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Auf den Spuren der Böhmischen Könige von Würzburg nach Kitzingen 

Heidingsfeld- der Böhmische Löwe im Stadtwappen 

Heidingsfeld, heute Stadtteil von Würzburg- das alte Stadtwappen beinhaltet den Böhmischen Löwen

Gleich vorweg:   "Heidingsfeld war ab 1367 bis zu seiner endgültigen Eingliederung in das Fürstbistum Würzburg 1508 eine böhmische Königsstadt. Der Grund zur Stadterhebung dürfte sicher darin zu suchen sein, den böhmischen Königen oder deutschen Kaisern aus Böhmen als sicherer Aufenthaltsort auf ihren Reisen von Prag nach Frankfurt, wo die Reichstage stattfanden, zu dienen." All dies zusammen mit der starken Hausmacht der Lützelburger, die ja als böhmische Könige und deutsche Kaiser regierten, sind der Grund zur ersten Heidingsfelder Besonderheit. Die Stadt gehörte mittelbar zum Reich und war doch keine Reichsstadt.

 

 

Heidingsfeld- ist seit 1930 Stadtteil von Würzburg. Die Grafen von Rothenburg und Hohenlohe, die Dynastie der Staufer bemühten sich um den Besitz der Stadt. Mit dem Luxemburger Karl IV. und dessen Sohn Wenzel begann eine enge Bindung zu Böhmen. Heidingsfeld lag am Weg der böhmischen Könige von Prag über Nürnberg nach Frankfurt und die Stammlande Luxemburg. 1367 verlieh der böhmische und deutsche König Wenzel IV. der Stadt das Privileg  unabhängig zu werden. Im ehemaligen Wappen der Stadt thront noch immer der Böhmische Löwe.

Karl IV. , der durch die Heirat mit der Wittelsbacherin Anna v. der Pfalz-Heidelberg in den Besitz der nördlichen Oberpfalz und großer Teile Mittefrankens auf dem Weg nach Nürnberg gelangte, war bestrebt, sich den westlichen Weg bis Frankfurt zu sichern.

Folgende Orte und Burgen nahm er durch Tausch, Pfand oder Kauf in seinen Besitz: Burg Wilhermsdorf, Erlangen, Burg und Stadt Wertheim, Kreuzwertheim, die Burgen Kropfsberg und (Vorder) Frankenberg, Burg Willanzheim und einen Teil der Stadt Schweinfurt. 1366 Burg und Ort Prichsendorf am Main sowie Burg Michelfeld bei Bernheim. Niemand hinderte ihn an diesem Vorhaben.

1366 musste der Würzburger Bischof dem Kaiser die beiden Reichsdörfer Heidingsfeld und Bernheim für Karls Sohn Wenzel IV. auszulösen. Bereits im Dezember 1366 weilte Karl mit seinem kleinen Sohn in Heidingsfeld und stellte hier Urkunden aus. Heidingsfeld wurde bald zum beliebten Aufenthaltsort des Kaisers  auf seinem Weg zwischen Frankfurt und Nürnberg. Anders als in Sulzbach, der Hauptstadt „Neuböhmens“ in der Oberen Pfalz, war Heidingsfeld, wie auch die anderen Mainfränkischen Orte als Reichspfandschaft und Reichslehen im Besitz der böhmischen Könige. Nach dem Tode Wenzels übernahm dessen Halbbruder, der böhmische König und römische Kaiser Sigismund die Rechte des Ortes, als Stadtherr bestimmte er Nürnberg, den Schutz übernahm der Bischof von Würzburg.

Wie Würzburg, wurde auch Heidingsfeld von der alliierten Bomberangriffen 1945 großteils vernichtet.  Die Stadtmauer ist noch heute gut sichtbar renoviert. Auch die Nachfolger der Luxenburger auf dem böhmischen Thron bestanden auf die Zugehörigkeit zur Krone Böhmens. Gemeint sind König Ladislaus von Ungarn und Böhmen, sowie der als "Ketzer -könig" titulierte Georg von Podebrady (siehe auch Ostböhmen Stadt Podebrady). Aktenkundig sind diverse Vorfälle, wie ein Befehl König Georgs vom 5. August 1456. Hier handelte es sich um einen "Befehl zum Gehorsam gegen den bestehenden Rat".

