Slideshow

  Goldene Straße-Zlatá cesta
   In memoriam Vaclav Havel
   Milena Jesenská und ihr Traum
   Namensbedeutung
   Impressum
   Suche
   Goldene Straße - aktuell
   Oberpfalz aktuell
   Franken aktuell
   Tschechien aktuell
   Ostbayern lernt Tschechisch
   1414/15- 2014/15 Jan Hus
   Literatur
   Links
   Kontakt
   2. D-CZ Mensch-ärgere-dich nicht Turnier 2012
   Kladruby-Zwiefalten-Pilsen2015
   D-CZ Geschichtspark Bärnau
   700 Jahre Hochzeit Jan+Eliska
   Bayerisch/böhmisch_ Bavorsky/cesky
   Transport
   Verbotene Straße-Zakázaná cesta
   Weg der Goldenen Straße
   von Luxemburg
   durch Deutschland
    Landbrücke:Trier- Koblenz
    Frankfurt - Nürnberg
     Karl IV.: politische Landbrücke
     Frankfurt nach Aschaffenburg
     Aschaffenburg bis Würzburg
     Unterfranken
     Würzburg nach Kitzingen
     Mainbernheim u. Karl IV.
     Iphofen - böhmische Krone
      Einersheim nach Nürnberg
    Nürnberg - Bärnau
   Zlatá cesta durch Tschechien
   nach PL / Niederschlesien
   Persönlichkeiten
   Tourismus-Reisen
   Aktivitäten
   Förderverein Goldene Straße

von Frankfurt nach Seligenstadt

Frankfurt

Frankfurt am Main ist mit über 659.000 Einwohnern die größte Stadt Hessens und nach Berlin, Hamburg, München und Köln die fünftgrößte Deutschlands. Seit dem Mittelalter gehört Frankfurt zu den bedeutendsten Zentren Deutschlands.

794 erstmals urkundlich erwähnt, war es seit dem Hochmittelalter Freie Reichsstadt und bis 1806 Wahl- und Krönungsstadt der römisch-deutschen Kaiser. Von 1816 bis 1866 war Frankfurt Sitz des Deutschen Bundes und 1848/49 des ersten frei gewählten deutschen Parlaments. Heute ist Frankfurt ein bedeutendes europäisches Finanz-, Messe- und Dienstleistungszentrum. Die Stadt ist Sitz der Europäischen Zentralbank, der Deutschen Bundesbank, der Frankfurter Wertpapierbörse und der Frankfurter Messe. Durch ihre zentrale Lage gehört sie mit dem Frankfurter Flughafen, dem Hauptbahnhof und dem Frankfurter Kreuz zu den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten Europas.

Frankfurter Rathaus

Man kennt den Namen des Baumeisters nicht, der den Kaisersaal mit seinen fünfundvierzig Nischen errichtet hat. Als Maximilian II. im Jahre 1564 in Frankfurt gewählt wurde, zeigte er sich dem Volke von dem Balkon dieses Saales aus: Seitdem heißt er Kaisersaal, und seitdem fanden hier immer die Kaiser-Proklamationen statt. Da dachte man daran, ihn nunmehr auch auszuschmücken, und damals entstand die Idee, in den ringsumlaufenden Nischen die Bilder aller seit dem Erlöschen der Karolinger erwählten und gekrönten deutschen Kaiser anzubringen, wobei die übrigen Nischen künftigen Kaisern vorbehalten bleiben sollten. Oft wurde eine Erweiterung angedacht. 1794 nahm Franz II., der fünfundvierzigste römische König, die fünfundvierzigste Nische ein. Es war die letzte Nische und der letzte Kaiser. Als der Saal voll war, brach das deutsche Reich zusammen.

 

 

 

Kaiserstadt Frankfurt

Offiziell wurde Frankfurt erst 1356 zum Schauplatz der Königs- und Kaiserwahl. Karl IV. bestätigte indes in seiner Goldenen Bulle, dem “Reichsgrundgesetz”, nur, was ohnehin Gewohnheit war. Schon seit Jahrhunderten waren in der Bartholomäuskirche, dem heutigen Dom, immer wieder Könige “gemacht” worden - im Jahr 855 etwa Lothar der II., der König von Lothringen.

