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Ein Geschichtspark soll eine über 1500jährige Vergangenheit erfahrbar machen

Der grenzübergreifende Geschichtspark Bärnau an der Goldenen Straße wird wahr

 Letzte Mitteilung vom 17.12.2009

Die Europäische Union fördert den Geschichtserlebnispark in Bärnau.
Der Begleitausschuss, der den Einsatz der Mittel beschließt, hat das 4,2 Millionen-Projekt ausdrücklich befürwortet. Das bestätigt auch Ralf Klinger, bei der Regierung der Oberpfalz zuständiger Sachbearbeiter für alle grenzüberschreitenden Maßnahmen.
70 Prozent der anfallenden Kosten übernimmt also die EU auf bayerischer Seite, auf tschechischer Seite sind es gar 85 Prozent.
Somit fließt eine Millionensumme in unsere Region, und der Geschichts- erlebnispark Bärnau steht nun endgültig kurz vor seiner Verwirklichung.
Der Park soll vor allem ein Bildungsprojekt der bayerisch-böhmischen Geschichte werden. Es entsteht ein Park mit einem mittelalterlichen Freilandmuseum, einem bayerischen-böhmischen Museum mit einem Abenteuerbereich Geschichte und Natur für Kinder und für Jugendliche mit verschiedenen archäologischen Stationen, wo man Geschichte wirklich aktiv erleben kann. Und das Ganze ist zudem verbunden mit einem Weg nach Tachov. Auch in Tachov gibt es dann einige Höhepunkte. Auf Tschechischer Seite wird ein historischer Park in der Landschaft angelegt. Durch den Eisernen Vorhang auf Tschechischer Seite ist die goldene Straße gut erhalten. Der Geschichtspark kostet insgesamt 4,2 Millionen Euro.

Der Geschichtspark Bärnau (Arbeitstitel) im Landkreis Tirschenreuth, in unmittelbarer Nähe der über 1000 Jahre alten böhmischen Grenze, stellt ein einmaliges Projekt dar. Hier soll ein historischen Siedlungsraum kulturhistorisch definiert, dargestellt und für heutige Museumsbesucher erfahrbar gemacht werden.

 

Die Region um Bärnau war bereits seit dem frühen Mittelalter ein Grenzgebiet. Doch wo sich jahrhundertelang Germanen und Slawen „überlappten“ und uralte Handelsrouten für Transfer und Transit sorgten, zog der eiserne Vorhang der Moderne eine undurchdringliche Grenze, die zwei Siedlungsräume beiderseits dieser Grenze von ihrem Hinterlandabschnitt und zu Randzonen degradierte. Erst in unseren Tagen kehrt hier im gegenseitigen Umgang wieder eine Normalität ein, die bis in die frühe Neuzeit durch die, durch Bärnau führende „Goldene Strasse“ von Nürnberg nach Prag eindrucksvoll belegt ist.

 

 

Bis 2014, so die Ideengeber soll der grenzübergreifende „Geschichtserlebnispark Bärnau“ errichtet werden. Bärnau und seine tschechische Nachbargemeinde Tachov im Bezirk Pilsen liegen etwa in der Mitte der Goldenen Straße. Sie galt als eine der bedeutendsten mittel­alterlichen Handelswege zwischen Nürnberg und Prag. Die Nähe zur „Via Carolina“ (der Goldenen Straße des 21.Jahrhunderts) - der Autobahn von Paris nach Prag -  ist gegeben.

 

Was ist das Ziel ?

Auf deutscher Seite soll in mehreren Teilabschnitten ein experimentalarchäologisch ausgerichtetes Freilandmuseum mit mehreren Bereichen und Zeitebenen errichtet werden. Dieses soll ab­schnittsweise realisiert werden, wobei der Bau einer hölzernen Turmburg (Motte) des frühen Hochmittelalters und des zugehörigen slawischen Dorfes den ersten Bauabschnitt bilden wird. In einem weiteren Schritt ist der Nachbau einer hochmittelalterlichen Siedlung geplant. Beide Teile sollen in von Facharchäologen begleiteten museumspädagogischen Programmen nicht nur für Schul­klassen aktiv „bespielt“ werden (mittelalterliche Baumaterialien und Methoden, Alltagsleben, Landwirtschaft, etc.).

 

 

Im Eingangsbereich, außerhalb des „authentischen Bereiches“, ist ein Multifunktionsgebäude mit zentralen Informationseinheiten vorgesehen, für das die Landesstelle um Beratung bei der Pla­nung gebeten worden ist.

 

Im von Überformung durch land- und forstwirtschaftliche Nutzung weitgehend freigehaltenen ehemaligen Todesstreifen auf tschechischer Seite ist die Via Carolina im Waldgebiet bemerkens­wert gut im Gelände erhalten. Dementsprechend soll hier der Schwerpunkt auf die Ausschilde­rung und touristische Erlebbarkeit im Freien gelegt werden. Ein landschaftsarchäologisches „Museum im Freien“ ist beabsichtigt, für das die Planungen bereits weit fortgeschritten sind. Die einzelnen Trassen wurden in Zusammenhang mit der  Universität Pilsen detailliert aufgenommen.

 

Die Module in Bärnau und Tachov ergänzen sich zu einem länderübergreifenden Geschichtser­lebnispark.

 

So ist Bärnau auf deutscher Seite als experimentalarchäologisches Langzeitprojekt („gläserne Bau­stelle“) unter Verwendung mittelalterlicher Bau- und Handwerkstechniken in einer rekonstruier­ten mittelalterlichen Landschaft konzipiert. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch den Mittelalterarchäologen Stefan Wolters von der Uni Bamberg. Das bislang erarbeitete wissenschaftliche Grobkonzept liegt der Landesstelle vor. Es basiert überwiegend auf archäologischen Befunden der Region und lässt eine intensive Beschäftigung mit dem Thema erkennen.

 

Die Anträge zur Förderung gingen an das Programm Interreg-IV/ZIEL-3-Förderung, das Gesamtvolumen des Projekts beträgt rund 4,2 Millionen Euro.

 

Ausblick

Damit dieses schöne und mutige Projekt kein historisierender Mummenschanz wird und die Energie und der Enthusiasmus aller Beteiligten nicht in einem „Mittelalter- Disneyland“ verpufft, war es den Initiatoren wichtig bereits in der Konzeption größte Sorgfalt walten zu lassen.

 

 

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