Slideshow

  Goldene Straße-Zlatá cesta
   In memoriam Vaclav Havel
   Milena Jesenská und ihr Traum
   Namensbedeutung
   Impressum
   Suche
   Goldene Straße - aktuell
   Oberpfalz aktuell
   Franken aktuell
   Tschechien aktuell
   Ostbayern lernt Tschechisch
   1414/15- 2014/15 Jan Hus
   Literatur
   Links
   Kontakt
   2. D-CZ Mensch-ärgere-dich nicht Turnier 2012
   Kladruby-Zwiefalten-Pilsen2015
   D-CZ Geschichtspark Bärnau
   700 Jahre Hochzeit Jan+Eliska
   Bayerisch/böhmisch_ Bavorsky/cesky
   Transport
   Verbotene Straße-Zakázaná cesta
   Weg der Goldenen Straße
   von Luxemburg
   durch Deutschland
   Zlatá cesta durch Tschechien
    Westböhmen
    Mittelböhmen
    Prag
     Stadtentwicklung Prags unter Karl IV.
     Prager Neustadt
     Prager Altstadt
     Kleinseite - Mala Strana
     Die Prager Burg
     Die Karlsbrücke
     Die Burggärten
    Prag - Nachod
   nach PL / Niederschlesien
   Persönlichkeiten
   Tourismus-Reisen
   Aktivitäten
   Förderverein Goldene Straße

Die Prager Neustadt mit Wenzels- und Karlsplatz

Prager Neustadt (Nove Mesto)

Karl IV. machte Prag zurm zentrum des römischen Reiches. Die Altstadt war dem Andrang der Menschen nicht mehr gewachsen. Die umsichtige Politik des Kaisers führt zu einer Erweiterung Prags. Die Prager Neustadt wurde gegründet. Bald bildete sie eine Konkurrenz zur Altstadt, Marktrechte gingen verloren und die ersten Nationalitätenprobleme tauchten auf. Lebte in der Altstadt, geprägt von Handel und reichen Kaufleuten, mehr das Bürgertum, wohnten in der Neustadt die Handwerker, die überwiegend tschechisch sprachen. Ein Grund warum Karl bereits 1367 eine gemeinsame Verwaltung der Prager Alt- und Neustadt beschloss. Gleichzeitig wollte er die Größe seiner Stadt nach außen hin demonstrieren. So manche Mauern, Tore und Brücken wurden abgerissen. Wenn die Besucher Prags heute durch die Straßen der Neustadt gehen, sollten sie wissen, dass der Kaiser von fast 600 Jahren diese in der heutigen Form großzügig anlegen ließ.

 

Bekannt ist der genaue Gründungstag der Neustadt, es war der 8. März 1348. Zwei Jahre dauerte es, bis sie von Mauern in einer Länge von 3,5 km und vier Toren umschlossen war, die Gesamtfläche belief sich auf 360 Hektar. Die Einteilung erfolgte in zwei Parzellen:den Wenzelsplatz ( früher Pferdemarkt) und die obere Neustadt mit dem heutigen Karlsplatz (Karlovo namesti) plus der unteren Neustadt. Diese drei Märkte wurden durch breite ( 18- 27 m) Straßen kreuzweise verbunden.

 

Platz der Republik (Namesti Republiky)

 

An den Mauern der der Altstadt über die Zeltnergasse kommend gelangen wir durch den Pulverturm auf den Platz der Republik. Beeindruckens, das im Jugenstil erbaute Gemeindehaus ( Obceni dum) wo einst der Königshof stand. Zwischen 1906 und 1912 wurde das Repräsenatiotioshaus, wie es auch genannt wird erbaut. In einer Art Muschel am Dach der Sternseiten das Mosaik mit der Sage der Libusa über die Entstehung Prags. Im Inneren überwältigt den Besucher die Pracht und der Glanz der Restaurants und der sechs Säle. Die bedeutensten Künstler ( u.a. Alfons Mucha, Jan Preisler, Josef V. Myslbeck) der Republik statten sie aus.

 

Das gegenüberliegende Gebäude mit klasizistischer Fassade war einst das Zollhaus " Bei den Hybnern" genannt, Franzisakner aus Irland übernahmen es um 1630 als Klosterstätte. 2006/ 07 renoviert, ist darin ein Hotel untergebracht.

 

Der Wenzelsplatz ( Vaclavske namesti)

 

Unmittelbar in der Nähe des von Karl gegründeten Wenzelplatzes liegt die Kirche Maria Schnee aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Karl ließ sie für den Orden der Karmeliter zum Andenken an seine Königskrönung errichten.

Das gotische Typanon über dem Portal des einstigen Klosterfriedhofes an der Kirche zeigt in beiden Ecken Karl IV. als mährischen Markgrafen (rechts) und seines Vaters Johann von Luxemburg als böhmischen König ( links) ; in der Mitte die Krönung Mariens.

Hier wirkte im 15. Jahrhundert Jan Zevelisky, einer der Urheber der hussitischen Revolution. Ende des 16. Jahrhunderts verfiel die Kirche zunehmend. Der Franziskanerorden ließ sie neu erbauen. Das reich verzierte gotische Portal an der Nordseite enthält die Krönungszeremonie Karl IV. Der Hochaltar von 1625 zählt zu den größten in Prag. In der Kirche ist Oberst Walter Butler beigesetzt, der die Ermordung Wallensteins in Eger anführte. Rilke, Lilienchron, Kafka und viele bedeutende Dichter setzen der Kirche literarische Denkmäler.