Mit dem Ende der Dynastie der Staufer - unter denen sich Frankfurt zur Stadt entwickelt hatte - wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts die Wahlmonarchie zur Regel. Das Recht, den Herrscher zu wählen, war früher ein Privileg aller Reichsfürsten; die Goldene Bulle schränkte diesen erlauchten Kreis auf wenige Kurfürsten ein - zunächst waren es sieben, später neun. Sie hatten sich innerhalb von drei Monaten nach dem Tod eines Königs mit ihrem auf jeweils 200 Personen begrenzten Gefolge in Frankfurt einzufinden, um in der Bartholomäuskirche dessen Nachfolger zu bestimmen. Der Ablauf war in der Goldene Bulle genau festgelegt, und ebenso die vielfältigen Pflichten der Frankfurter: Sie hatten die Veranstaltung abzuschirmen und über die strenge Einhaltung der Regularien zu wachen. So musste sie etwa dafür sorgen, dass spätestens am Tag der Wahl alle Fremden die Stadt verließen. Eine Kopie der Goldenen Bulle liegt heute im Kaisersaal des Rathauses unter Glas ( Original in Berlin).

Die Goldene Bulle Karl IV. ermöglichte ein starkes Wachstum im 14. Jahrhundert

 

Kaiser Ludwig der Bayer, dem die Bürger die Tore der Stadt öffnete, gab Frankfurt 1329 die Erlaubnis, alle ihre verpfändeten Einkünfte, Ämter und Rechte einzulösen. Er erweiterte das Messeprivileg der Frankfurter Messe und gestattete 1330 die Abhaltung einer Frühjahrsmesse. Er verbot neue Zölle in einem Umkreis von zehn Stunden und gewährte der Stadt das Recht, Bündnisse zu schließen. Zusätzlich genehmigte er ihr 1333 eine größtmögliche Ausdehnung des ummauerten Stadtgebiets. Damit war praktisch der Grundstein für einen gewaltigen Aufschwung der Stadt als Handels- und Messestadt gelegt.

Die Bevölkerung wuchs auf 10.000 Einwohner und bald platzte die Stadt aus allen Nähten. Die Folge, die Frankfurter Bürger mussten eine neue Befestigungsanlage errichten, von der heute noch der Eschenheimer Turm erhalten ist.

Foto: Das Eschenheimer Tor, das einzige noch existierende Stadttor aus der Befestigungsanlage von 1333

Wie in anderen Orten des Reiches wurden in Frankfurt die städtischen Ämter mit der Zeit ein Erbteil einzelner alt eingesessener Familien. Anlass für viele Streitigkeiten mit den Zünften. Kaiser Karl IV., der durch den plötzlichen Tod Ludwig den Bayern, Königs und Kaisertitel errang, teilte deswegen den Rat in drei Bereiche:   Schöffen, Gemeinde und Zünfte.

Durch die Goldene Bulle Karl IV., dem großen Gesetzeswerk des Mittelalters, wurde Frankfurt 1356 ständige Ort der Wahl der deutschen Könige. Die Stadt hatte darauf zu achten, dass keiner der Kurfürsten mehr als 250 Leute bei sich hatte, darunter höchstens 50 Bewaffnete. Auch mussten am Wahltag alle Fremden die Stadt verlassen. Eine unglaubliche Aufwertung der Stadt neben Nürnberg (Reichstage), Prag (Kaisersitz) und Aachen ( Krönungsstadt).

Karl IV., auch der Kaufmann auf dem Thron genannt bevorzugte die Zusammenrbeit mit den reichen Kaufmannsfamilien, ob in Nürnberg oder in Frankfurt.

Wenzel IV.

Weit außerhalb dieser Stadtmauer entstand nach der Genehmigung durch Karls Sohn, König Wenzel IV.(1393) die Frankfurter Landwehr. Diese aus Dornen und Gebüsch bestehende Anlage, deren Bau sich über die nächsten 150 Jahre erstreckte, wurde an den Kreuzungen mit den großen Ausfallstraßen mit Warttürmen versehen. Das Ziel der Landwehr war außer der militärischen Verteidigung auch die optische Abgrenzung des eigenen Gebietes, insbesondere gegenüber den Herren und Grafen von Hanau, mit denen es immer wieder politische Streitigkeiten gab.

Mitte des 14. Jahrhunderts war Frankfurt vor allem das Zentrum des Tuchhandels. Mehr als 300 Mitglieder der Weberzunft lagerten zu Messezeiten ihre Waren in den umliegenden Häusern des Messeplatzes, darunter auch in den Gewölben des heutigen Rathauses, dem nach dem Besitzer benannten Römer.