 

 

 

 

 

 

 

Als König Podebrady 1471 starb ging es erneut um die Pfandschaft Heidingsfelds zur Böhmischen Krone. Zwischen Georgs Sohn Herzog Heinrich, Markraf des schlesischen Münsterbergs, Georgs Nachfolger der polnische König Wladislaus (1471-1516) und dessen Gegenspieler Matthias Corvinius von Ungarn kam es zum Streit.

 

 

 

Reichsadler und Böhmischer Löwe, früher am Obertor befestigt, sind heute am Zehnthof, dem heutigen Malteser Spital in die Wand eingelassen. 

1473 trat der westböhmische Adelige, Burian von Guttenstein in die Geschichte Heidingsfelds und Bernheims als Pfandherren ein. Sie übernahmen 1488 auch die Stadtrechte Nürnbergs. Die Guttensteiner waren unter Karl IV. Pfandherren der Herrschaft Störnstein - Neustadt / WN. Immer wieder kam es zu Konflikten mit dem fränkischen Ritteradel. Das Auslösungsrecht behielt sich jedoch der böhmische König vor.                        

 

 

 

 

                                                             

Unter Karl IV. wurde das Dorf Heidingsfeld zur Stadt erhoben und als befestigter Herrschaftsmittelpunkt ausgebaut und gesichert. Karl, der stets die Rechte der Bürger und Städte sicherte und förderte, verfuhr hier wie in seinen neuböhmischen Landen. Heidingsfeld erhielt Markt- (1367), Münz-(1368) und Zollrecht. Als böhmische Untertanen unterstanden die Bürger auch den Gerichtsbarkeiten, festgehalten in der Goldenen Bulle 1356. Eine Provokation gegenüber dem mächtigen Würzburger Bischof, die erhaltenen Rechte mussten in den kommenden Jahrzehnten nicht selten gegen ihn vertei- digt werden. Das Siegel von Heidingsfeld zeigte mit dem böhmischen Löwen auf die Zughörigkeit Böhmens hin. Heidingsfeld war somit „keine Reichsstadt sondern eine böhmische Landstadt“. Bei seiner Königswahl erneuerte Wenzel IV. 1397 die Rechte, gleiches regelte 1422 sein Nachfolger Sigismund und dessen Nachfolger auf dem böhmischen Thron bis hin zum Jahre 1524 unter Kaiser Karl V. Die Sonderstellung Heidingsfeld wurde im Laufe der Zeit systematisch abgebaut. 1628 wurde die böhmische Pfandschaft in ein böhmisches Lehen umgewandelt. Von dem Lehen berichtet nach der Schlacht auf dem Weißen Berg in Prag (1620) als Würzburg die katholische Liga gegen den  kalvinistischen „Winterkönig“ von Pfalz Heidelberg unterstützte, der erhaltene erste böhmische Lehensbrief für Würzburg über Heidingsfeld 1628 (abgebildet in der Chronik Heidingsfeld  S: 115). Was blieb, war der böhmische Löwe im Siegel. Diese Lehensherrschaft bestand bis 1796.

 

 

 

 

 

 

 Kirche St. Laurenzius

 Quelle: Chronik von Heidingsfeld

Würzburg- Bezirkshauptstadt von Unterfranken

 

Würzburg- Stadt an der Straße von Frankfurt über Nürnberg nach Prag

 

Verkehrstechnisch hat Würzburg einiges zu bieten, zum einen besitzt es den Zugang zum Main, der hier schon immer schiffbar war, zum anderen liegt es seit der Frühzeit am Schnittpunkt bedeutender Straßen. Bereits im 8. Jahrhundert nutzte das Bistum Würzburg diese zentrale Stellung. Vielfach sind die Steckenverbindungen der alten Wege nicht mehr nachvoll -ziehbar, oft änderten sie auch ihre Ausrichtungen.

 

Der Verbindungsweg  Kaiser Karl IV. von Prag über Nürnberg nach Frankfurt führte im 14. Jahrhundert an Würzburg vorbei. Trotzdem gibt eine Verbindung zu Böhmen, denn woher käme der Wenzelssaal – die „gute Stube“ im historischen Rathaus der Stadt?

