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Tradition der Wallfahrten von Bayern nach Böhmen und umgekehrt

Maria Kulm - Chlum Svaté Maří  im neuen Glanz

 

 

Mit dem Erwachen der Natur beginnen in den katholischen Pfarrgemeinden nach dem Osterfest die Wallfahrten. Für die Wallfahrtskirche der römisch- katholischen Pfarrei Maria Culm und den Orden der Kreuzherren mit dem roten Stern aus Prag wird dies jedoch ein besonderer Tag werden. Denn erstmals seit 1945 erstrahlt sie für die kommende Wallfahrtssaison innen und außen im neuen Glanz. Egerländer, Bayern und Tschechen zogen unter schwersten Bedingungen an einem Strick. Das Werk ist vollendet: Am Samstag, den 7 Mai wird die barocke Kirche mit dem Patronat “Maria Himmelfahrt“ im Rahmen eine Dekanatstages neu eröffnet.

Eine erste Erwähnung von Chlum Svaté Maří (Maria Kulm) stammt aus dem Jahre 1341. Die Holzkapelle aus dem 13. Jahrhundert mit einer Statue der Jungfrau Maria  wurde 1400 durch eine Steinkirche „Himmelfahrt der Jungfrau Maria und Maria Magdalena“ ersetzt. Der Orden der Kreuzherren mit dem roten Stern übernahm die Betreuung der Pilger. Ihre heutige Gestalt erhielt die Anlage am Ende des 17. Jahrhunderts unter dem Barockbaumeister Christoph Dientzenhofer. Die Fresken stammen von Elias Dollhopf und den Gnadenaltar gestaltete 1730  Karl Stilp. Die Kirche zählt zu bedeutendsten Wallfahrtsorten des Egerlandes. Pilger kamen aus dem Erzgebirge, aus dem Egerland, aus Oberfranken und der Oberpfalz. Vor 1939 kamen jährlich bis zu 50.000 Pilger nach Maria Kulm.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus Räubersage entstanden Schauspiel ,Oper und Puppentheater

 

Viele Sagen ranken sich um die Kulmer Madonna, die Kirchenglocken und das Geschehen der Wallfahrt. Berühmt die Räubersage, erstmals veröffentlicht 1495 durch den  Humanisten Paulus Niavis aus Eger im Werk Historia occisorum in Kulm. Diese dramatische Sage übernahm der Kulmer Pfarrer Friedrich Dörfel (1651), weitere Autoren beflügelte diese Geschichte. So entstand 1816 das Schauspiel der Räuber durch  Heinrich Cuno, Buchhändler in Karlsbad. Vielleicht ist es dem  berühmten Prager Journalist Egon Kisch zu verdanken, der die Geschichte veröffentlichte. Theaterschreiber, Dichter und sogar Musiker wurden vom Inhalt beflügelt. Das Theaterstück scheint sehr beliebt gewesen zu sein.

Der Komponist und Pianist, Johann Peter Pixis (geboren 1788 in Mannheim), Lehrer des (späteren) Bayernkönigs Ludwig I, schrieb sogar eine  romantische Oper „Bibiana oder die Kapelle im Walde“ nach der Novelle von Heinrich Cuno in drei Akten mit Soli, Chor und Orchester als Besetzung. Uraufführung war  am 8. Oktober 1829 in Aachen, 1830 in Paris im Théâtre Italienne und im gleichen Jahr in Prag. Nicht zu vergessen, Harald Schwarz (1921-1995) und sein Puppentheater „Andraschek, Juraschek, die Räuber von Maria Kulm“ von 1969.

