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Die Prager Altstadt

Im Jahre 1338 genehmigte Johann von Luxemburg auf Drängen der dortigen Bürger den Bau eines eigenen Rathauses. Errichtet am heutigen Altstädter Ring (Staromestske namesti)) wurde es mit seinem markanten Turm (65,5 Meter) bald zum Mittelpunkt der Stadt. Bewundert von Touristen aus aller Welt wird täglich die Rathausuhr, die vom Uhrmacher Nikolaus aus Kaaden 1410 unter Wenzel IV. angebracht wurde. Die Geschichte des Rathaus und seiner berühmten Uhr sind wechselhaft, voller Komplikationen und wären eigene Berichte wert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach 1380 entstand hinter dem ehemaligen Kaufmannshof Teyn - zur Zeit Karl IV. - mit der fürstlichen Zollstation – dem Umgelt, die neue Hauptkirche Maria vor dem Teyn. Bereits davor gab es hier eine kleinere Kirche für die Kaufleute. Die Fassade der Teynkirche entstand 1380 durch die Bauhütte Parlers. Der spätgotische Giebel (1436), die vergoldete Madonna wurde nach der Schlacht am Weißen Berg (1620). Die Teynkirche war unter König Podiebrady die Kirche mit dem utraquistischen Bischof Jan von Rokycana, an der Stelle der heutigen Madonna hing ein riesiger Hussitenkelches. Bemerkenswert und eines der besten Stücke der Prager Gotik, das westliche Seitenportal der Kirche (um 1390). Es hat fast die Ausmaße eines Portals für einen Dom. Im Tympanon sind in einem Relief die Leiden Christi dargestellt. Zu sehen ist eine Kopie, das Original befindet sich im Nationalmuseum. Im Inneren ist die katholische Kirche barock umgestaltet und gänzlich restauriert.

 

Im Vordergrund stehen die Gebäude der ehemaligen Teynschule, getrennt durch eine Gasse, linker Hand, das „Haus mit der Glocke“, ein gotisches Stadthaus, in dem Johan von Luxemburg und Karl IV. wohnten, als die Burg verwüstet war.  Die Laubengänge vor dem Teyn stammen aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Erbaut wurden sie als Wetterschutz für Verkaufsstände.

 

 

 

Handelszentrum im Schatten der Burg

Die Handelsgüter aus Ost und West kamen hier an. Der Teynplatz war der Umschlageplatz der Händler aus Nürnberg, Breslau und anderen Städten. Fremde Kaufleute aus ganz Europa bildeten ein buntes Völkergemisch. Alles in der damaligen Welt gab es hier zu kaufen, feine Tuche aus Flandern, Wein aus Italien, arabische Händler boten duftende Gewürze an. Überall wurde gefeilscht und gehandelt.  Wenzel I. befestige die Altstadt mit einer Fläche von 140 Hektar durch Türme und Mauern zwischen 1232-1234. Schnell musste es gehen, die Tataren bedrohten Europa. Eine Stadt wie Prag zog natürlich auch die Menschen auf der Schattenseite des Lebens an, Prostituierte, Gauner, Taschendiebe oder Bettler, die sich ein Stück vom Kuchen der Reichen abschneiden wollten und sich in der Anonymität der Großstadt sicher fühlten. Erst mit der Gründung der neuen, wesentlich größeren Marktplätze wurde es hier stiller. In dieser Gegend verbrachte der berühmte Schriftsteller Franz Kafka einen Teil seines Lebens.

 

Die Südseite des Rings wurde im 13. Jahrhundert zum Schutz vor Moldauhochwasser um fünf Meter höher gelegt. Es dürfte einer der geschichtsträchtigsten Plätze der Stadt sein. Hier spielten sich nicht nur die Hauptmärkte oder Feierlichkeiten ab, hier kam es zu den bewegendsten Momenten der tschechischen Geschichte. So wurden vor dem Rathaus nach der verlorenen Schlacht am Weißen Berg die protestantischen Rädelsführer öffentlich hingerichtet. 1948 proklamierte hier Thomas Masaryk die erste tschechische Republik.

 

Jede  Epoche hinterließ in der Altstadt ihre Spuren. Die reichen Fassaden der Prachtbauten reicher Kaufleute, das prächtige Palais der Adelsfamilie Glotz-Kinsky mit der wohl schönsten Rokokofassade Prags hier wurde Berta Suttner, Gründerin der Friedensbewegung (1905 als erste Frau den Friedensnobelpreis), geboren.

 

Celetna- Zeltnergasse 

Bedeutsame Straßen führen zum Altstädter Ring aus allen Himmelsrichtungen: Pariser Straße und die Zeltnergasse ( Celetna), sind die bedeutsamsten. Letztere nimmt ihren Ausgang am Pulverturm (Prasna Brana), auf ihr kamen die Reisenden aus Kutna Hora und Nachod. Der reich verzierte Pulverturm in seiner heutigen Form stammt von 1886. Daneben stand einst ein Königshof, hier etwa befindet sich heute das im Jugendstil erbaute Gemeindehaus (Obceni dum).

 

 

 

 

 

 

  Über die Zeltnergasse verlief der Krönungsweg der böhmischen Könige hinauf zur Burg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auffallend das Haus bei der schwarzen Madonna, 1911-12 wurde es im kubistischen Stil erbaut.

 

 

  

Der kleine Ring

Nach dem Rathaus geht es westlich zum kleinen Ring (Male namesti). Dominant die barocke Nikolauskirche auf der westlichen Seite. Ebenfalls (wie auf der Kleinseite) eine Dietzenhoferkirche, sie wird seit 1920 von der hussitischen Kirche genutzt. Südlich steht das Haus bei der goldenen Lilie ( U zlata lilie). Bemwerkenswert, das älteste Schaufensterportal n Prag, wie im Haus Beim blauen Engel (U andela) waren hier Apotheken untergebracht. Im blauen Engel wohnte der Hofapotheker Karl IV., vorbei geht es in die Rathausgasse (U radnice) an einem Renaissancebrunnen. Am Haus beim Turm ist eine Gedenktafel für Franz Kafka angebracht.

 

                                                                                             

 

Kutschen auf derm Altstädter Ring

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Renaissancebau- Teil des Altstädter Rathauses

 

 

Schnitzkunst in der Teynkirche

 

 

 

 

 

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