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Sigismund, der letzte Luxemburger auf dem böhmischen Thron

 

Sigismund- König und Kaiser aus dem Hause Luxemburg

 

Kaiser Sigismund, geb. 15. Februar 1368 in Nürnberg, gestorben am 9.12.1437in Znaim in Ungarn. Sein Grab befindet sich in Nagyvarad / Großwardein, im heutigen Rumänien.

Einige Daten zu Kaiser Sigismund ( tschechischer Name: Zikmund Lucemburský)

Sohn Karl IV. und seiner vierten Frau Elisabeth von Pommern: König von Ungarn (1387-1437), Deutscher König (1410-1437) , König von Böhmen (1419-1437) Römischer Kaiser seit 31.5.1433 , König von Italien, Markgraf von Brandenburg. Er war der letzte Böhmische König  aus dem Hause Luxemburg.
 

Jugendjahre

Wie sein Bruder Wenzel IV. ist er in Nürnberg geboren und erhielt die besten Lehrer und Erzieher. Seine Kindheit und Jugend verbrachte Sigismund vor allem in Prag und der Mark Brandenburg, später auch in Polen und Ungarn. Das Erlernen von Fremdsprachen hatte im Hause Luxemburg einen hohen Stellenwert. Kaiser Karls Söhne wuchsen alle zweisprachig - tschechisch und deutsch - auf und erhielten früh Französisch- und Lateinunterricht. Der sprachbegabte junge Sigismund lernte darüber hinaus Ungarisch, Italienisch und Polnisch. Der junge Prinz galt als hochgebildet, und im Gegensatz zu seinem Halbbruder Wenzel als attraktiv und lebenslustig. Sein Vater band ihn, wie alle anderen Kinder in seine luxemburgische Hauspolitik ein.

 

Heiratspolitik Karl IV. sollte Hausmacht stärken

Bereits nach seiner Geburt verlobte er Sigismund mit der Tochter des Nürnberger Burggrafen Friedrichs V. von Zollern. Als dieser selbst Söhne bekam, wurde die Verbindung gelöst. Im Jahre 1375 erfolgte in Brünn die Verlobung Sigismund mit Maria, der Tochter König Ludwigs aus dem Hause Anjou- Silzilien. Diese wurde durch den Tod ihrer älteren Schwester im Jahre 1378 zur Haupterbin Ludwigs in Ungarn.

Die Mark Brandenburg erhielt Sigismund 1376 als Lehen. Als der Ungarnkönig Ludwig 1382 starb, lösten die Polen sich von Ungarn. Sigismund hatte viele Widersacher in Ungarn, seine künftige Frau Maria war fast ein Jahr Gefangene der Gegner. Nur mit Hilfe seines Halbruders Wenzel IV., dem ungarischen Adel, der Stadt Venedig sowie hohen Zahlungsverpflichtungen wurde Sigismund König und konnte so seine Frau befreien.

1387 wurde er in Stuhl Weißenburg mit der „Stefans Krone“ zum König von Ungarn gekrönt. Um die Schulden zu tilgen, musste er die Mark Brandenburg 1388 an seine Vettern verpfänden. Nutznießer waren weiterhin sein Bruder Johann von Görlitz und Halbbruder Wenzel IV.

 

Schwierige politische Situation

Es war keine einfache Zeit. Im Osten lauerte die Türkengefahr, 1396 unterlag der junge König Sultan Bayezid, ein Jahr zuvor war seine Frau Maria verstorben, die Ehe war kinderlos geblieben. Im gleichen Jahr der Niederlage heiratete er 1396 die niederschlesische Adelige, Margarete von Brieg, Tochter des Herzogs Heinrich VII.

Sein Halbbruder Wenzel IV. war in Böhmen durch die Hussitenkonflikte verwickelt. Er stand zwischen den Interessensproblemen böhmischer und deutscher Fürsten. Sogar in den Stammlanden von Luxemburg gab es Probleme. 1394 schloss Sigismund einen Erbvertrag mit seinem Bruder. Die Ernennung des Halbbruders zum Reichsvikar gefiel Wenzel nicht.