 

 

 

 

Davon berichtet folgende Geschichte:

Die bewegte Geschichte Würzburgs ist geprägt von ihren Bischöfen, die in der Vergangenheit bei den Bürgern nicht immer willkommen oder gar beliebt waren. Gerhard von Schwarzenberg, wurde durch Papst Gregor XI. gegen den Willen des Domkapitels und der Bürgerschaft inthronisiert. Fehden, Belagerungen, Zerstörungen, drückende Sonder -steuern auf Getreide und Wein provozierten Revolten. Als der damals herrschende deutsche und böhmische König Wenzel IV., Sohn Kaiser Karl IV. aus dem Hause Luxemburg auch noch eine Zusatzsteuer auf diese Waren zugunsten des Bischofs legte, war das Maß voll.

Die Bürgerschaft schloss sich mit 13 andern Städten zu einem Verteidigungsbund zusammen. Ein Verhandlungsbereitschaft ignoriert Gerhard Schwarzenburg, im Gegenteil er verhängte das Interdikt, das Verbot der Abhaltung an Gottesdiensten; im MA eine schreckliche Strafe für die Gläubigen.

 

 

 

 

Foto: Die Restaurierung und Wiederaufstellung der Nepomukstatue auf der Alten Mainbrücke in Würzburg vor 50 Jahren organisierte die 1946 aus katholischen Vertriebenen entstandene Ackermann-Gemeinde. Bischof Dr. Julius Döpfner segnete die neue Statue am 13. Mai 1956.

Es kam in Würzburg zum Aufstand, zwei Räte wurden erschlagen, der Bischof rettete sich auf den Marienburg über dem Main. Von außen eilte der Landadel zur Unterstützung des Bischofs herbei und belagerte die Stadt. Fritz Schad, dem Sprecher der Zünfte gelang es, den Belagerungsring heimlich zu durchbrechen. Er eilte nach Prag. Seine ganze Hoffnung, der Böhmenkönig Wenzel. Schad, der nach seinem Durchbruch, mit Geschenken für König und Hofstaat mitbrachte und weitere Gesinnungsgenossen dabei hatte, machte Wenzel den Vorschlag, Würzburg zur Reichsstadt zu küren. Mit diesem Schachzug wäre die Bürgerschaft elegant den Bischof los geworden und nur mehr den Gesetzen des Königs und Kaisers unterstanden. König Wenzel fühlte sich geschmeichelt, Geldgierig war er zudem und erhoffte sich heimlich weitere Steuereinnahmen. Er sagte zu und sandte den königlichen Berater Borziwoij von Swinar mit einer Abordnung nach Würzburg zurück. Dieser sollte bis zur Ankunft des Königs alles Notwendige vorbereiten.

In Nürnberg stellte Wenzel am 12. Okt. 1397 die erhoffte Urkunde aus und nahm Würzburg und zehn weitere Städte unter seinen persönlichen und den Schutz des Reiches. Bei seiner Ankunft in Würzburg wollte ihm die Bürgerschaft einen triumphalen Empfang breiten, ein langersehnter Traum schien in Erfüllung gegangen zu sein: Der unbeliebte, ja gehasste Bischof war nur mehr Oberhirte, und kein Steuereintreiber mehr. Sofort, so berichtet die Chronik, fertigten Schmiede und Wagner Wappen mit dem Reichsadler, um diese an allen wichtigen Stellen anzubringen.

 Bild: Die "Alte Mainbrücke" wurde 1473-1543 an Stelle der zerstörten romanischen Brücke errichtet und um 1730 durch die charakteristischen barocken Figuren auf den Brückenpfeilern ergänzt. Die Statuen wurden von den Fürstbischöfen Christoph Franz von Hutten und Friedrich Karl von Schönborn errichtet und stellen wichtige Persönlichkeiten aus der Geschichte Würzburgs und Franken dar.

 

Es kam zum Aufstand, zwei Räte wurden erschlagen, der Bischof rettete sich auf den Marienburg über dem Main. Von außen eilte der Landadel zur Unterstützung des Bischofs herbei und belagerte die Stadt. Fritz Schad, dem Sprecher der Zünfte gelang es, den Belagerungsring heimlich zu durchbrechen. Er eilte nach Prag. Seine ganze Hoffnung, der Böhmenkönig Wenzel. Schad, der nach seinem Durchbruch, mit Geschenken für König und Hofstaat mitbrachte und weitere Gesinnungsgenossen dabei hatte, machte Wenzel den Vorschlag, Würzburg zur Reichsstadt zu küren. Mit diesem Schachzug wäre die Bürgerschaft elegant den Bischof los geworden und nur mehr den Gesetzen des Königs und Kaisers unterstanden. König Wenzel fühlte sich geschmeichelt, Geldgierig war er zudem und erhoffte sich heimlich weitere Steuereinnahmen. Er sagte zu und sandte den königlichen Berater Borziwoij von Swinar mit einer Abordnung nach Würzburg zurück. Dieser sollte bis zur Ankunft des Königs alles Notwendige vorbereiten.

