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Von Kudowa nach Rückers

Vorspann- mit persönlichen Anmerkungen

Seit dem Fall „des Eisernen Vorhangs“ 1989/90  beschäftige ich mich mit der einstigen „Goldenen Straße“ von Prag nach Nürnberg. Dieser alten Handelsstraße, die auf den Böhmenkönig und Deutschen Kaiser Karl IV.

( 1346- 1378 ) aus dem Hause Luxemburg zurückgeht. In ihr spiegelt sich eine friedliche Epoche europäischen Zusammenlebens wieder. Faszinierend, wie es dem Herrscher – der in Tschechien „als Vater des Vaterlandes“ noch heute gepriesen wird, gelang, den Frieden in einem Vielvölkerstaat zu sichern. Er, der eine Rechtsgrundlage schuf, an die sich die Menschen hielten; ein wahrlich europäischer Monarch! Wie die Straße im Westen nicht in Nürnberg endete, so endete sie im Osten nicht an der Theynkirche in Prag, sondern ging weiter nach Breslau und Krakau. Und hier begann für mich eine neue ungeahnte Faszination: Die Fortsetzung der „Goldenen Straße“ führte exakt durch die Stadt Frankenstein, die Heimatstadt meiner Vorfahren. Und gleichzeitig erfuhr ich, dass die Geschichte Schlesiens, durch den Böhmenkönig Karl eine ähnliche Dimension aufweist, wie die neuen Oberpfälzer Heimat meiner Eltern und den Teilen Frankens, dem ehemaligen „Neuböhmen“.

 

Diese Strecke noch genauer zu ergründen, war ist Anlass, mich mehrmals auf eine Reise nach Schlesien zu machen. Durch diese Orte verlief der Weg des Kaisers nach Breslau/Wroclaw: Auf dem Weg nach Breslau führt die Verlängerung der „Goldenen Straße“ nach dem tschechischen Grenzübergang Nachod, der heutigen Europastraße 67, zunächst durch die einstige schlesische Grafschaft Glatz, die eine fast 1000jährige Geschichte vorweisen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausflug ins Heuscheuergebirge Ausgangspunkt Bad Kudowa an der CZ-PL Grenze herrliches Wandergebiet: "Wilde Löcher".

Der deutsche Name des Gebirges leitet sich von den Tafelbergen der Großen Heuscheuer (919  m ü. N.N.; polnisch Szczeliniec Wielki, tschechisch Hejšovina), und der Kleinen Heuscheuer (895 m ü.N.N.polnisch Szczeliniec Mały) ab. Die Felsformationen erinnern an riesige Heu scheuern. Der polnische Name Góry Stołowe bedeutet „Tafelgebirge“. Das Gebirge weist zahlreiche markante Sandsteinfelsen auf, die dramatische Klüfte, Schluchten und Türme bilden und wurde schon 1790 touristisch erschlossen. Das Kurbad Kudowa Zdrój (Bad Kudowa liegt südwestlich des Heuscheuer-Gebirges).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Klodzko (Glatz) aus führt der Weg über Neuheide – Albendorf –Wünschelburg durch den Bergwald nach Carlsberg. Die Heuscheuer, ein riesiger Tafelberg aus Sandstein mit bizarren Verwitterungsformen, ist ein wunderschönes Wandergebiet. Sein Fortsetzung  geht über nach Tschechien in die Felsenstädte von Aldersbach und Wekelsdorf und zu den Wilden Löchern nach Bad Kudowa (Kudowa Zdroj).

Fotos: Blick nach Tschechien Foto links: Grenzstein

Bad Kudowa – Kudowa Zdroj

Bad Kudowa – 411 m hoch, liegt im sogenannten „Böhmischen Winkel“, Fürstenhof, eleganter Kurpark, fünf Trink- und Badequellen gegen Herz-, Nieren-Dauererkrankungen, eines der bekanntesten schlesischen Kurbäder.

Der Ort liegt ein klein wenig abseits von der mittelalterlichen Handelsstraße. In einer kleinen Kirche im Ort Grenzeck (Tscherbeney) befinden sich 21.000 Schädel von Menschen in der Zeit von 1776 bis 1804, die durch den Probst Wenzel Tomaschek aus dem aufgelassenen Friedhof gesäubert und gebleicht wurden. Bei den Toten handelte es sich um Opfer der Pest.

