einst Urpfarrei) mit romanischen Elementen ist ein Markierungspunkt auf dem Weg zur böhmischen Grenze. In Altenstadt fand unter Karl IV. der Geleitwechsel zwischen dem Pfleger von Parkstein und dem von Störnstein statt. Noch gab es keine Brücke, sondern nur eine Furt durch die Naab.

Seit 2008 geht der Wanderweg des OWV  mit dem Böhmischen Löwen durch die Goldene Gasse in Altenstadt. Unter der Patenschaft des Tschechischen Botschafters in Berlin wurde sie mit vielen Gästen aus Tschechien eingeweiht. Ihre Lage, zwischen der Grundschule und dem Kindergarten.Mehr Informationen unter "Weg der Goldenen Straße" dort befindet sich die Seite "Goldene Gasse".

Ob sich der ursprüngliche Name Traindorf  von der Bezeichnung Weg am Fahr- oder Triebweg ableiten lässt, ist historisch nicht gesichert. Sicher gabe es drei Ortsteile: Traindorf, eine Siedlung um die alte Kirche und eine kleine Ansiedlung von Bauernhäusern am aufgelösten Bahnhof.  Sicher ist, dass der Ort seit altersher zur Herrschaft Störnstein - Neustadt gehörte. In alten Urkunden heißt es antiqua civitas, es wird jedoch bezweifelt, dass es je Stadtrechte gab. Bis ins 19. Jahrhundert war der Straßenort rein landwirtschaftlich geprägt. Mit dem Bau der Eisenbahn 1861- 1864 von Weiden nach Eger, kam der wirtschaftliche Aufschwung, zwei große Glasfabriken veränderten das Dorf, in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts arbeiteten über 1000 Menschen in der Glasproduktion. Die hier produzierten böhmischen Überfanggläser sind unter Kennern heute noch gefragt. 

In der protestantischen Zeit (1539 - 1627) regierten die fränkischen Heidecker in Neustadt, Georg und Felicitas von Heideck sind in der Altenstädter Kirche beerdigt, zwei Epithapien stehen im Hochaltarraum. In Raudnitz bei Prag finden sich heute noch Unterlagen im Lobkowitzer Archiv über diese Zeit. Unter Fürst Adalbert von Lobkowitz wurde 1627 mit Hilfe der Jesuiten die Gegenreformation eingeleitet, das Patronat St. Martin wich dem der Maria Himmelfahrt. Oft musste die Kirche umgebaut und renoviert werden, in der böhmischen Lobkowitzer Zeit unterstützten die Fürsten die Sanierungsarbeiten.

  

Leider verborgen durch einen bepflanzten Wall um das Anwesen des Süßenloher Weihers steht ein altes Mauthaus aus böhmischer Zeit. Der Mauthner Johann Eckstein war zugleich Lobkowitzer Dorfrichter.

Am alten Mauthaus führte eine Altstraße  die sog "Eisenstraße" von Amberg kommend über Freihung, Tanzfleck, Kaltenbrunn, Mantel, Hütten, Parkstein, Buch, Altenstadt,Neustadt vorbei und mündete in die Goldene Straße ( Ortschronik Bärnau, 1970 ).

 

Ein Blick lohnt sich in die Anton- Wurzer- Stube des örtlichen Heimatvereins im alten Forsthaus. Anton Wurzer, in Altenstadt geboren, zählt zu den bekanntesten Heimatdichtern der Oberpfalz. In einer Ballade beschreibt er mit düsteren Vorahnungen den Weg des Winterkönigs nach Prag. Im Herbst 2010 begannen die Umbaumaß- nahmen des alten Schulhauses am Friedhof in ein Heimatmuseum, das zirka 2015 fertig sein soll. Am Konzept wird noch gearbeitet.

 

Bild: Vor dem Rathaus die Altenstädter Fahne mit dem Lobkowitzer Adler und dem Pflug der Rabensteiner. 