In Nürnberg stellte Wenzel am 12. Okt. 1397 die erhoffte Urkunde aus und nahm Würzburg und zehn weitere Städte unter seinen persönlichen und den Schutz des Reiches. Bei seiner Ankunft in Würzburg wollte ihm die Bürgerschaft einen triumphalen Empfang breiten, ein langersehnter Traum schien in Erfüllung gegangen zu sein: Der unbeliebte, ja gehasste Bischof war nur mehr Oberhirte, und kein Steuereintreiber mehr. Sofort, so berichtet die Chronik, fertigten Schmiede und Wagner Wappen mit dem Reichsadler, um diese an allen wichtigen Stellen anzubringen.

 

 

 Wenzel IV. kommt nach Würzburg

Am 5. Dezember 1397 ritt Wenzel mit seinem Gefolge in die Stadt ein. Elf Tage sollte gefeiert werden, der König bekannt als trinkfester Lebemann ließ sich huldigen. Täglich kam es zu Empfängen mit endlosen Gastmählern, Tänzen im romanischen Saal im Haus „zum Grünen Baum“, heute im Rathaus gelegen und Wenzelsaal genannt. Nach seines Vaters Sitte wurden, ähnlich wie im Laufer Schloss, das Reichswappen und der Böhmische Löwe an die Wand gemalt, hinzu kamen die Wappen aller böhmischer Adeligen im Gefolge.

 

Danach zog Wenzel weiter nach Frankfurt und erlebte dort einen eisigen Empfang. Due Kurfürsten schalten seinen Alleingang, nannten ihn unsinnig und drohten gar mit der Absetzung, die dann auch im August 1400 als deutscher König erfolgte. Nachfolger wurde der Wittelsbacher Ruprecht III. von der Pfalz. Wenzel persönlich hat auf den Titel eines römischen Königs nie verzichtet und führt ihn auch weiterhin in Urkunden.

 

Für Würzburg war es mit dem Titel einer Reichsstadt bereits 1399 vorbei, der Bischof hatte wieder das Sagen, der Huldigungsschwur auf Wenzel ward ungültig erklärt worden. Für Wenzel IV., auf den sein Vater Karl große Hoffnungen gesetzt hatte, endete auch das böhmische Königsdasein böse. Von Mai 1402  bis November1403 erfolgte die Gefangennahme Wenzels; beteiligt: war auch sein Halbbruder Sigismund. Wenzel stirbt in Prag 16. August 1419 in Prag. Den Königs- und sogar Kaisertitel erhielt Sigismund, der letzte Luxemburger auf dem Böhmischen Thron.

 

Weitere Bezugspunkte zu Böhmen

Sigismund, wie auch sein Vater Karl IV., tauchen nie in der Geschichte der Stadt Würzburg auf. 1620 kämpft ein Würzburger Oberst, namens Bauer von Eiseneck mit der Katholischen Liga gegen den die Truppen des „Winterkönigs“ bei der Schlacht am Weißen berg. 1625 fällt das Heer des böhmischen Generals Waldstejn (Wallenstein) in Franken ein und 1795 flieht Bischof Georg Karl von Fechenbach, 80. Bischof der Stadt- er war der letzte geistliche Fürstbischof vor den napoleonischen Truppen über Meiningen nach Prag.

 

 

 

 

 

 

 

Zum Wenzelsaal

Er gehört zum ältesten Teil des Rathauses, sein mittelalterlicher Name „Grafeneckart. Ursprünglich ein Turm und Sitz des bischöflichen Schulheißen und Vizeburggrafen. Der zweischiffige aus dem 13. Jahrh. Stammende Wenzelsaal befindet sich im Obergeschoss. Die Wappen der der kurzen böhmischen Epoche aus dem 14. Jahrh. sind in Resten erhalten. Genutzt wird der Wemzelsaal zu allen offiziellen Empfängen der Stadt und als „gute Stube der Stadt“ seit  jeher bezeichnet.

