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Die Karlsbrücke

Am 9. Juli 1357 wurden im Auftrag von Karl IV. die Grundsteine der "Mutter aller Brücken" an den Ufern der Moldau gelegt. Sein aus dem schwäbischen stammender Burgbaumeister Peter Parler (1330 – 1399) erhielt den Auftrag, Vorbild für das Werk war nicht die Steinerne Brücke in Regensburg, Brückenspezialisten meinen, dass sie der Moselbrücke in Koblenz ähnlich sehe, diese wurde unter seinem Großonkel, Erzbischof Balduin von Köln 1343 erbaut.

 

 

Was die Karlsbrücke anbelangt, so war sie bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die einzige (!) Prager Brücke und musste das gesamte Verkehrsaufkommen der Stadt ertragen. Kaiserlicher Architekt der Brücke, Peter Parler, Baumeister, Jan Ortlin, der sich der Sage nach dem Teufel verschrieben haben soll, aus der Kleinseite. Die Grundsteinlegung am 9. Juli 1357 wurde nicht dem Zufall überlassen und ist auf die Minute bekannt. An diesem Datum fiel die glücksbringende Begegnung der Sonne mit dem Saturn. Nicht nur Astrologie und Astronomie waren dabei im Spiel, sondern auch die Zahlenmagie. So spielt beim Datum eine auf- und absteigende Folge der ungeraden Ziffern eine Rolle 1-3-5-7-9-7-5-3-1, was bedeutet im Jahre 1357 der 9. Tag des 7. Monats zur 5. Stunde plus 31 Minuten. Der exakte Baustart erfolgte demnach am 9.7.1357 um fünf Uhr einunddreißig.

Repro: Postkarte der Karlsbrücke von 1818 

 

Hohe Kosten und Unterhalt verlangen Geld, so bestand bereits Wenzel IV. auf einer Brückennutzungsgebühr. Der Altstädter Rat gründete eigens ein Amt zur Verwaltung des Objekts, das bis 1783 bestand, bis 1816 wird Brückenzoll erhoben, alles unterlag dabei der Steuer. Trotz vielfältiger Veränderungen, ein imposantes Bauwerk ist die Brücke bis heute. Mit einer Länge von 520 Metern und einer Breite von 10 Metern, auf 16 Pfeilern stehend, überspannt sie die Moldau. Da Parler die Pfeiler nicht direkt auf dem Felsuntergrund anbringen konnte, kam es 1432 und 1890 zu Beschädigungen der aus Sandsteinen erbauten Brücke. Das heutige Mauerwerk ist längst, von einigen Ausnahmen abgesehen, nicht mehr das ursprüngliche.

 

Dass sie auch eine strategische Funktion hatte, beweisen die vielen Kämpfe auf ihr in den vergangenen Jahrhunderten. Komplimentiert wird das herrliche Bauwerk durch den auf der Altstädter Seite stehenden Brückenturm, der ebenfalls von Parler stammt. Erbaut zwischen 1380 und 1400 zählt er zu den schönsten gotischen Türmen Europas. Besonders wertvoll die plastischen Ausschmückungen durch die Parler Hütte. Herausstechend die beiden Begründer des Turmes und der Brücke. Linker Hand, Karl IV. als römischer Kaiser, rechts sein Sohn Wenzel IV. (1391- 1419) als böhmischer König, beide in sitzender Stellung. Zwischen den beiden, die Wappen des Reiches und des Königreichs Böhmen. Im oberen Bereich befinden sich die Statuen des Heiligen Adalbert und des Heiligen Prokop. Darunter sind die Wappen der Länder der böhmischen Krone zu sehen sowie der Eisvögel, das Symbol der Ehefrau Wenzel IV., der Wittelsbacherin Sophie. In der griechischen Mythologie steht er für eheliche Treue und häuslichen Frieden. Im Tor befindet sich eine Netzwölbung mit Originalmalereien.

 

Viele Geheimnisse in Form von Inschriften, lateinische Zaubersprüche sind in seinen Wänden beim genauen Hinsehen zu entdecken. Die Verzierungen der Innenseite wurden im 30- jährigen Krieg von den Schweden zerstört. Renoviert und erneuert wurde der Turm 1874-1878 durch Dombaumeister Josef Mocker.

 

 

 

Ursprünglich hatte die Brücke keine Figuren, nur ein Kreuz und eine Martersäule gab es nach dem Bau. Nahezu alle Brückenfiguren entstanden unter König Podebrady, aber auch diese existieren nicht mehr. Das älteste Standbild der Karlsbrücke, die Bronzestatue des Johannes von Nepomuk, wurde zum Vorbild der ungezählten Figuren des Böhmischen Nationalheiligen auf der ganzen Welt. Hier soll der Generalvikar des Prager Erzbischofs der Legende nach durch die Schergen Wenzel IV. in die Moldau gestoßen worden sein. Die Bronzetafel des Hl Nepomuk zu berühren, soll Glück bringen. Wer sucht es nicht? Kein Wunder, dass die Tafel „golden“ glänzt.

