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Die Prager Burg, Machtzentrum Karl IV. mit dem Veitsdom und den Burghöfen

Die Prager Burg auf dem Hradschin

 

 

Die gleichnamige Stadt Hradschin gründete durch Drängen des Prager Burggrafen Johann von Luxemburg nach seiner Thronbesteigung, sie blieb stets die Kleinste der Prager Städte. In der Hussitenzeit versank sie in Schutt und Asche

Den Ausbau des Veitsdoms, der anstelle einer romanischen Basilika des 11. Jahrhunderts begonnen wurde, initiierte am 21. 11.1341 Johann von Luxemburg. Grund war die Errichtung des Erzbistums Prag im Jahre 1344 und somit die Loslösung von Regensburg. Gänzlich fertig gestellt wurde der Dom erst 1385. Das heutige Gesamtbild jedoch erst 1929.

 

 

Repro: Siegel Johann von Luxemburg

 

 

Der St. Veits Dom

 

Für seinen Sohn Karl hatte der Bau machtpolitische Gründe, er strebte für Prag ein Erzbistum an. Aus seiner Zeit in Paris wusste er, dass nur ein monumentaler Kirchenbau der Stellung eines Erzbischofs würdig war und im gotischen Stil erbaut werden musste. Dieser Stilrichtung war er in Frankreich im Übermaß begegnet. Doch Karl hatte noch mehr mit diesem Dombau vor. Nicht nur Sitz des Erzbischofs sollte er werden, auch Krönungskirche und Grabstätte der böhmischen Könige. Der Veitsdom wurde nach dem Tode des erster Baumeister, Matthias von Arras, der erst 23 jährige Peter Parler aus Schwäbisch Gmünd. Neben vielen weiteren Bauten sollte er zu Parlers Lebenswerk werden.  Noch heute zeugen der Südflügel des Querschiffes, das Goldene Tor mit dem Mosaik über den Bögen und der Darstellung des „Letzten Gerichts“ mit einer Fläche von 85 Quadratmetern, ausgeführt von venezianischen Künstlern, von der Tätigkeit der Parlerhütte. In ihm befinden sich die Heiligen Böhmens und im mittleren unteren Feld kniet Karl IV. mit seiner vierten Gemahlin, Elisabeth von Pommern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hervorzuheben ist die Kapelle des Heiligen Wenzels (1362-1364), den Karl stets verehrte. Die unteren Wände mit Edelsteinen belegt und Wandmalereien aus dem Leiden Christi entstanden von unbekannten Künstlern zwischen 1372 und 1373. Die oberen Wände bestehen aus einem Zyklus von Wandmalereien aus dem Leben des Heiligem Wenzels (16. Jahrhundert). Zu sehen sind Karl IV. und seine beiden Gemahlinnen Anna von der Pfalz und Elisabeth von Pommern. Das Grabmal des Heiligen Wenzel aus dem Jahre 1912 selbst ist neugotisch. In den Wirren der Hussitenkriegen gingen viele wertvolle Kunstgegenstände, darunter auch ein Teil der Krönungskleinodien, verloren. Für das Krönungsdiadem mit 91 Edelsteinen und 20 Perlen besetzt wurde in späteren Jahren ein eigener Raum gebaut, zu dem es sieben Schlüssel gibt. Eine Legende berichtet, wer die Krone unberechtigt aufsetzt, wird bald sterben. So geschah es mit Hitlers Protektor  Reinhard Heydrich, der sich die Krone selbst aufsetzte und im Frühjahr 1942 von Widerstandskämpfern getötet wurde.

 

Die Büste Karl IV. im Triforium der Kathedrale ist nicht auf den ersten Blick zu entdecken. Sie gilt als die bedeutendste von 21 Büsten der gesamten königlichen Familie, der hohen geistlichen Würdenträger und der beiden Architekten des Doms, geschaffen zwischen 1374 und 1385 von unbekannten Künstlern. Viele Figuren wurden ebenfalls in den Hussitenkriegen zerstört. In der Krypta des Doms befinden sich die Särge Karl IV., seiner Frauen und der seines Sohnes Wenzel.

 

Über 500 Jahre bleib die Kirche unvollendet, nicht ungewöhnlich (Köln, Regensburg), da diese Bauten sehr kostspielig waren.  Erst im 19. Jahrh., der Zeit der Romantik, kam die Vollendung. 1899 starb der Baumeister Josef Mocker nach dem Bau des westlichen Teils der Kirche mit den beiden Türmen. Erst 1929 wurde sie feierlich eingeweiht.

 

Die Prager Burg, zur Zeit Karl IV. wesentlich kleiner als heute, wurde durch Sobeslav I. in romanischer Bauweise in der ersten Hälfte des 12. Jahrh errichtet. im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erweitert und umgestaltet. Die Residenz, die Karl erbauen ließ, fußte auf den Mauern des verödeten Premyslidenpalastes.