 

 

 Wappen der Stadt Würzburg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                

Dokumentationszentrum über die Zerstörung der Stadt am Ende des 2.Weltkrieges. Der Schrecken erfolgte am 16. Mai 1945- und sechs Häuser der Altstadt blieben stehen. Geplant war sogar ein monumentales Trümmerfeld ohne Wiederaufbau. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                      

 

 

 

 

 

Das moderne Würzburg im Hafenviertel entstand 2002 durch die Tirschenreuther Architekten Brückner& Brückner ein fantastischer Kulturspeicher (Europa-Preis) , das Fernheizwerk daneben gelegen, wurde 2008 einem Schiff ähnlich umgestaltet. zu finden ist es in einem denkmalgeschützten Hafenspeicher.

                                                     

Das Museum verent zwei unterschiedliche Sammlungen: Eine private Sammlung "Konkrete Kunst in Europa nach 1955" und eine Städtische Sammlung von Kunst- werken des 19.20.und 21. Jahrhunderts.

 

 

 

 

Museumspädagogisches Programm auch für Kinder und Jugendliche, Museumshop, Cafe-Restaurant Lumen, alles behindertengerecht konzipiert.

 Mehr Infos unter: www.kulturspeicher.de

 

 

Mit einem Blick auf die Festung verabschieden wir uns von der Unterfranken Metropole Würzburg

 

Quellen: 15. Jahrhunderte Würzburg, Echter Verlag, Infos der Stadt und eigene Unterlagen

 

 

 

Würzburg pflegt die Geschichte des Hl Nepomuk

Gedenktag des Hl. Nepomuk ist der 16. Mai. Nach einer Messfeier ziehen die Gläubigen in Würzburg, begleitet von einer Blaskapelle, bei einer Lichterprozession zur Alten Mainbrücke. Der Andacht vor der Nepomukstatue auf der Mainbrücke schlließt sich das alljährlich von der Wasserwacht organisierte traditionelle Lichterschwimmen an.

Erzbischof von Prag erhielt am 15.05.06 die Nepomuk-Medaille der Ackermann-Gemeinde

Kardinal Miloslav Vlk hat Deutsche und Tschechen aufgerufen, den Weg der Versöhnung zwischen beiden Nachbarvölkern fortzusetzen. Bei einer Festakademie zum 50. Jubiläum der Nepomuk-Feier in Würzburg am Samstag, 13. Mai, ehrte die Ackermann-Gemeinde den Erzbischof von Prag mit der erstmals verliehenen Nepomuk-Medaille. Kardinal Vlk sei ein mutiger Zeuge des Glaubens und Brückenbauer zwischen Deutschen und Tschechen, würdigte der Bundes- und Diözesanvorsitzende der Ackermann-Gemeinde, Adolf Ullmann. Neben der Festakademie bildeten ein Pontifikalamt mit Kardinal Vlk in der Neumünsterkirche und die anschließende Lichterprozession zur Alten Mainbrücke mit dem traditionellen Lichterschwimmen auf dem Main den Auftakt zur diesjährigen Renovabis-Pfingstaktion für die Kirche in Mittel- und Osteuropa.

Auf dem Weg nach Kitzingen

 

 

 

 

 

Kitzingen - Eine mainfränkische Stadt mit alter Tradition

 

 Foto: Die Mainbrücke in Kitzingen

Kitzingen tritt zum ersten Mal in Zusammenhang mit der Gründung eines Benediktinerinnenklosters im Jahre 745 in das Licht der Geschichte. Der Sage nach hat Hadeloga, eine Tochter von König Pippin dem Jüngeren, das Kloster an der Stelle gegründet, an der ein Schäfer namens Kitz ihren vom Wind verwehten Schleier gefunden hat

Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung einer "villa Kitzingen" (Dorfsiedlung) in Nähe des Klosters datiert jedoch in das Jahr 1040. In einer hohenlohischen Urkunde aus dem Jahr 1300 wird Kitzingen erstmals Stadt (civitas) bezeichnet, zudem wird auch die Alte Mainbrücke zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

 

 

 

Siegel und Wappen von Kitzingen stellen seit dem 14. Jahrhundert eine weiße steinerne Brücke mit drei Pfeilern und fünf Zinnen auf blauem Grund dar, Symbol für die Alte Mainbrücke und die befestigte Stadt.

 

Zwischen 1336 und 1406 kommt die Stadt durch Kauf und Tausch von den Grafen von Hohenlohe an das Hochstift Würzburg. Dieses verpfändet Kitzingen 1443 mit dem Recht auf Wiedereinlösung an die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach.