 

 

 

 

 

Wallfahrtsinitiative

Die Fußwallfahrten während der NS Zeit und im Krieg zum Erliegen gekommen, wurden nach der Wende 1990 belebt. Von Weiden und Neustadt brachen erstmals wieder Fußwallfahrer von St. Quirin aus mit

dem „Kulmer Wallfahrtskreuz“ auf. Eine der letzten Wallfahrergruppen aus Böhmen hatte das Kreuz mit Weitsicht zurückgelassen. Dem Weidener Religionslehrer Herbert Baumann und vielen Weggefähren

gelang es den alten Pilgerweg mit seinen Stationen neu zu beleben. So entstanden nicht nur eine neue gegenseitige Glaubensverbindung sondern auch Freundschaften zu den Einwohnern des heutigen Maria Kulms.

 

Herbst 2011

Im Herbst machten sich die Pilger vom 30. 9. – 1. 10.  zur  21. Fußwallfahrt von St. Quirin (Weggang 5: 30 Uhr) nach Maria-Kulm auf den Weg. Angst musste niemand mehr haben, die Räuber sind längst verschwunden.

Zudem gab es die Möglichkeit mit einer Busfahrt der Pfarrei St. Josef über Waldsassen zu den Fußwallfahrern zu stoßen. Ein gemeinsames Wallfahrtsamt, eine Führung in der Kirche und ein Mittagessen standen auf dem Programm. 

 

 

Programm der Einweihung am 7.Mai 2011

Die Wiedereröffnung begann am Samstag, den 7.Mai 2011 um 9: 30 Uhr mit dem Empfang der Pilger durch Pater jri Kopejsko, dem Großmeister des Ordens der Kreuzherren mit dem roten Stern. Nach einer Meditation über das Taufgeheimnis

mit Pater Peter Fort, Dekan des Dekanats Falkenau wurde um 10: 30 Uhr der Festgottesdienst gefeiert Diesen zelebrierte der Bischof von Pilsen, Monsignore Frantisk Radkovsky. Nasch einer Mittagspause, trafen sich die Teilnehmer  bei der

Marienquelle. Mit dem Segen endete die Wallfahrt in der Gnadenkapelle.

 

 

 

 

Stadtmuseum Weiden 2008 Wallfahrtsausstellung Maria-Kulm - eine prachtvolle Demonstration für eine Tradition unserer beiden Länder Bayern und Böhmen.

Das neu restaurierte Wallfahrtskreuz (datiert 1620) der Pfarrfamilie Püchersreuth und der Kirche St. Quirin stand im Mittelpunkt der Ausstellung. in der Wallfahrtskirche St. Quirin, erbaut durch die Lobkowitzer Fürsten wurde das Kreuz nach der letzten Wallfahrt 1934 in "prophethischer Voraussicht" bei der letzten Fußwallfahrt hinterlassen und aufbewahrt.

1989 wurden die Wallfahrten wieder aufgenommen und alljährlich gehen die Gläubigen aus der nördlichen Oberpfalz den alten Wallfahrtsweg der Egerländer von Neustadt aus über den Rastenhof -St. Quirin- Tirschenreuth- Wernersreuth- Neualbenreuth- Maria Loretto (Altkinsberg)- nach Maria Kulm. Die Leitung hat der Religionslehrer Herbert Baumann aus Weiden. Welche Bedeutung die Wallfahrt auch in Tschechien hat, zeigte sich bei der Eröffnung der Ausstellung. Viele Gäste aus Tschechien, darunter der Bürgermeister der Stadt Maria Kulm konnten begrüßt werden. Und sie kamen sogar wieder.

Bilder einer Ausstellung:

 

 Auskunft Herr Baumann,

E-Mail: Info@initiative-maria-kulm.de.

  

 

 

 

 

 Ausstellungsraum im Dachgeschoss des Weidener Stadtmuseums

 Selbstgestaltete Wallfahrtskerzen

 

 

 

 

 

 

 

Der Wallfahrtsweg führt heute von St. Quirin über Neualbenreuth Grenzübergang nach Maria Loretto bei Cheb / Eger nach Maria Kulm

Böhmische Madonnenfiguren / rechts aus Prybram (Heiliger Berg bei Pilsen)

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