 

Der Karlsplatz

Das Neustädter Rathaus war von 1338 bis 1784 Sitz der Verwaltung, heute dient es mehr repräsentativen Aufgaben. In er Gründungsurkunde hatte Karl bestimmt, dass "der Neustadt" auf ewig alle Vorteile und Rechte zustanden, daher benötigte die Stadt ein eigenes Rathaus. Wie es in der Urform aussah, ist nicht festgehalten. Die großen Umbauten zusammen mit einer Erweiterung erfolgten im 15. und 16. Jahrhundert. Das zweiflügelige Gebäude mit dem markanten Eckturm beherbergt im Inneren einen gotischen Saal. Der Eckturm war Ausgangspunkt des ersten Prager Fenstersturzes, ausgehend vom erwähnten Prediger der Maria Schnee Kirche. 1419 warfen radikale Hussiten zwei Ratsherren aus dem Fenster. Aus diesem Vorfall entwickelten sich die Hussitenkriege.

 

Die Pfarrkirche der oberen Neustadt war die Stephanskirche (Kostel sv. Štepána ). Gegründet wurde die dreischiffige ursprünglich gotische Kirche 1351 durch Karl IV. . In der Kirche heiratete Smetana seine aus Pilsen stammende Frau , auch Antonin Dvorak und der Komponist Josef Suk vermählten sich in der Kirche. Beendet wurde der Bau der Kirche durch Wenzel IV.

 

Aus Karls Zeiten stammt auch der heute noch existente Garten des ehemaligen Klosters des weiblichen Zweigs der Augustiner Emeriten bei der St. Katharinakirche. 1355 erbaute sie Karl zu Ehren seiner Lieblingsheiligen und Patronin von Alexandrien. Die Heilige rettete ihm seiner festen Überzeugung nach zweimal das Leben in Italien. In seinem Auftrag verfasste ein blinder Kaplan ein gewaltiges literarisches Werk religiöser Poesie, die alttschechische Katharinenlegende mit 4000 Versen. In der Zeit der Hussitenkriege verfiel die Kirche. Heute befindet sich an der Stelle die Glyptothek des Prager Museums. Die jetzige Kirche stammt aus der Zeit um 1737 und ist ein Werk von Kilian Ignaz Dietzenhofer, nur der Turm ist noch gotisch. Eine weitere Kirche der luxemburger Epoche ist die Apollinariuskirche, gegründet als Kapitelkirche, im Inneren mit gotischen Wandmalereien versehen. Beachtenswert das Bild der Karlover Maria, der Patronin schwangerer Frauen (1697).

 

Als Verehrer seines Namenspatrons Karl des Großen gründete der König 1350 die Kirche am Karlov und das Kloster der Augustiner. Beide liegen am höchsten Punkt der Prager Neustadt

Der Abtei unterstand das Kloster Ingelheim am Rhein, das 1354 von Prag aus nach dem Willen von Karl gegründet wurde. Zu Ende gebaut wurde es als sternförmiges Gebäude mit einem 24 Meter durchmessenden Rippengewölbe erst 1575. Es soll ein Abbild des Aachener Doms sein, Karl fühlte sich als Erneuerer des Kaiserreiches Karl des Großen. Die Augustiner wurden ganz bewusst ausgewählt, Karl hatte die Lehre Augustinus studiert und sah darin eine Art neuer Religiosität. Kralov ist eine Dominante in der Prager Neustadt und bildet mit der alten Burg und dem Hradschin eine Art Dreieck mit einer Karl sehr eigenem, aber stets bewussten und gezielten Symbolik. Das Kloster fiel 1785 der Säkularisation zum Opfer.

 

Für das Kloster der Servieten ließ Karl auf dem Weg zum Vyšehrad die Marienkirche Na slupi erbauen ( Sloup, die Säule, na slupi „auf der Säule“). Heute befindet sich in dem Areal eine Nervenheilanstalt der Uniklinik. Hier verbrachte der berühmte Komponist Smetana seine letzten Tage, eine Gedenktafel im Sterbezimmer erinnert daran.

 

Auf dem Gelände der tschechischen Akademie der Wissenschaften stand das Kloster Na Slovanech, 1347 durch Karl IV. gegründet und eingeweiht am Ostermontag des Jahres 1347. Da an diesem Tage der Emmausjünger gedacht wird, erhielt es die Bezeichnung Emmauskloster. Untergebracht waren hier zunächts kroatische Mönche, später der Orden der slawischen Benediktiner, die hier die Messe in der slawischen Liturgie feierten, was in Rom nicht so gern gesehen, aber von Karl IV. diplomatisch verteidigt wurde. Er beabsichtigte hier ein Zentrum für die slawische Sprache und die Historie seines Landes aufzubauen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1419 bis 1598 eignete sich der radikale hussitische Flügel der Kalixtiner das Kloster an. Im Rahmen der Rekatholisierung  wurde es dem Brevnov Kloster übereignet. Vom 17. bis 19. Jahrhundert folgten die spanischen Benediktiner vom Kloster Montserrat , ab 1880 übernahm der Beuroner Orden das Kloster. Die Kirche, eine der bedeutendsten gotischen Bauten Prags wurde 1945 durch die Bombe eines englischen Fliegers, der glaubte über Dresden zu sein, stark zerstört. Der modern gestaltete Neubau des Turms ist nicht unumstritten.Der letzte Abt des Klosters wurde 1942 ins KZ Dachau verschleppt, wo er am 10. September verstarb.

 

 

 

 

 Die Wände des Ambits tragen ausgezeichnete Wandmalereien böhmischer Maler aus der Zeit um 1360. Das Innere der  Klosterkirche St. Emmaus.

Druckversion