  

Hanau im Schnittpunkt wichtiger Altstraßen

Von Frankfurt her kommend die alte VIA REGIA oder "Hohe Straße" , weiterführend über Erfurt, Bautzen, Görlitz nach Breslau (Wroclaw) und die Abzweigung der Hohen Straße nach Würzburg, Nürnberg Pilsen, Prag.

Beides wichtige europäischen Verkehrsverbindungen vom frühen Mittelalter bis weit in die Neuzeit hinein. In den schriftlichen Quellen erscheint sie unter verschiedenen Bezeichnungen. Der deutsche Name "Hohe Straße" geht etwa auf das 15./16. Jh. zurück.

Doch die Geschichte der Via regia, wie auch der Goldenen Straße, beginnt in Europa wahrscheinlich bereits vor der Zeitenwende. 

 

Die Wasserburg Hanau wird erstmals 1143 erwähnt. Um die Burg entwickelt sich in der Folgezeit eine Siedlung. Am 2. Februar 1303 verleiht König Albrecht I. der Siedlung Hanau das Markt- und Stadtrecht. Damit war das Recht verbunden, Märkte abzuhalten, einen Rat mit zwei Bürgermeistern an der Spitze zu wählen, sowie die Freiheit von Leibeigenschaft („ Stadtluft macht frei“). In dieser Zeit wurde mit dem Bau der ersten Stadtmauer begonnen.

 

 

 

 

 

Auf dem Marktplatz steht das Nationaldenkmal der Brüder Grimm, unmittelbar vor dem Neustädter Rathaus. Das Denkmal ist ein Werk des Berliner Bildhauers Syrius Eberle; die Architektur entwarf der Architekt Friedrich Ritter von Thiersch.

Die Brüder Grimm, oder die Gebrüder Grimm, Jacob (* 4. Januar 1785 in Hanau, † 20. September 1863 in Berlin) und Wilhelm Grimm (* 24. Februar 1786 in Hanau, † 16. Dezember 1859 in Berlin), sind als Sprachwissenschaftler und Sammler von Märchen ( Grimms Märchen) bekannt. Sie gelten gemeinsam mit Karl Lachmann und Georg Friedrich Benecke als „Gründungsväter“ der Deutschen Philologie bzw. Germanistik Die Deutsche Märchenstraße beginnt in Hanau und endet in Bremen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Deutsche Goldschmiedehaus wurde als Fachwerkbau an der Längsseite des Altstädter Marktes zwischen zwei steinernen Giebelwänden und auf einem steinernen Sockelgeschoss errichtet. Es entstammt der Spätgotik und Frührenaissance und wird durch eine Bauinschrift auf das Jahr 1538 datiert. Sein funktionaler Vorgängerbau als Rathaus aus dem 15. Jahrhundert stand an der gegenüberliegenden Seite des Marktplatzes. Eine Gedenktafel am Haus „Altstädter Markt 1“ erinnert daran. Als Baumeister ist Konrad Speck bekannt, sowie die Steinmetzen Hans von Gießen, Peter von Aschaffenburg und Hans von Lich.

am 18. Oktober 1942 das Deutsche Goldschmiedehaus gegründet und erhielt seinen Sitz in dem Gebäude, wozu das damals dort befindliche Museum des Hanauer Geschichtsvereins in das Stadtschloss verlagert wurde. Heute werden im Deutschen Goldschmiedehaus Wechselausstellungen, insbesondere Präsentationen von Schmuck gezeigt.

 

Babenhausen im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Hessen

Babenhausen wurde 1236 erstmals urkundlich erwähnt und bekam 1295 die Stadtrechte verliehen. 1503, unter Graf Philipp II. von Hanau-Lichtenberg, erhielt die Stadt seitens des Kaisers das Privileg, einen Jahrmarkt abhalten zu dürfen þ den Nikolausmarkt. Babenhausen war der Hauptort des Amtes Babenhausen der Grafschaft Hanau-Lichtenberg.