 

 

Die Wallfahrtskirche zur Mutter Anna auf dem Mühlberg (heute führt unter ihr der Tunnel der A 93 Autobahnausfahrt NEW - Nord hindurch) gehört zur Pfarrei Altenstadt.  Auch sie wurde in den letzten Jahrhunderten immer wieder von Pilgern aus Böhmen besucht. In vielen Kirchenführern wird sie - weil etwas versteckt - gar nicht erwähnt . 

 

Bild: Das Innere der Mutter Anna Kirche, links ein Akanthusaltar

   

 

 

 

Neustadt an der Waldnaab, böhmisch bis 1806 / 07   

Ins Licht der Geschichte trat die heutige Kreisstadt im Jahre 1218. Graf Heinrich von Altendorf verpfändete den Ort an seinen Verwandten Heinrich von Ortenburg bei Bamberg. Die eigentliche Gründung dürfte bereits ins Jahr 1150 zurückgehen. Kaiser Ludwig der Bayer gab 1339 Neustadt das Recht Wochenmärkte und Jahrmärkte abzuhalten.Durch Heirat Karl IV. mit der rheinischen Wittelsbacherin Anna von der Pfalz 1353 war die "Herrschaft Neustadt - Sternstein - Altenstadt" über viele Jahrhunderte mit der Krone Böhmens verbunden.

Neustadt erlebte unter dem Böhmenkönig und Kaiser Karl IV. aus dem Hause Luxemburg einen enormen Aufschwung.  1553 erwarb er Neustadt und Störnstein endgültig als böhmisches Kronlehen mit großer Selbständigkeit.

Neustadt erweiterte er 1358 durch eine Vorstadt, "die Freyung", die eine eigene Gemeinde wird. Damit sollte die zu klein gewordene gemauerte Stadt erweitert werden. Um die Finanzierung zu gewährleisten, erhielten die Bürger 10 Jahre Zins- und Steuererlass. Noch heute besitzt der genannte Ortsteil einen geräumigen gleichmäßig angelegten und von ähnlichen Häusern umrahmten トStadtplatzモ, der nach Karl トzum gemeinen Nutzen aller Kaufleute willenモ errichtet wurde. Erst 1559 wurde der selbständige Ortsteil durch einen Vertrag mit der Stadt zusammengeschlossen . 

  

 

  

  

Bild:   Barocke Pfarrkirche St. Georg in Neustadt/WN in der Weihnachtszeit 

Rechts: Nepomukaltar, Zeichen böhmischer Verbundenheit   

 

 

Holzrecht für Neustädter Bürger 

Weiterhin gab der Böhmenkönig den bedürftigen Bürgern der Stadt am Freitag nach dem St. Jakobstag 1354 in einer Verfügung das Recht "auf ewige Zeiten Holz zum Brennen und zur anderen Notdurft" zuerhalten, "ein staatlicher Eingriff habe tunlichst zu unterlassen".  Im Grundsteuer- und im Liegenschaftskataster  der Stadt ist die genossenschaftliche private Einrichtung seit über 600 Jahren vermerkt.

 

Das Holzrecht kann nicht veräußert werden und ist jeweils mit dem zugehörigen Haus verbunden. Die Urkunde des Kaisers liegt im Original im Stadtarchiv der Stadt, trägt keine Unterschrift, aber das Siegel. Ein Duplikat hat die Corporations -gemeinschaft.  Als Bekräftigung seines Wortes hinterließ Karl 1354 einen Pfand Handschuh als Faustpfand, der im Original und mit Expertise versehen, noch heute im Stadtmuseum zu bewundern ist. Sicher gibt es nicht viele Schenkungen in unserem Land, die eine  derart lange Epoche unverändert überstanden. Der Handschuh hatte auch einen Platz in der Landesausstellung 2007 in Zwiesel.

 

                                                                                

1374 erhält die böhmische Familie Pflug von Rabenstein   durch Verpfändung das Lehen Neustadt- Störnstein. 1380 gibt Hintzig Pflug von Orlik als Pfleger oder sogar als Besitzer im Namen des Kaisers den Altenstädtern und Neustädtern gleiche Rechte. Das Wappen der Pflug ist noch heute im Gemeindewappen von Altenstadt.