 Foto: Kurzentrum Bad Kudowa

 

Im 17. Jahrhundert noch ein kleines Dorf an der Altstraße von Prag nach Breslau gelegen, ist Kudowa heute ein bekannter Kurort. Natürlichen Mineralquellen, inmitten intakter Natur, machten die Ort bereits unter der preußischen Herrschaft berühmt ist.
Daten:  388 - 700 Höhe m ü.d.M. von Prag entfernt 150 km, direkter Grenzort zu Tschechien, 300 km nach Wien, 500 km nach Berlin und 450 km von Nürnberg (über Prag auf der Goldenen Straße) .

Die Stadt hat viele touristische Attraktionen, ein sehr gut entwickeltes Hotel- und Pensionsangebot aller Preisklassen und ein vielseitiges Gastronomieangebot. In Kudowa selbst befindet sich das große Erlebnisbad Aquapark “Wasser-Welt”, ein herrlicher Kurpark lädt zum Spazieren ein.

 Fotos: Das Fest der Heiligen Anna wird alljährlich in Bad Kudowa gefeiert . Autor: Sebastian Martyniak

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine empfehlenswerte Adresse für deutsche Touristen:

http://www.kudowa.de/fremdenführer/

Herr Sebastian Martyniak (von Beruf Lehrer)
Deutschsprachiger (perfekt !) Fremdenführer für Gruppen und Einzelreisende

Adresse:

ul. Spacerowa 19
57-350 Kudowa Zdrój
Handy:               (0048) 663 919 519         (0048) 663 919 519
Telefon/Fax:       (0048) 748 662 182         (0048) 748 662 182

 

 

Gellenau – Jeleniow

Der kleine Ort an der alten Handelsstraße liegt rund fünf Kilometer vor Hummelstadt. Sehenswert das Schloss, seit 1788 wie der Ort selbst, im Besitz der Grafen von Mutius. Das Untergeschoss dürfte um 1600 erbaut wurden sein und wurde später um ein Stockwerk erhöht. Der rechte Schlossflügel entstand erst in der Hälfte des 18. Jahrhunderts, der linke malerische rechteckige Turm wurde 100 Jahre später angebaut.

 

Hummelstadt – Lewin Klodzki

Ein altes Holzlöffelmacher-, Leinweber- und Händlerstädtchen, liegt auf einer Höhe von 450 m unter dem Ratschenberg  (803 m) direkt an der bayerisch – böhmischen – schlesischen Passstraße von Nürnberg, Prag, Nachod, Glatz und Breslau. Es ist der erste größere Ort im Schlesien in Richtung Breslau. Auch hier wurden Mineralwasserlagerstätten gefunden. Im Bau befindet sich derzeit ein Stausee als Erholungszentrum. In der Nähe die Schutzgebiete des nahen Heuscheuergebirges.

 

 

 

 

 

Bad Reinerz – Duszniki Zdroj

Stadt und Bad sind bereits seit 1468 bekannt. Der Ort gilt als Herzheilbad und war der einst höchstgelegenste Badeort Preußens (568 m). Bereits 1408 wurde erstmals die „Kalte Quelle“ urkundlich erwähnt, aber erst unter Friedrich dem Großen in Gebrauch genommen.

 

 

 Fotos: Berühmte Fischkanzel in der Pfarrkirche Bad Reinerz und die Papiermühle, ein touristisch sehenswertes Museum.

 

Die vor 1324 erbaute katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul erhielt im 18. Jahrhundert eine Walfischkanzel. Der Prediger hat seinen Platz im geöffneten Maul des Fisches.

   

Auf dem sogenannten Pestfriedhof von 1611 steht die kleine Kreuzkirche.

Die Stadt war nie befestigt, schöne Renaissance- und Barockbürgerhäuser umrahmen den Markplatz. Bad Reinerz und auch Rückers wurden durch hessische Zuwanderer aus der Gegend um Fulda besiedelt. Die Umgebung ist sehr waldreich, um die Hohe Mense gibt es herrliche Skihänge. Bereits 1562 gab es in Bad Reinerz eine Papiermühle und Glasfabriken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 5. Rückers – Szczytna

 

Zwischen dem renommierten Bad Reinerz und Bad Altheide liegt, von der ehemaligen alten Handelsstraße und der jetzigen E67 durchschnitten, im Tal der Weistritz, der Ort Rückers. Sehenswert die barocke Pfarrkirche St. Johannes dem Täufer ; geweiht 1721. Die beiden Seitenaltäre sind von Bildhauer Michael Klahr d. Ä. gestaltet. Crato von Craffheim, Leibarzt Kaiser Maximiliams und Freund des Reformators Martin Luther, war einst Besitzer des Schlosses in Rückers. Nach dem 30.jährigen Krieg brannte das Schloss aus, bald erfolgte ein Wiederaufbau.

