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Neuböhmen - Karls Land zu Baiern - „Bavaria trans silvam Boemicalem“

Neuböhmen- Brücke zwischen Nürnberg und Prag

Für Karl IV. bot sich die Obere Pfalz als Landbrücke zwischen Prag, Nürnberg, Mainbernheim, Würzburg und Frankfurt über Koblenz (die Rheinbrücke seines Onkels Balduin in Koblenz war das Vorbild für die Karlsbrücke in Prag) bis hin ins Stammland seiner Vorfahren nach Luxemburg an. Wobei er laut Aussagen Luxemburger Historiker - im Gegensatz zu seinem Vater Johann - den Weg nach Luxemburg kaum nahm. Durch Kauf, Heirat und Diplomatie erwarb er das Land in den fünfziger und sechziger Jahren des 14. Jahrhunderts.

Nach dem Tode seiner ersten Gemahlin Bianca von Valois (siehe Grafik) vermählte sich Karl IV. im März 1349 mit Anna von der Pfalz und erhielt als „Morgengabe“ große Gebiete der heutigen Oberpfalz, Mittel- und Oberfrankens geschenkt. Zur Zeit Karl IV. handelte es sich hierbei um ein zerrissenes Territorium mit vielen Besitzern. Karl strebte zwar Geschlossenheit an, der neuböhmische Besitz war und wurde es jedoch nie. Gebildet hat sich der Begriff „Neuböhmen“ auch erst in der Neuzeit. Durch die Landerweiterung konnte der Kaiser jedoch sicher und ohne Zoll zu bezahlen auf eigenem Grund nach Nürnberg reisen.

Sulzbach wurde zur Hauptstadt Neuböhmens erklärt, hier befand sich die Zentralverwaltung. 1366/68 ließ Karl in einem Steuerbuch, dem „Böhmischen Salbüchlein“ aufschreiben, wer welche Abgaben zu leisten hatte. Aufschlussreich erweist sich das Salbüchlein in Bezug auf die Bevölkerungsdichte, den Bestand der Häuser, den Forstbestand und die erste Nennung von Ortschaften in unserem Raum, von denen manche heute nicht mehr existieren.

Durch kluge Personalpolitik achtete er darauf, dass die jeweiligen Verwalter durch verwandtschaftliche Beziehungen „hüben wie drüben“ verbunden waren. Karl ging sogar so weit, dass er seinen Beamten anordnete, die Eigenarten der Menschen, ihren Volkscharakter und auch die Mehrung des Wohlstandes und der Wirtschaft zu achten. Da vor Karls Machtübernahme der „Schwarze Tod“ die Bevölkerung des betroffenen Gebiets stark geschwächt hatte, warb der Kaiser durch Steuererleichterungen Kaufleute und Handwerker an. Vor allem aber stärkte er viele Städte und Märkte des Gebietes durch herausgehobene Privilegien. Kein Wunder, dass viele von ihnen dem Kaiser „ewige Treue“ schwörten.   Quelle:     Böhmisches Salbüchlein von Fritz Schnelbögl, Oldenburg 1973

                                                                        

 

 

 

 Bildstock Böhmische Grenze in Erlenstegen vor Nürnberg

Ein alter Bildstock in Erlenstegen vor Nürnberg ( hierbei handelt es sich um ein Duplikat) verweist noch heute auf die „Böhmische Grenze“ vor den Toren der Reichsstadt Nürnberg. Bei der Konferenz von Jalta wollte Stalin die Ost/ Westgrenze an dieser Stelle verlaufen lassen. Dieser Hinweis, von Historikern oft als abwegig abgetan, bestätigte mir jedoch der Archivar von Pommelsbrunn, dessen Vater 1946 evangelischer Pastor in Nürnberg war und mit russischen und tschechischen Offizieren in " dieser Angelegenheit" unterwegs war.

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auerbach wird Hauptstadt  Neuböhmens

Rund fünfundzwanzig Jahre dauerte die böhmische Herrschaft in Bayern, dann verkaufte Karl überraschend den südlichen Teil des Landes mit Lauf und Sulzbach an die pfälzischen Wittelsbacher. Im Gegenzug erwarb er die Mark Brandenburg. Hauptstadt für den Rest Neuböhmens wurde nach der Räumung der böhmischen Verwaltung in Sulzbach in einer Urkunde vom 18.08. 1373 die Stadt Auerbach. Karls Verwalter Borso von Riesenburg verlegte somit seinen Amtssitz. Auch den Landrichter Wernt von Breitenstein nahm er einige Zeit holte nach.

Mit diesem Akt änderte sich auch der Verlauf der Goldenen Straße in Richtung Nürnberg und Frankfurt.

Bild: Stadt Auerbach in der Oberpfalz (Marktansicht)  Text: Rainer Christoph

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