In der Reformationszeit wird die Stadt evangelisch. Drei Jahre später beteiligen sich zahlreiche Bürger am Bauernkrieg des Jahres 1525. Markgraf Casimir bestraft nach dessen Niederwerfung 60 Aufständische mit Blendung und Stadtausweisung.

Nach einem Prozess vor dem Reichskammergericht kommt die Stadt 1629 durch Wiedereinlösung an das Hochstift Würzburg zurück. Die folgende Rekatholisierung veranlasst über 1000 evangelische Bürger - darunter 20 Ratsherren - zur Auswanderung. Erst 1650 wird den Protestanten in einem Gnadenerlass von Fürstbischof Johann Philipp I. von Schönborn Religionsfreiheit gewährt. Neben den beiden christlichen Konfessionen existiert zu diesem Zeitpunkt auch eine bedeutende jüdische Gemeinde, die bereits im 16. Jahrhundert eine Synagoge besaß.

Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn, ein Förderer des Mainhandels, erhebt Kitzingen 1746 zu einer fürstlichen Handelsstadt, lässt ein Lagerhaus mit einem Kran bauen und gewährt steuerliche Vergünstigungen.

 

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts vollzieht sich der letzte Wandel in der Landesherrschaft. Das 3.696 Einwohner und 774 Häuser zählende Kitzingen wird 1802 eine bayerische Stadt.

Der Weinhandel entwickelt sich in der Folgezeit zum wichtigsten Wirtschaftszweig. So steigt die Zahl der Weinhändler von 16 (1803) auf fast 100 (1906) an. Auch der Gemüseanbau spielt bereits zu Ende des 18. Jahrhunderts eine große Rolle. Damals wie heute ist er auf die Vorstadt Etwashausen konzentriert.

Der Anschluss Kitzingens an die Eisenbahn erfolgt im Jahre 1865 und bringt den Mainhandel und das blühende Kitzinger Fuhrwesen zum Erliegen. Erst mit Errichtung der Kettenschleppschifffahrt 1900 belebt sich dieser wieder. Mit dem Anschluss an die Großschifffahrtsstraße Rhein-Main-Donau durch den Bau der Staustufe 1958 und die Anlegung eines Hafengeländes will die Stadt ihre frühere Bedeutung als Umschlagplatz wieder zurückgewinnen.

                                                                                                            

Stadt Kitzingen   Stadtarchiv

Landwehrstraße 23        97318 Kitzingen

Telefon:  09321/927062  09321/927062

E-Mail:    archiv@kitzingen.info

doris.badel@stadt-kitzingen.de

Internet: www.kitzingen.info

 

Aufgrund der zunehmen -den Bevölkerungszahl, die in der rasanten Entwicklung der Industrie begründet liegt (u.a. Rosshaarspinnereien, Farbfabriken, Fass -fabriken), wird 1865 der Gürtel der mittelalter -lichen Befestigung gesprengt und die Stadt breitet sich nach allen Seiten aus. Am eindrucksvollsten ist die Ausdehnung im Osten zu beiden Seiten der Bundesstraße 8. Hier entwickelt sich seit 1924 aus einer Eigenheim-Siedlung ein weiterer neuer Stadtteil, die "Siedlung".

Auf den Höhen im Westen erheben sich seit 1936 Kasernen und seit 1951 die Wohnbauten für die Familien amerikanischer Soldaten, deren endgültiger Abzug aus Kitzingen bis Ende des Jahres 2006 erfolgen wird. In der jüngsten Zeit sind neue Industrie- und Gewerbegebiete wie "Goldberg", „Flugplatz“ oder "Schwarzacher Straße" außerhalb der Stadt entstanden.

Heute zählt Kitzingen, seit 1972 "Große Kreisstadt", zusammen mit seinen von 1973 bis 1978 eingemeindeten vier Ortsteilen über 21.000 Einwohner. Damit ist die Stadt nicht nur das größte Weinhandelszentrum im fränkischen Weinland, sondern auch Gewerbe-, Handels-, Kultur- und Schulzentrum des Landkreises. Kitzingen hat sich zu einer lebens- und liebenswerten, gastfreundlichen Stadt am Main entwickelt.

Dieser Beitrag stammt von der Stadtarchivarin, Frau Doris Badel, M.A., Stadtarchiv Kitzingen. Wir danken herzlichst!

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