    

Zeit der Lobkowitzer 

Im Oktober 1562 sollte eine neue und glanzvolle böhmische Epoche für die heutige Kreisstadt beginnen. Das Geschlecht der Lobkowitzer, an der Spitze Ladislaus II. Popel von Lobkowitz , vom Rang her Obersthofmeister im Königreich Böhmen erhielt Neustadt vom Habsburger Kaiser Ferdinand I. verpfändet. 1575 werden in einer Urkunde im Archiv der Lobkowitzer Störnstein und Neustadt als zwei Herrschaften gesehen.

Bild:    Popel von Lobkowitz im Stadtmuseum, in dem auch der         Originalhandschuh Karl IV. aufbewahrt wird.

  

  

 

 

 

Das Lehen der Heidecker wurde nicht mehr verlängert. 1641 erhebt Kaiser Ferdinand III. die Herrrschaft "Sternstein-Neustadt" zur gefürsteten Grafschaft.   Mit diesem Besitz erhielt die einflussreiche böhmische Adelsfamilie aus dem gleichnamigen Dorf Lobkovice bei Melnik an der Elbe nicht nur ein eigenes Fürstentum in Bayern, sondern zugleich auch Sitz und Stimme beim immerwährenden Reichtstag in Regensburg. 

Aus der Reihe der Fürsten muss Zdenko-Adalbert Lobkowitz und seine Gattin Polyxena von Rosenberg, geborene Pernstein, erwähnt werden. Sie brachte den Besitz ihrer Vorfahren, Schloss Raudnitz, das Palais Lobkowitz auf der Prager Burg und die Burg Schreckenstein in Böhmen mit in die Ehe ein. Sie war es, die die böhmischen Edelleute, die den Prager Fenstersturz 1619 verursachten, in ihrem Haus verborgen hielt. Diese Polyxena verbreitete den Ruf des weltberühmten Prager Jesuleins, ein spanisches Geschenk anlässlich des ersten Hochzeitstages. Heute ist es in der Karmelitenkirche St Maria Viktoria auf der Prager Kleinseite zu sehen, auch in der Oberpfalz hielt es Einzug.

  

  

Bild: Das Prager Jesulein im Museum der Stadt Neustadt

  

  

1806/1807 endete die böhmische Beziehung infolge der Rheinbundakte endgültig. Fürst Franz Joseph von Lobkowitz verkaufte 1807 die Herrschaft Neustadt ヨ Störnstein , zu der auch Altenstadt gehörte , an den Bayerischen König. Verkauft wurden auch die Privatbesitzungen Wöllershof, Hammerharlesberg und Satzberg an Bayern. Im alten und neuen Schloss ist heute das Landratsamt untergebracht. Ausgedehnte Kellergewölbe, historische Holzkonstruktionen, farbenprächtige Vedutenmalerei und Rokoko Dekor kamen im Laufe der Jahrzehnte zum Vorschein. Hinter dem Schloss findet sich ein neuangelegter Barockgarten. Teile einer mittelalterlichen Stadtmauer, ein ehemaliger Zwingerturm bilden eine Abgrenzung.

  

  

Die Lobkowitzer Kulturfreunde haben sich zur Aufgabe gestellt, die alten Verbindungen zu pflegen, sie aufrecht zu erhalten und kulturelle Beiträge zu leisten. www.lobkowitz.de

Am 17.09.06 organisierten sie zusammen mit Landrat Simon Wittmann, einen Festakt "200 Jahre Neustadt-Störnstein" in Bayern. Den beeindruckenden Festvortrag hielt der Historiker, Prof. Konrad Ackermann, aus Ilsenbach.

 Bild: Die Lobkowitzer Garde aus Störnstein. Der erste Herr  im Anzug rechts, ist Fürst J. von Lobkowitz aus Pilsen.   

