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Von Sulzbach über Hahnbach, Gebenbach nach Hirschau

Hahnbach und sein Radträgerdenkmal

 

Der Markt Hahnbach, urkundlich erstmals 1121 erwähnt, besitzt heute noch zwei Stadttore aus der Zeit des Mittelalters. Wie einst die Goldene Straße, führt heute die Bundesstraße 14 durch den Ort, der sich aus einem Straßendorf in der Vilstal- und Auenlandschaft, umrahmt von sanften Hügeln entwickelte. Die spätgotische Pfarrkirche St. Jakob mit einem Taufstein aus dem Jahre 1556 verweist auf den bekannten Pilgerweg , der nicht selten mit seinen Nebenwegen die Routen von Altstraßen nutzte.

 

 

Die Kirche, 1434 errichtet gehört zu den bedeutendsten Bauten der Gotik im Landkreis Amberg-Sulzbach.

 

Der mächtige Turm stammt aus dem Jahre 1521, allein 17 Jahre dauerte es, bis er fertig war. Sechs wertvolle Fresken aus der Zeit um 1450 bis 1500 sind hinter dem großen Hochaltaraufbau zu sehen.

 

 

 

 

Witzige Geschichten umrankt das „Radträgerdenkmal“ des Ortes. Vor und nach dem 2.Weltkrieg so wird erzählt, trugen fremde Radfahrer ihre Fahrräder durch Hahnbach. Schuld daran soll das schlechte Pflaster des Ortes gehabt haben, die Reifen sollten geschont werden. Jene waren in dieser Zeit sehr teuer oder schlecht zu bekommen. Andere behaupten, dass die auswärtigen Radler die Hahnbacher höhnisch auf ihr holpriges Pflaster aufmerksam machen wollten.

 Info: www.hahnbach.de

info@aove.de

www.aove.de

 

 

 

 

Gebenbach über 850 Jahre alt

Eine Ortskarte erinnert an die böhmische Zeit und die „Goldene Straße“. Urkundlich wird Gebenbach erstmals 1138 als „Gempach“ erwähnt, die Ansiedlung dürfte jedoch auf eine fränkische Gründung im 9. Jahrhundert zurückzuführen sein dürfte, da sich damals die Siedlungsbewegung über Sulzbach kommend nach Osten ausbreitete. Jahr 1988 wurde die 850-Jahr-Feier groß gefeiert.

Die moderne Pfarrkirche mit gotischem Chor steht auf den Grundmauern einer ehemaligen romanischen Kirche aus der Karolinger Zeit. Im Jahre 1974 stieß man beim Neubau der Pfarrkirche auf Grundmauern eines romanischen Kirchleins aus der Karolingerzeit (687 bis 869 n. Chr.) in den Ausmaßen 12,6 x 6,2 Meter, die Mauersteine zählen zu den ältesten archäologisch erforschten Kirchenfundamenten der Oberpfalz zählen dürften. Das Kirchenpatrozinium St. Martin ist ein weiterer Fingerzeig auf die Besiedelungsgeschichte, 1286 wird Gebenbach Pfarrei. Im Jahre 1138 übereignet Bischof Otto I. von Bamberg; Gebenbach dem von ihm gegründeten Kloster Prüfening bei Regensburg. Die grundherrschaftlichen und pfarrlichen Bindungen Gebenbachs an Prüfening dauerten bis zur Aufhebung des Klosters bei der Säkularisation.

 

Die Lage an der Handelsstraße hatte nicht nur wirtschaftliche Vorteile; von den Hussiteneinfälle über Erbfolgekriege bis hin zum 30-jährigen Krieg; die Bevölkerung war stets Plünderungen, Raub und Mord ausgesetzt

 

Mit dem Spätmittelalter kam die Gerichtsbarkeit ans Landgericht Amberg, ein Prangereisen am Gemeindeturm verweist noch heute an diese Zeit. Im Süden steht die „Mauskirche“, eine barocke Wallfahrtskirche.

Die jetzige politische Gemeinde Gebenbach setzt sich aus den drei Orten Gebenbach, Atzmannsricht und Kainsricht zusammen,

Informationen unter:   www.gebenbach.de 

info@aove.de

www.aove.de

 

Hirschau, Schnittpunkt der Goldenen- und Verbotenen Straße

In den Jahren 805 – 1041, zur Zeit Karl des Großen, seines Sohnes Ludwig des Frommen bis hin zum Frieden von 1041 durch Herzog Bretislaw, waren die Straßen nach Böhmen Heerstraßen, erst dann wandelten sie sich um in Handelsstraßen, die dem Wohlstand beider Völker dienten. Zur Sicherung der Reisenden und Güter wurde der Geleitschutz befohlen. Hirschau, erstmals 1271 urkundlich erwähnt, hat der Goldenen Straße seinen wirtschaftlichen Aufschwung im Mittelalter zu verdanken. "Hierzowe" wurde der Ort 1296 genannt, wechselhaft seine Herrschaften, nach den Sulzbacher Grafen und dem Besitz der 1305 ausgestorbenen Grafen von Hirschberg wurde er bayerisch, kurpfälzisch, böhmisch und mittelbayerisch.