 

 

                      

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                            

 

 

Heute pulsiert das Leben auf der Brücke, tausende von Touristen aus aller Welt besuchen alljährlich dieses gotische Bauwerk. An manchen Tagen scheint der Strom der Besucher unendlich zu sein. Händler, Musiker, Originale der Prager Stadt lassen den Weg zu einem Erlebnis der besonderen Art werden.

 

 

 

Wasserturm aus der Renaissance an der Karlsbrücke.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blick von der Karlsbrücke auf die "Kampa"- Halbinsel in der Moldau.                 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

Markant sichtbar, das Denkmal Karls IV.

 

Am Kreuzherrenplatz am Ende der Karlsbrücke auf dem Weg in die Altstadt. Es stammt vom Bildhauer Ernst Hähnel aus Dresden, gegossen wurde es in der Firma Burgschmied in Nürnberg. das Denkmal ist ein Geschenk Frankreichs anlässlich des 500. Jubiläums

 

 

         der Karlsuniversität 1848. Mit der Errichtung des Denkmals wurde auch der Platz angelegt.

 

 

 

 

 

 

 

Ein Treppe führt hinunter zur Kampaseite mit vielen Restaurants und Cafes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Karlsbrücke wird seit September 2007 aufwendig restauriert

Was die Karlsbrücke anbelangt, so war sie bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die einzige (!) Prager Brücke und musste das gesamte Verkehrsaufkommen der Stadt ertragen. Mit einer Länge von 520 Metern und einer Breite von 10 Metern, auf 16 Pfeilern stehend, überspannt sie die Moldau. Da Parler die Pfeiler nicht direkt auf dem Felsuntergrund anbringen konnte, kam es 1432 und 1890 zu Beschädigungen der aus Sandsteinen erbauten Brücke. Das heutige Mauerwerk ist längst, von einigen Ausnahmen abgesehen, nicht mehr das ursprüngliche. Bis zum Jahre 1780 hatte sie den Namen Prager Brücke.

 

Ursprünglich hatte die Brücke keine Figuren, nur ein Kreuz und eine Martersäule gab es nach dem Bau. Nahezu alle Brückenfiguren entstanden unter König Podebrady, aber auch diese existieren nicht mehr. Das älteste Standbild der Karlsbrücke, die Bronzestatue des Johannes von Nepomuk, wurde zum Vorbild der ungezählten Figuren des Böhmischen Nationalheiligen auf der ganzen Welt. Hier soll der Generalvikar des Prager Erzbischofs der Legende nach durch die Schergen Wenzel IV. in die Moldau gestoßen worden sein. Märchen und Legenden umranken das Bauwerk, berühmten  Malern und Dichtern diente sie als Motiv, auch die Musik widmete ihr Lieder, in keinem Schulbuch fehlt das Volkslied "Na tom prazskem moste" -"Auf der Prager Brücke ".

 

Wer dabei sein wollte, musste früh aufstehen. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten startete am Montag ( 09.07.2007) schon eine Minute nach halb sechs Uhr morgens, denn genau zu dieser Minute hat Kaiser Karl IV. vor 650 Jahren den Grundstein zu der Brücke gelegt. Die Grundsteinlegung am 9. Juli 1357 wurde nicht dem Zufall überlassen und ist auf die Minute bekannt. An diesem Datum fiel die glücksbringende Begegnung der Sonne mit dem Saturn. So spielte beim Datum eine auf- und absteigende Folge der ungeraden Ziffern eine Rolle 1-3-5-7-9-7-5-3-1,  was bedeutet im Jahre 1357 der 9. Tag des 7. Monats zur 5. Stunde plus 31 Minuten. Der exakte Baustart erfolgte demnach am 9.7.1357 um fünf Uhr einunddreißig, damit sollte der Brücke Festigkeit und ewigen Bestand erhalten. Die vergangenen 650 Jahre  sprechen dafür.

Oberbürgermeister Pavel Bem und der Großmeister des Kreuzherrenordens, Jiri Kopejsko, klopften dabei symbolisch den Grundstein der Karlsbrücke ab. Diese Handlung soll Kaiser Karl IV. auch vor 650 Jahren vollzogen haben. Doch letztlich bleibt die Stadtverwaltung skeptisch, letztmals ist die Brücke für die kommenden Jahre in ihrer Pracht ohne Gerüste zu sehen.

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