 

 

 

 

 

 

 

 

 Kloster St. Felix

In die Zeit der Lobkowitzer fällt der Bau der barocken Kirche St. Felix im Jahre 1746. Das kleine Kloster entstand allerdings erst 1925. Waren es von da an Franziskaner Minoriten aus dem Mutterhaus in Würzburg, wird es seit 2001 durch Personalmangel von polnischen Patres des gleichen Ordens mit Erfolg unterhalten.1783 begann nach etlichen Wundertaten in der Nähe des Gnadenbildes der Bau der jetzigen Kirche, der Innenausbau dauerte bis 1756. Die Statue des St. Felix im Hochaltar wurde 1712 im böhmischen Tachau gefertigt.

  

Zoigl Bier in Neustadt  

Wer jedoch so richtig Durst hat, dem sei das in der nördlichen Oberpfalz berühmte Zoigl -Bierempfohlen. In Neustadt wird es in den Gaststätten Zum Waldhauser, D`Neustädter Stub`n und anderen Zoiglstuben ausgeschenkt. Der Zoigl ist ein untergäriges Bier, das nach alter Brauweise hergestellt wird. Nach zehntägiger Gärungszeit wird das Bier in Fässer abgefüllt, in denen es noch mehrere Wochen gärt. Jeder Brauer hat sein eigenes Rezept, das Braurecht reicht in manchen Orten bis 1415 zurück. In Neustadt selbst wird kein Zoigl mehr gebraut, das hier ausgeschenkte Bier kommt aus der zehn Kilometer entfernten "Hauptstadt des Zoigls", dem Ort Windischeschenbach. ( Mehr Informationen im Zoiglführer des Tourismusbüros Neustadt ) .

 Störnstein, einst Sitz der böhmischen Pfleger

Die nicht mehr existente Burg Störnstein mit dem gleichnamigen, heutigen 900 Einwohner zählenden Ort, ist von jeher eng verbunden mit der Goldenen Straße. Für die Garantie des sicheren Geleits bis zur Grenze nach Bärnau war der Pfleger der örtlichen Burg zuständig. Diese lag auf einer Höhe von 450 Meter über dem Tal der Floß auf einem Granitfelsen. Nur mehr der Begriff Schlossberg erinnert daran.

Von der Burg blieb nur die kleine ursprünglich romanische Burgkapelle St. Katharina bis 1934 stehen. Dieses Kirchlein trat in die Literatur ein.  In Schillers Wallenstein fand bei Neustadt eine Schlacht zwischen den Schweden und den kaiserlichen Heeren statt. Bei Schillers Held Piccolomini finden wir eine Stelle, wo der schwedische Hauptmann der Tochter Wallensteins, Thekla, Braut des gefallenen Piccolimini die Todesnachricht überbringt. Thekla: Wo ist sein Grab ? Hauptmann: In einer Klosterkirche bei Neustadt ist er beigesetzt, bis man von seinem Vater die Nachricht beigezogen.  Thekla: Wie heißt das Kloster? Hauptmann: St. Katherinenstift.

Mit Stolz blickten die Störnsteiner 1999 auf eine 250 Jahre erhaltene Verbindung zum böhmischen Nachbarn zurück. Groß wurde dieses Ereignis gefeiert: 250 Jahre Grenadier Garde Sternstein und 10 Jahre Historisch hochfürstlich Lobkowitzische Grenadier Garde der Gefürsteten Grafschaft Sternstein.   

  

Bild: Vom Rastenhofweg ( Originalroute der Goldenen Straße) aus, grüßt bereits die Wallfahrtskirche St. Quirin.