 Bild: Budapest Dom

Während der Gefangenschaft Wenzels (1402/03), er wurde als König wegen Unfähigkeit abgesetzt, trat Sigismund als Reichsverweser die Herrschaft in Böhmen an. Unterstützt wurde er dabei von Albrecht IV. aus dem Hause Habsburg. Der Deutsche Orden förderte Sigismunds Politik und stärkte ihn finanziell, indem er dem Orden interessante Verpfändungen übergab. Die Herrschaftsansprüche in Ungarn und Böhmen durchzusetzen, überforderten Sigismund. Das führte dazu, dass am Weihnachtsfest 1403 Wenzel in Prag wieder die Macht übernahm.

 

Nach dem Tode seiner Frau Margareta heiratete Sigismund 1406 Barbara von Cilli, die ihm1409 das einzige Kind, Tochter Elisabeth, gebar.

 

Hussitenprobleme

Am 21. Juli 1411 wählten die Kurfürsten – nach dem Tode König Ruprechts - Sigismund zum Deutschen König. Die zweite Wahl fand 1414 in Aachen statt. Es gelang ihm, sich mit seinem Bruder über die Aufteilung der Königs- und Kaiserwürde zu einigen. In diese Zeit fiel die Einberufung des Konzils von Konstanz. Als starker König fühlte er sich dem durch Schisma geprägten Papsttum und dem damaligen Papst Johannes XXIII. entsprechend mächtig. Die Verbrennung des böhmischen Reformators  Johannes Hus, dem er das freie Geleit versprochen hatte, konnte er im Juli 1415 jedoch nicht verhindern. In Böhmen eskalierte die Lage nach dem Tod Wenzels und dem ersten Prager Fenstersturz.  

Am 28. Juli 1420 wurde Sigismund Nachfolger in der Reihe der böhmischen Könige aus dem Hause Luxemburg. Die Kreuzzüge gegen die Hussiten scheiterten ebenso, wie die Schlacht bei Lipany 1434. Die Husitten setzten ihn 1421 sogar als böhmischen König ab.1431 erfolgte die Krönung und Huldigung mit der „Eisernen Krone“ der Langobarden in Mailand, die bereits sein Vater inne hatte. Am 31. Mai 1433 konnte er dann endlich die Kaiserkrönung durch Papst Eugen IV. entgegen nehmen

Als Sigismund im August 1437 nach Prag zurückkehrte, war seine Gesundheit sehr angegriffen. Bei einer Operation wurde ihm eine große Zehe amputiert, dies ertrug er trotz starker Schmerzen. Es dürfte sich hierbei um schwere arterielle Durchblutungsstörungen gehandelt haben. Den Kaiser zeichnete, so wird berichtet, eine robuste Konstitution aus. Wie auch manche heutigen Politiker war er stets durch übermäßiges Essen und Trinken sowie durch die Strapazen des ständigen Reisens zeitlebens großen Belastungen ausgesetzt. Wie sein Vater Karl litt er zunehmend an Gichtanfällen. Auch ließ seine Sehschärfe nach und er bestellt- man lese und staune - 1434 vom Frankfurter Schöffen Walter von Schwarzenberg eine Brille.

 

Der Tod Sigismunds

Seine Totenfeier legte er selbst fest. Der Chronist berichtet: Am 9. Dezember 1437 hörte er im Dom zu Znaim mit der Krone am Haupt eine Hl. Messe, am Nachmittag verstarb er im Thron sitzend. Das Resume seiner Regierungszeit: 50 Jahre König in Ungarn, 27 Jahre deutscher König, 18 Jahre böhmischer König und über vier Jahre Kaiser des Römischen Reiches. Seine Frau Barbara starb im Juli 1451 in Melnik / Mittelböhmen an der Pest.

