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Die europäische Dimension der Hochzeit vor 700 Jahren

Die europäische Dimension der Hochzeit vor 700 Jahren

 

Die Hochzeit der beiden europäischen Dynastien aus dem Hause Luxemburgs und Böhmens vor 700 Jahren hat aus heutiger Sicht eine weitgreifende europäische Dimension. Nach der Verbindung Johanns und Elisabeths ziehen Menschen vor 700 Jahren voll Neugier und Ideen von Luxemburg nach Nürnberg, Prag und Breslau und umgekehrt. Unter ihrem gemeinsamen Sohn Kaiser Karl IV. erreicht der Austausch seinen Höhepunkt. Die Politik und Weitsicht der Luxemburger führt nicht nur in Prag zu einer Blüte, sie wirkt sich auf die Städte und Ländereien des gesamten Machtbereichs aus.

 

Mit der Hochzeit von Johann und Elisabeth wird ein Kapitel in der Geschichte aufgeschlagen, das bis heute seine Auswirkungen zeigt. „Die Goldene Straße“, die Karl IV. als „Kaiserstraße“ von Prag aus durch die nördlichen Oberpfalz und Franken bis hin nach Frankfurt und in die Stammlande seines Vaters bestimmt, geht letztlich auf seinen Vater Johann zurück, der den zuvor intensiven Handel über Regensburg nach Prag aus taktischen Gründen von Nürnberg über Weiden und Pilsen verlagerte.

 

Im Moldaubecken hatte sich Prag schon vor der Jahrtausendwende zu einem bedeutsamen Handelszentrum und Hauptort Böhmens entwickelt. Im Vergleich dazu ist Nürnberg jüngeren Ursprungs. Wurde im „Hohen Mittelalter“ der Handelsverkehr zwischen Franken und Böhmen noch vorwiegend über die Donaustädte Regensburg und Passau sowie über das Main- und Egertal abgewickelt, wurde Regensburg aus seiner Rolle im Osthandel unter dem Böhmenkönig Johann verdrängt. Karls Vater gab bereits den Prager Bürgern und Nürnberger Kaufleuten besondere Privilegien. Kein Wunder, dass die „Goldene Straße“ immer stärker an Bedeutung gewann. Die bauliche Gestaltung der Städte zwischen Prag und Nürnberg orientierte sich zunehmend nach dieser Straße und noch heute sind die Stadtbilder von Lauf .d. P., Hersbruck, Hirschau, Weiden oder Rokycany und Beroun in Tschechien oder in der heute polnischen Wojwodschaft Niederschlesien in Klodzko (Glatz) bis Breslau mit ihren langgestreckten Straßenmärkten Ausdruck dieser Zeit.

 

Im Buch „Die Oberpfalz“ (Hrsg. Bezirkstag der Oberpfalz), heißt es, die „neuböhmische Herrschaftspolitik des Luxemburger Kaisers in der Oberpfalz und in Franken hat die Grenzen von und nach Böhmen geöffnet“. Als Haupthandelsware bayerischer Ausfuhr nach Böhmen galt das Salz, keltisch "Hall". Denn Salz, war der einzige Bodenschatz, den es in Böhmen nicht gab.

Der Nürnberger Erhard Etzlaub, Sonnenuhr- und Kompassmacher, zeichnet in seinem Straßenverzeichnis 1501 die Verbindung von Nürnberg nach Prag ein. So blieb diese Fernverkehrsstraße mit Änderungen vom Spätmittelalter bis an die Schwelle des 19. Jahrhunderts ein bedeutsamer Verbindungsweg zwischen Böhmen und Bayern. Vorbei geht es dabei stets an bedeutenden kunst- und kulturhistorische Verbindungen Frankens, der Oberpfalz und Böhmens in der Mitte Europas.

 

Die heutige „Via Carolina“, die neue Autobahn, durchgehend von Paris bis Prag hat die Rolle der neuen „Goldenen Straße“ übernommen. Was vor 650 Jahren die „Goldene Straße“ übernahm, wird heute und in Zukunft die Autobahn zwischen Paris und Prag, die „Via Carolina“ übernehmen. Bei ihrer Einweihung im November 1997 verwies der damalige tschechische Verkehrsminister Ing. Martin Řiman auf "die historischen Adern dieser Straße zwischen Böhmen und Bayern". Diese Straße stellt aus seiner Sicht schon "immer die Hauptverbindung des böhmischen Staates mit dem Westen Europas dar“.

 

Folgen der Europäischen Hochzeit 1310

 

  1. Die Auswirkungen der luxemburgisch- böhmischen Eheschließung vor 700 Jahren tangieren alle europäischen Königshäuser. Die Kinder aus den Ehen von Johann und Karl IV. waren der Heiratspolitik ihrer Väter unterworfen und verbanden sich mit dem Hochadel in Frankreich, Polen, Ungarn und Österreich. So können die großen Adelsgeschlechter Europas heute mit Stolz auf Vorfahren dieser Verbindung verweisen. Mit sechsundvierzig Heiratsprojekten sicherte und erweiterte allein Johann die Herrschaft auf dem böhmischen Thron, welch diplomatische Schachzüge.

 

  1. Die Unterstützung Johanns für Kaiser Ludwig dem Bayern gegen das Haus Habsburg hatte  Folgen. Ludwig übergab dem Böhmenkönig Johann zum Dank für die entscheidende Schlacht bei Mühldorf am Inn, die freie Reichstadt Eger zum persönlichen Lehen. Es wurde nie mehr ausgelöst, ein Grund, warum das Egerland, heute zur tschechischen Republik gehört.

 

  1. Johanns Thron war der Sattel, unstetig, immer unterwegs, zog er in den Krieg von Italien, bis hinauf nach Pommern, Litauen, Polen, Tirol oder Frankreich. Dazwischen liebte und glänzte er bei seinen Auftritte an Turnieren und konnte nicht einmal durch seine beginnende Erblindung gestoppt werden. Der gebildete König hatte Kontakte zu großen Männern seiner Zeit, dazu gehörten der Minnesänger und Dichter Guilleaume de Machaut, Dante und Petrarca.

 

Ziel unsere Kunstwettbewerb war es, einen Beitrag zu leisten, um einen verschüttet gegangenen Teil unseres – seit 1. Mai 2004 - neuen Europas „neu“ zu entdecken.  Ohne die Hochzeit am 1. September 1310 im Dom zu Speyer, wäre dies nicht möglich.

 

 

 

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