 

Im frühen Mittelalter führte die Handelsstraße von Nürnberg – Sulzbach – Hirschau – Wernberg nach Osten. Diese Straße ist spätestens zwischen 1034 – 1055 durch die Besetzung Herzog Bretislaw I. von Böhmen nachgewiesen. Im Vertrag zu Pavia

( Oberitalien ) wurde Hirschau 1329 den Wittelsbacher Pfalzgrafen am Rhein zugesprochen. Der Fernhandel lief ab der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts zum größten Teil über Weiden, die Strecke über Wernberg wurde jedoch aufgrund der Kriege immer wieder vorgezogen; sie war nicht nur kürzer, sie hatte auch weniger Zollstationen. Am 30. Januar 1367 verfügte Karl IV. , dass die an Hirschau (Hirssawe) vorbei führende Straße durch die Stadt selbst gehen solle.

Die über Hirschau – Pfraumberg gehende Straße wurde lange Zeit die „Pragerstraße“, die über Weiden und Tachau gehende als „Tachauerstraße“ bezeichnet. Treffpunkt im Osten Kladrau – im Westen Hirschau.

 

Direkt an der Goldenen Straße vis a vis dem Rathaus gelegen, die "Goldene Galerie". Schauen Sie mal doch mal unverbindlich hinein: www.goldene-galerie.de


 

1353 verpfändeten die Wittelsbacher Hirschau an Karl IV., eine Urkunde vom 5.April 1355 weist auf ihre Zugehörigkeit zu Böhmen hin. Groß dürfte Hirschau in dieser Zeit nicht gewesen sein. Nach Aussage des Böhmischen Salbüchlein, dem Steuerbuch Karl IV. gab es 1366/68 neben den beiden Zentren Neuböhmens Sulzbach und Rothenberg auch den Amtssitz „Hirschau mit der Stadt“. Die Steuern Hirschaus wurden auf den Rothenberg geliefert. Inhaber der böhmischen Amtssitze waren „Burggrafen“ oder „Pfleger“. Das Geleit auf der Goldenen Straße ging von Sulzbach bis Hirschau, hier vollzog sich der Wechsel bis Kohlberg. An der stadt- und landesherrlichen Zollstation mussten die Kaufleute ihren Tribut abgeben. Karl genehmigte die Abhaltung eines Wochenmarktes und eine Steuerbefreiung für neue Bewohner, was eine Vergrößerung des Ortes mit sich brachte.

 

Hirschau war zu Beginn des 14. Jahrhunderts stark befestigt und durch drei Stadttore gesichert, die jedoch nicht mehr existieren. Noch heute sind diese drei Eingänge zum Markt ersichtlich und markant. Die endlos scheinende Hauptstraße der Stadt mit dem weiten Marktplatz ist eingerahmt von eher bescheiden wirkenden Bürgerhäusern. Viele Brände in den letzten Jahrhunderten haben die historische Bausubstanz vernichtet. Reste der im 14. Jahrhundert begonnenen Befestigung sind noch zu finden. Aus dem im Jahre 1458 erbauten Schloss im Osten entstand ein Hotel mit einer Schlossbrauerei . Stolz darf Hirschau auf das über 400 Jahre alte freistehende Rathaus ( 1562) mit seinen Treppengiebeln und seine Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“ ( 1596 ) sein

 

Von Husserla und Wenzelbirnen

1415, so wird berichtet, wurde auf dem Markt Hieronymus von Prag, ein Freund von Jan Hus auf der Durchreise erkannt. Man nahm ihn fest und brachte ihn nach Konstanz, wo er das gleiche Schicksal wie Hus erlitt, den Tod am Scheiterhaufen. Die Hirschauer Sagen über Karl IV. und dessen Sohn Wenzel sind bedeutsam für diesen Ort an der ehemaligen Goldenen Straße und haben Einzug in das deutsch - tschechische Lesebuch „Sagenhafte Goldene Straße“ gefunden. Aus diesen Sagen entstanden teilweise die berühmten „ Hirschauer Stückl`n“, in früheren Lesebüchern, gern als Schelmenstreiche aufgenommen.

Noch heute gibt es in der älteren Bevölkerung Erinnerungen an die Böhmische Zeit. Zum einen die Reise das Jan Hus durch Hirschau. Das tschechische Wort „Hus“ heißt übersetzt „Gans“, merkwürdig, die alte Generation der Hirschauer, die durchaus noch ihre Martini- und Weihnachtsgänse selbst füttert, lockt ihre Gänslein am Abend mit den Worten: „Husserla, Husserla, kummts eina....“ in den sicheren Stall. Zum anderen, reiften im 19. Jahrhundert in einigen Hirschauer Obstgärten die sogenannten „Wenzelsbirnen“ und am nahen Enzelberg- oder auch Wenzelberg, soll der unglückliche abgewählte Kaiser als Geist umhergehen.

 

Hirschau wird die „Stadt der Weißen Erde“ genannt. Ein 150 Meter hoher Abraumberg aus Kaolinsand für die Porzellanherstellung, im Volksmund "Monte Kaolino“ genannt, lädt zum Sandskifahren im Sommer ein.

 

 

Der Wanderweg des OWV- ausgeschildert mit dem „Böhmischen Löwen“ führt auf guten Wegen nach Kohlberg. Unterwegs sind die Spuren nebeneinander liegender Hohlwege aus dem Mittelalter noch deutlich zu sehen. (CHR)

 

Bild: Eine Wandergruppe unter der Leitung von Herrn Flammersberger.

 Info: www.hirschau.de

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