 

Die Kristallglashütte Rohrbach & Böhme produziert auch heute wieder Glas für alle Welt.

 

 

 

 

 

 

 

Frühgeschichte Schlesiens

Die Frühgeschichte Schlesiens zu beschreiben, ist kein einfaches Unterfangen. In den Überlieferungen aus dunklen Zeiten wird von einer Burg "Zwini“ berichtet, von der 1108 der erste böhmische Chronist Cosmas berichtet, dass sich ein Gegenspieler des Premysliden dorthin begab um ungestört mit Freunden zu beraten. Auf dieser Burg, bald Szuni, Szunija, Swejn oder Swin zuletzt

Schweinhaus geschrieben, lebten die Vorfahren eines alten Geschlechts , das mit den böhmischen Geschlechtern der Schellenberg (auch in der Oberpfalz vertreten) und Hasenburg verwandt war. Ihr gemeinsamer Ahnherr war Fürst Bivoj, der seiner Geliebten Kascha, um seine Kraft zu beweisen, einen lebenden wilden Eber zu Füßen legte und so ihr Herz und ihre Hand erwarb. Kascha, und auch hier wieder die Verbindung zu Böhmen, war die Schwester der sagenumwobenen Libuše, der Gründerin Prags und Ahnfrau des mächtigen Premyslidengeschlechtes in Böhmen.

 

Vergessen wir nicht den Mongoleneinfall, der über das im Aufbau begriffene Land hereinbrach. In den neuen Glasfenstern des Breslauer Doms wird die Schlacht dargestellt. Deutsche und polnische Ritter, Seite an Seite, erwarteten den Einfall. Die starke Herzogin Hedwig, die bekannte Fürstentochter aus dem bayerischen Andechs und Ehefrau Heinrich II. von Liegnitz irrte nach der Schlacht über das Feld um die Leiche ihres toten Sohnes zu suchen. Durch Erbschaftsteilungen verkleinerte sich das Land so stark, dass 18 kleine Herzogtümer entstanden und damit politisch geschwächt war.

Schlesien wird böhmisch

 

Polens König Kasmir war daran gelegen, von Böhmen einen endgültigen Verzicht auf Thronansprüche in Polen zu erhalten. In Prag regierte Johann von Luxemburg, er aber überließ die Verhandlungen seinem diplomatisch versierten Sohn Karl IV. Dieser brachte es am 24. August 1335 fertig, gegen Verzicht auf die polnische Krone die schlesischen Herzogtümer – jedes einzeln für sich – unter den Schutz der Wenzelskrone zu nehmen. So wurde das Herzogtum Glogau bereits 1331, Breslau 1342 eingegliedert. Das Herzogtum Münsterberg wurde lehensrechtlich eingebunden, das bedeutete, dass die Herzöge als Vasallen des böhmischen Königs galten und Schlesien ins Deutsche Reich eingegliedert wurden, da ja der Böhmenkönig zugleich Deutscher Kaiser war. Nur eines des 18 scherte aus, das von Schweidnitz. Herzog Bolko II. lehnte den Treueschwur ab, doch Karl konnte warten. Als Bolko starb, fügte es das Schicksal, dass Karls zweite Gemahlin zu Grabe getragen wurde. Da in Schweidnitz kein männlicher Erbe vorhanden war, fiel das Erbe an Bolkos Frau Anna. Sie wurde 1353 Karls dritte Frau und gebar ihm eine Tochter und 1361 den ersten Sohn, den späteren König Wenzel IV. Ein Jahr später starb sie und Schweidnitz fiel an den Böhmenkönig, so war ganz Schlesien böhmisch. In der Mitte des 14. Jahrhunderts machte Karl Johann von Neumarkt, einem um 1315 in Breslau geborenen Mann zum Kanzler seines Reiches. Dieser Johann, der als einer der ersten bedeutendsten Kanzler der deutschen Verwaltung in die Geschichte einging, verstarb 1380 als Bischof von Breslau.