 

Der letzte Luxemburger auf dem Thron

Sigismund gilt bei Historikern als Kirchen- und Reichsreformer. Er entwickelte die Idee der Donaumonarchie, wie sein Vater Karl IV. war er ein großer Diplomat, aber ein schlechter Feldherr. Wie sein Großvater Johann war er stets in Unruhe und betrieb zu viele „Geschäfte“ gleichzeitig. Die enormen Ausmaße seines Reiches, die hohen und unterschiedlichen wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse stellten an ihn hohe Anforderungen. Mit der geregelten Nachfolge durch seinen Schwiegersohn Albrecht, Gemahl seiner Tochter Elisabeth setzte er seine Machtvorstellungen durch. In einem Erbvertrag erhielten beide die habsburgischen und luxemburgischen Besitztümer zugesprochen. Somit endete die Luxemburger Zeit in Böhmen.

Durch die Vermählung (1421) seiner Erbtochter Elisabeth mit Herzog Albrecht V. von Österreich (ab 1438 König Albrecht II.) bereitete Sigismund dem späteren Habsburgerreich den Weg.

 

 Sigismund und Nürnberg

 

Am 29. September 1423 wurde zwischen Sigismund und den Nürnberger Stadtvätern beschlossen, "unser und des heiligen reichs heiligtum" auf ewige Zeiten, unwiderruflich und unanfechtbar der Stadt Nürnberg anzuvertrauen. Grund war die unsichere Situation durch die Hussitenkriege im böhmischen Land. Von zwei Nürnberger Abgesandten begleitet, zum Schluss als ein Fischtransport getarnt, trafen am 22. März 1424 die Reichskleinodien mit der Reichskrone in  Nürnberg ein.

 

 

Ein Chronist hielt folgendes fest: :

"In einem glänzenden Zug werden die Reichskleinodien nach Nürnberg eingebracht. Die Stadt feiert den ganzen Tag. Die Bürger haben sich festlich gekleidet, die Gefangenen, selbst schwere Verbrecher, entlässt man aus dem Gefängnis, und die Leichname der Gehenkten, die sonst lange am Galgen hängen müssen, werden abgenommen, denn die heiligen Reliquien kommen nahe am Hochgericht vorüber, und alle - auch die Hingerichteten - sollen ihrer Gnade teilhaftig werden. Die gesamte Geistlichkeit, der Nürnberger Rat, die ganze Bürgerschaft ziehen in feierlicher Prozession dem Kronschatz durch das Frauentor weit vor die Stadt hinaus entgegen."

Bild Sigismund von Dürer      

 

Im Rahmen steht folgender Spruch:

"Dis ist der gestalt und biltnus gleich

Kaiser Karlus, der das Remisch reich

Den Teitschen under tenig macht

                                             Sein kron und klaidung hoch geacht

                                                  Zaigt man zu Nurenberg alle jar

                                                                                                    Mit andern haltum offenbar"

 

Noch im gleichen Jahre wurde das Verwahrungsprivileg Nürnbergs durch den Papst bestätigt. Die Kleinodien sollten  in der Kirche des Heilig Geist Spitals verwahrt werden. Die "ewige Zeit" der Verwahrung solle erst dann enden, wenn die Stadt vom rechten Glauben abfalle. 372 Jahre lang hatte die Reichskrone in Nürnberg, in des Reiches Mitte, ihren  Ort. Aus Angst vor Napoleon kamen die Reichskleinodien nach Wien, wo sie heute noch sind.

 

 

 

 

Bild: Das Heilig-Geist-Spital wurde 1332 bis 1339 als Stiftung des reichen Patriziers Konrad Groß (Reichsschultheiß) für Alte und Bedürftige errichtet und gilt als die umfangreichste Stiftung einer Einzelperson im Reich vor 1500.

 

 



Ab 1500 wurde es nach Entwürfen Hans Beheims d. Ä. mit „Sude“ und „Bau“ über die Pegnitz erweitert. Erhalten sind Sudenprediger- und Verwalterhaus längs des südlichen Pegnitzarms und die Nordwand der ehemaligen Spitalkirche mit polygonalem Dachreiter (Hans-Sachs-Platz). In der nicht wiederhergestellten Kapelle wurden von 1424 bis 1796 die Reichskleinodien aufbewahrt

 

Bild: Repliken der Kronjuwelen im Rathaus Nürnberg.

 

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