Der gotische Palast im französischen Stil besaß mit seinen zwei Stockwerken keine Türme und war durch eine hohe Mauer mit zwei Toren von der übrigen Anlage getrennt. Wenig ist von dem Gebäude bis heute erhalten geblieben. Nach den Hussitenkriegen war die Burg unbewohnbar. Der polnische König Wladislaw hat im 15. Jahrhundert durch Baumaßnahmen vieles vernichtet aber auch neu geschaffen. Der Karl-Palast hat, so zeigt es ein Stadtplan des 15. Jahrhunderts, einen privaten Zugang zum wesentlich mächtigeren Veitsdom.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Karl-Säle erinnern an die Zeit des großen Kaisers. Sie liegen, heute ebenerdig, im ersten Stock des alten Burgpalastes und wurden unter Karls Regierungszeit nach 1336 errichtet. Die Deckenwölbung erfolgte unter Karls Sohn Wenzel IV. nach 1380. Der Saal Wenzel IV., heute ebenfalls ebenerdig, wurde noch unter seinem Vater erbaut. Der polnische König Wladislaw leiß für seinen Sohn Ludwig den gelichnamigen Querflügel anbauen, von hier aus erfolgte der zweite Prager Fenstersturz, den den 30-jährigen Krieg auslöste.

 

 

 

Die Burg selbst war ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für das Leben in der Stadt und umgekehrt. Vom Wachpersonal über die Stallknechte, die Futtermeister zur Versorgung der Pferde. Hofbeamte, Kammerdiener, Zofen, Musikanten, Kellermeister, Köche standen in Diensten der Burg. Ständige Gäste aus dem europäischen Hochadel, der Kirche, die stets mit großem Personal anreisten , mussten versorgt werden.

 

 

    

Wachablösung auf der Prager Burg, hier zu sehen, der erste Burghof mit dem Regierungsgebäude des tschechischen Präsidenten. Der Weg führt weiter in den zweiten Burghof, der eine einheitliche Fassadengestaltung aufweist. Sie stammt aus der Zeit Rudolf II. Der dritte Burghof mit der Georgs Statue lässt einen Blick auf dem gewaltigen Veitsdom zu.

 

 

 

 

 

Am Ende in östlicher Richtung, der Alte Palast mit dem berühmten Wladislaw Saal des aus der Nähe von Landshut stammenden Baumeisters Benedikt Ried von Piesting. Der Saal demonstriert den Übergang von der Gotik zur Renaissance .

                

 

Das Wappen von Ried in der Prager Burg.

 

 

Ried befestigte die Prager Burg durch eine extra Mauer mit Türmen im Norden. Hier der Pulverturm, Mihulka genannt. Enstanden ist die befestigung zum Ende des 15. Jahrhunderts.

 

 

 

 

 

 

 

Kirche und Kloster St. Georg- um 920 durch Fürsten Vratislav als zweitälteste Prager Kirche erbaut. das Kloster gründete Mlada, die Schwester des Fürsten Boleslav nach dem Vorbild des Regensburger Frauenstifts Niedermünster, für den Orden der Benediktinerinnen. Daneben ein abgerundeter Säulenbau, das Damenstift für verarmte Adelige, gegründet von Kaiserin Maria Theresia. Die beiden weißen Türme weisen italienischen Einfluss auf, der breitere südlich gebaut, wird Adam genannt, er beschattet den schmäleren nördlichen Turm, Eva genannt.

Weiter geht es über den Georgsplatz mit dem ehemaligen Kloster und der gleichnamigen Basilika zum Goldenen Gässchen (Zlata ulicka), dass sich an die Burgmauer Rieds anlehnt. Im Haus Nr.22 lebte 1917 kurzzeitig Franz Kafka. In den Häuschen wohnten zur Zeit Kaiser Rudolf II. die Mitglieder der Burgwache mit ihren FamilienAlchimisten haben hier, obwohl oft erzählt, nie  gelebt.

 

Vorbei am Lobkowitz Palais der Prager Burg geht es zum Schwarzen Turm Daliborka und der alten Schlosstreppe, die zur U-Bahn Station Malostranska führt. Die Gasse ist ab dem 3.Mai 2010 für mindestens 2 Jahre wegen Renovierungs- arbeiten gesperrt.

 

 

 

 

 

 

Daliborka (1496 erbaut) heißt der Turm am östlichen Ende der Prager Burg, er beschließt die Burgmauer der Benedikt von Ried.

Woher der Name Daliborka kommt?

Die Gästeführer in der Burg erzählen seine spannende Geschichte, in der es um einen unglücklichen Gefangenen und eine Geige geht.....

 

 

 

 

 

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