 

Hussitenkriege

 

Nach Karls Tod übernahm Wenzel die Regentschaft. Mit dem tragischen Tod des Jan Hus und dem ersten Prager Fenstersturz 1414 begann 1419 die Zeit der Hussitenkriege, unter der besonders die Oberpfalz ebenso wie auch Schlesien litten. Am 27.12. 1428 kämpfte der Münsterberger Herzog Johann bei Altwilmsdorf in der Nähe von Glatz gegen die Hussitten und fand in der Schlacht den Tod. Bis 1434 erschütterten die hussitischen Überfälle das Land. Für Münsterberg bedeutete der Tod Johanns das Ende  der piastischen Linie, er war der letzte männliche Nachkomme. Doch nicht alle verbündeten sich gegen die Hussitten,  so mancher kämpfte mit ihnen. Die Ungerechtigkeit der Verurteilung Jan Hus erlebten in Konstanz auch schlesische Adelige. Enttäuscht über die Haltung der Kirche zog es nicht wenige, ähnliches geschah auch auf oberpfälzer Ebene, auf die Seite der Hussiten. König Sigismund, Sohn Karl IV. und Nachfolger seines unfähigen Bruders Wenzel, übernahm die Regentschaft und übergab u. a. das Herzogtum Münsterberg an den böhmischen Pfandherren Georg von Podiebrad 1454.

 

König Podiebrad
Jede politische Anarchie gebiert irgendeinmal den notwendig starken Mann, so auch der Hussitismus, der sich allmählich totlief. Georg von Podiebrad hieß der Mann der Stunde, der sich im gemäßigten Flügel der Utraquisten an die Spitze arbeitete. Sigismund, der letzte Sohn Karl IV. war gestorben, sein Schwiegersohn Albrecht II., König von Böhmen und Ungarn starb nach der Rückkehr eines Türkenfeldzuges und so übergaben die böhmischen Stände, Georg von Podiebrad die Krone. Polen hätte gern den jungen Kasimir auf dem Thron gesehen. Doch Podiebrad setzte sich als „Ketzerkönig" durch und der schlesische Adel, bis auf den Breslauer Bischof, erkannte ihn als Lehnsherren an. Georg übergab Münsterberg sowie das Herzogtum Troppau als Lehen an seine Söhne. Als König Podiebrad am 22. März 1471 starb, fielen weitere schlesische Herzogtümer und Grafschaften an seinen Sohn Heinrich. Dieser wurde durch die Gunst Kaiser Friedrich III. im Jahr 1642 sogar Reichsfürst . Das bedeutendste Mitglied der böhmischen Königsfamilie war ohne Zweifel Karl II. von Münsterberg, der zwischen 1560 und 1603 in Oels eines der schönsten Renaissanceschlösser Schlesiens erbauen ließ. Die böhmische Krone selbst hatte Podiebrad laut Testament an den polnischen König Vladislavus vermacht. Sein Sohn Heinrich gewann mehr Macht in Schlesien und konvertierte zum katholischen Glauben. Als der letzte dieser Familie, Karl Christoph, 1596 starb, fiel das Lehen an die nun in Prag residierenden Habsburger zurück.

 

Der Böhmische Aufstand

 

Zum zweiten Male erlebte Prag 1618 einen Fenstersturz. Die Folge, der 30jährige Krieg mit all seinen Schrecken. Die Mehrheit der Böhmen wollte keinen katholischen Habsburger, sondern einen Protestanten als König haben. Ihre Wahl fiel auf Friedrich V. von der Pfalz, die Wiener Juristen titulierten diesen Schritt „als böhmischen Aufstand“. Es kam zur Schlacht am Weißen Berg bei Prag. Am 8. November 1620 endete das kurze Gastspiel des „Winterkönigs“, dessen Verbindungen auch in die Oberpfalz reichten. Friedrich konnte sich gerade noch aus der Prager Burg retten, bevor die kaiserliche Vorhut die Tore erreichte. Die Rache der Habsburger war grausam, sie straften alle Teilnehmer am Aufstand, indem ihre Güter konfisziert wurden, auch schlesische Adelige waren betroffen. Die Haupträdelsführer wurden vor dem Rathaus am Altstädter Ring hingerichtet.