Im Dreißigjährigen Krieg fruchtete die seitens der Grafen Johann Reinhard I. von Hanau-Lichtenberg (*1569; † 1625) und Philipp Wolfgang (* 1595; † 1641) zunächst verfolgte Politik der Neutralität nichts. Das Amt Babenhausen litt mit seiner Lage im Rhein-Main-Gebiet, in der Nähe der Kurpfalz, an den Heerstraßen im Rheintal besonders intensiv. Mehrfach von unterschiedlichen Kriegsparteien besetzt, waren die umliegenden Dörfer schon in den ersten Kriegsjahren verwüstet, die Bewohner geflohen, allein 2500 in die Stadt Babenhausen, wo daraufhin die Pest ausbrach. 1631 traf es die Stadt und das Schloss Babenhausen erneut, die durch kaiserliche Truppen besetzt und geplündert wurden. Ein Jahr später marschierten die Schweden unter General Graf Wolf Heinrich von Isenburg ein. Vom 23. Februar bis zum 28. März 1635 wurde die Stadt erneut von den Kaiserlichen unter Graf Philipp von Mansfeld – erfolglos – belagert, 1636 dann aber doch bis 1647 von Kurmainz besetzt.

Foto: Schlosshof 

 

 

 

Das Schloss Babenhausen in Babenhausen ist aus einer mittelalterlichen Wasserburg hervorgegangen und diente nacheinander als Residenz und Verwaltungsmittelpunkt der Herren von Hagen-Münzenberg, der Herren von Hanau, der Grafen von Hanau-Lichtenberg und dem Haus Hessen.  Gegen 1200 unter den Herren von Hagen-Münzenberg gegründet, diente die Anlage als administratives und militärisches Zentrum für die Dörfer um die entstehende Stadt Babenhausen. Im Rahmen der Münzenberger Erbschaft fiel sie zusammen mit dem Amt Babenhausen an das Haus Hanau.

  Foto: Hexenturm und Kirche von Babenhausen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seligenstadt

 

 

Seligenstadt und sein Geleitwesen

Seligenstädter Geleitwesen ist eng verknüpft mit der Stellung der Stadt Frankfurt und deren Entwicklung zur Freien Reichsstadt. 1372 begann die Entwicklung der Stadt zum bedeutenden der Waren- und Geldmarkt. Der Haupthandel spielte sich auf den „Messen“ ab. Wir müssen sie uns als Warengroßmärkte vorstellen, auf dem Kaufleute ihre Güter feilboten und verkauften. Das Einzugsgebiet der Frankfurter Messe erstreckte sich fast über ganz Europa. Über den Handelsweg von Prag und Nürnberg oder über Krakau, Breslau, Dresden auf der Via regia kamen die Waren. Um die Gütertransporte zu schützen wurden die Wagen der Kaufleute durch Truppen des Kaisers als  

 

 

 

Schutzherren gegen eine Gebühr gesichert. War der Verlauf der Strecken anfangs noch frei, bevorzugt wurde der kürzeste, beste und sicherste Weg, wurde im 14.Jahrhundert der Weg vorgeschrieben.  Von 1374 bis 77 nahmen die Nürnberger Kaufleute den Weg über Babenhausen oder Jügesheim zur Frankfurter Messe. An diesen Orten übernahmen die Frankfurter Geleittruppen die Aufsicht. 1385 schließt der Kurfürst von Mainz mit Frankfurt einen Vertrag, dass die Stadt nur in einer Fünfmeilenzone das Geleit nehmen dürfe. 1389 kam es zu einem Überfall und Raub eines größeren Kaufmannszuges bei Seligenstadt durch den Ritter von Frankenstein (Iphofen).1486 erhielt der Kurfürst von Mainz das Geleitrecht von nun an führte es nur noch durch sein Territorium..

Bereits im 11. Jahrhundert zogen Kaufleute in das günstig gelegene 

 

 

 

Frankfurt, um dort auf Märkten ihre Waren feilzubieten. Als die Kaufmannszüge an Zahl und Größe immer mehr zunahmen, war es verlockend, die reichen Kaufleute, auch Pfeffersäcke genannt, zu überfallen und auszurauben. Bald bestand Handlungsbedarf, würde man heute sagen, und so unterzeichnete der Staufenkaiser Friedrich II. am 11. Juli 1240 ein kaiserliches Privileg. Der Schutzbrief garantierte allen zur und von der Messe Reisenden körperlichen Schutz durch kaiserliche Truppen. Wörtlich heißt es dort: "Wer gegen dieses Gebot verstieß, sollte wissen, dass er mit dem Zorn unserer Majestät zu rechnen hat."