  

Die Lobkowitzer Wallfahrtskirche St. Quirin

St. Quirin gilt als ein Juwel der heutigen Oberpfälzer Wallfahrtskirchen. Warum die Kirche auf dem Botzersberg dem Hl. Quirin geweiht wurde, liegt im Dunkel der Geschichte. Denn der Viehpatron, dessen Gebeine in Neuß am Rhein ruhen, war in der Oberpfalz sicher kaum bekannt. Um 1606 kamen die ersten Wallfahrer schon aus Eger. Viel Wundersames wird berichtet, viele Geschichten über Generationen weiter erzählt und manche auch aufgeschrieben. Die ersten großen Prozessionen aus der Umgebung kamen in der Zeit um 1656, rund 3000 Personen wallfahrten zum Botzersberg. Noch heute sind in der Nebenkapelle der Kirche zwei Votivtafeln aus Eger mit der Jahreszahl 1657 vorzufinden. 1678 setzte der Bau der jetzigen Kirche ein. Der Lobkowitzer Baumeister Antonio Porta entwirft den Plan. Kunsthistorisch hat die Rokokokirche viel zu bieten. Die Verbindung zu Böhmen demonstriert der prächtige Akkanthusaltar, gestiftet von Fürst Ferdinand von Lobkowitz und seiner Gattin Anna Maria Wilhelmine, Markgräfin von Baden. Die Orgel trägt die Jahreszahl 1692 und stammt aus der Bibliothek des Lobkowitz Palais in Prag .

  

Ilsenbach in der Gemeinde Püchersreuth

Püchersreuth ist der Gemeindesitz, vis a vis liegt das kleine Dorf Ilsenbach, es kann ebenfalls auf eine böhmische Zugehörigkeit verweisen. 

 

Den Lobkowitzern gehörten die Kirche und sechs weitere Häuser.

Das Landsassengut, so das Kuriosum, gehörte den Wittelsbacher Pfalzgrafen zu Amberg. Erstmals erwähnt wird es 1147, und 1661 nach einem Brand neu errichtet. Der böhmische Teil des Ortes war katholisch, der pfälzer Teil protestantisch oder calvenistisch- トcuius regio, cuius religio. 

 

Oft waren zwei Pfarrherren von den Gegenparteien eingesetzt. Der Streit zwischen den beiden Herrschaften endete erst 1807, als Ilsenbach bayerisch wurde.

   

Das Alter der kleinen trutzig wirkenden Dorfkirche St. Johannes Baptist in Ilsenbach inmitten des Dorffriedhofs stehend, ist nicht mehr zu bestimmen. Der schlichte Hochaltar im Presbyterium stammt aus der Zeit um 1670, der Marienaltar mit seinem geschnitzten Akanthusrahmen von 1720.    

 

 

 

Aufwendig restauriert wurde die Kirche St. Johannes in Ilsenbach. Im Sommer erfolgte die Einweihung durch

Bischof Ludwig Müller aus Regensburg.

 

  

 

 

Skulpturen- Rundwanderweg Ilsenbach  

Wer etwas Zeit mitbringt, dem ist der Skulpturen- Rundwanderweg Ilsenbach zu empfehlen, der sich durch das Schlatteintal unterhalb des St. Quirins befindet. Acht heimische Künstler haben im Einklang mit der Natur ein romantisches Erlebnis mit großer Ausdruckskraft geschaffen. Für Gruppen sind sogar Führungen möglich. Eine Einkehr im ökologischen Bauernhof "Federkiel" bei der Familie Kriechenbauer in Rotzendorf rundet die Wanderung vortrefflich ab. http://www.cafe-federkiel.de/

 

Anschließend geht der Weg der Goldenen Straße weiter: Für den Wanderer ist der Weg von Rotzendorf über den Auerberg, der Pension Waffenhammer     www.Waffenhammer.de   

der Familie Eckstein nach Wildenau und weiter nach Schirnbrunn und Schönkirch zu empfehlen. Seit 2012 leider geschlossen

 

Der OWV Wanderweg, ausgeschildert mit dem Böhmischen Löwen, nimmt eine andere Trasse und der Autofahrer bevorzugt den Weg in Richtung Plößberg, Bärnau.

 

Informationen zum Landkreis Neustadt/WN:

Tourismus: Stadtplatz 34 92660 Neustadt/WN

Telefon: 09602 - 79105  info@neustadt.de

www.neustadt.de

 

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