Diese Schutzgarantie führte zu einem enormen Aufschwung der Messe und die Zahl der "geleiteten Züge" wuchs und wuchs. Inzwischen waren die Landesherren verpflichtet worden, den Schutz der Kaufmannszüge zu übernehmen, was ihnen gutes Geld einbrachte, denn für eine sichere Reise mussten die Kaufleute kräftig in die Tasche greifen. Es gab viele Geleitswege, aber uns interessieren in erster Linie die Wege von Augsburg und Nürnberg nach Frankfurt. Diese erfuhren im Laufe der Zeit einen deutlichen Wandel, da durch das Erstarken der Territorialherren die fürstlichen Landesherren in hohem Maß eigensüchtige Interessen vertraten und die Wege nach ihrem Gutdünken festlegten. In Seligenstadt wurde meistens die letzte Rast vor der Ankunft in Frankfurt gemacht und man hatte das Schlimmste hinter sich, die 20 km bis Frankfurt waren im Allgemeinen kein großes Problem mehr. Drum gab man sich auch sehr ausgelassen und vergnügt. Mit der Zeit entwickelte sich der Brauch, einen großen, 1 Liter Wein fassenden, Löffel in einem Zuge zu leeren. Das Trinken fand mit einer großen Zeremonie statt, und die Akteure mussten vor dem Trunk durch Beantwortung schwieriger und humorvoller Fragen ihr Wissen und ihre Schlagfertigkeit unter Beweis stellen.

Dieser sogenannte Löffeltrunk war aber nicht nur eine Trinkgewohnheit, nein, er war auch ein Rechtsbrauch, denn mit ihm wurden neue Mitglieder in die Gilde der Kaufmannschaft aufgenommen. Meist handelte es sich um Neuankömmlinge, die zum ersten Mal die Strapazen einer solchen Geleitsreise auf sich genommen hatten und nun vollwertige Mitglieder der "Compagnie" wurden.

Belegt ist dieser Rechtsbrauch durch einen Spruch auf einer Silberplatte des Augsburger Löffels, der lautet: " Willkommen zu Seligenstadt, hier pflegt man einzuschenken und dabey zu gedencken, was recht der Löffel hat"

Jede Kaufmannsgilde hatte ihren Löffel und so gab es den Nürnberger Löffel in barocker Form mit dem Reichsadler am Ende und einer 80 cm langen Kette, das Ganze aus einem Stück Holz geschnitzt. Es gab den Augsburger Löffel, mehr glatt und gerade, so wie man einen Löffel kennt. Die Löffel wurden im jeweiligen Gasthaus der einzelnen Kaufmannschaften aufbewahrt, genauso wie die zugehörigen Löffelbücher, in denen die Protokollierungen standen und die bis heute die wichtigsten Quellen des Löffeltrunkes darstellen.

 

Man kann sich vorstellen, dass die Ankunft eines Geleitzuges ganz Seligenstadt in helle Aufregung versetzte. Und so war wohl alles auf den Beinen, um alte Bekannte zu begrüßen oder neue kennen zu lernen. Neben dem Leben und der Kommunikation, die durch die "Fremden" in die Stadt kam, spielten auch wirtschaftliche und finanzielle Gesichtspunkte eine nicht zu unterschätzende Rolle. Heute ist dies alles Historie, die Waren werden auf anderen Wegen sicher und schnell zur Messe gebracht. Besucher und Touristen sorgen täglich für Leben in unserer liebenswerten, alten Stadt. Der Löffeltrunk ist heute mehr eine Ehre, die auserwählten, trinkfesten Persönlichkeiten angetragen wird, die damit zum Ritter vom steyffen Löffel zu Seligenstadt werden. Nebenbei sei bemerkt, dass ein solcher Löffel und eine solche Trinkzeremonie nirgends sonst wo bekannt ist; man darf mit Fug und Recht hier von Einmaligkeit sprechen. Quelle: Seligenstädter Geleitwesen, Dr. Joseph Schopp

Geleitwechsel seit 2003 neu belebt

Im Jahr 2003 fand der erste Kaufmannszug der 200 Jahre eingestellt war zur Erinnerung statt. 200 Kilometer beträgt die Strecke von Nürnberg nach Seligenstadt. Das Geleitsfest im vierjährigen Turnus soll an jene Zeit erinnern und Anlass sein, wertvolles Brauchtum zu pflegen und die wechselvolle, reiche Geschichte Seligenstadts lebendig werden zu lassen.

Die folgende Karte zeigt die alten Geleitsstraßen von Nürnberg und Augsburg nach Frankfurt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Themenheft: Seligenstädter Geleitwechsel 1979, Hrsg Heimatbund Seligenstadt

Druckversion