 

Spurlos ging der 30jährige Krieg an Schlesien nicht vorbei. Schlösser, Burgen, Städte und Dörfer wurden, wie in der Oberpfalz und Böhmen vernichtet. Mal waren es die kaiserlichen Truppen, mal die Schweden. Mit dem Tode Wallensteins wurden auf Befehl des Kaisers am 25. Februar 1618 in Eger dessen Güter auch in Schlesien eingezogen. Seine treuesten Generäle 1635 in Regensburg zum Tode verurteilt, vier kamen frei, der fünfte, der Schlesier Hans Ulrich Schoaffgotsch wurde auf dem  Schaffott enthauptet. Die Grafen Schaffgotsch mit dem Namen Scof aus Franken stammend, sind ein altes schlesisches Adelsgeschlecht mit einer erloschenen Linie in Böhmen. Sie zählten zu den größten Grundbesitzern des Landes und brachten Generäle, Bischöfe und Unternehmer hervor

 

Kriege belasteten das Land

Beginnend mit den Mongoleneinfällen über die Husittenkriege, dem 30jährigen Krieg, die schlesischen Kriege, den preußischen Befreiungskriegen bis zum 2.Weltkrieg - die schlesische Landschaft, vor allem um Breslau, ist getränkt vom Blut ungezählter Schlachten aus den letzten Jahrhunderten.

„Nun danket alle Gott“, sangen die überlebenden preußischen Grenadiere am Abend nach der Schlacht des Dritten Schlesischen Krieges bei Leuthen gegen die Habsburger, niemand hat die Toten auf beiden Seiten gezählt. Der große schlesische Maler Adolf Menzel aus Breslau war ein Sohn dieser Zeit.

Foto. Grabstätte Adolf von Menzel in Berlin 

 

Adolph Friedrich Erdmann von Menzel, geadelt 1898 (* 8. Dezember 1815 in Breslau; † 9. Februar 1905 in Berlin) war Maler, Zeichner und Illustrator. Er gilt als der bedeutendste deutsche Realist des 19. Jahrhunderts.

 

Bild repro: Adolph Menzel
Ansprache Friedrichs II. an seine Generäle vor der Schlacht bei Leuthen (1757), 1858-1861
Öl/Leinwand, 318 x 424 cm
Berlin, Alte Nationalgalerie

 

 

 

 

 

 

Die nächsten Orte vor Glatz 

 

Bad Altheide               

 

 

Erstmals tauchte der Ort urkundlich 1359 unter dem Namen „Heide“ auf. Anfang des 15. Jahrh. zirka 150 Einwohner, 8 Bauernhöfe, 20 Gärtnerstellen, ein Schloss, das 1449 an Herzog Heinrich von Münsterberg vererbt wurde. Er vermachte es den Augustinern in Glatz als Erbgut. Später kam es an die Jesuiten, die es erweiterten und eine Kapelle auch für die Dorfbewohner einrichteten. Der eigentliche Pfarrort war Oberschwedeldorf. Nach der Auflösung des Ordens durch Rom, 1773, kam es zu häufigen Besitzerwechsel. 1860 wurde von Glatz aus ein Waisenheim eingerichtet, 1873 lebten hier bereits 126 Kinder, betreut vom Orden der Hedwigsschwestern. Das Waisenheim existiert noch heute.

Als Kurbad besteht Altheide seit 1904, sein Sauerbrunnen verspricht Heilungskräfte für Herz und Kreislauf. Kurhaus, Kurpark, Villen und Gästehäuser entstanden, der dörfliche Charakter verschwand, ein feines Städtchen entwickelte sich. 1910 weilten rund 6.400 Kurgäste und über 2000 Erholungssuchende im neuen Staatsbad. Der Kur- und Einwohnerandrang explodierte.

Pfarrei Altheide

Kein Wunder, ein neue Kirche wurde gebraucht. Am 8. Juli 1912 wurde die Filialkirche für Alt- und den Nachbarort Neuheide eingeweiht. Da damals noch traditionsgemäß seit Kaiser Karl IV. die Diözese Prag für Niederschlesien zuständig war, übernahm den Weiheakt, Weihbischof Dr. Fring aus Prag. Auch eine bayerische Verbindung gibt es: Den Hochaltar und Antoniusaltar malte der Münchner Kirchenmaler Oswald Völkl, der seine Wurzeln im schlesischen Ort Schlegl hatte. Als Vobild diente ihm beim Hochaltar das heute, im Prado von Madrid hängende Gemälde der Himmelfahrt Mariens vom berühmten spanischen Barockmaler Murillo.  1923 wurde die Kirche Maria Himmelfahrt zur eigenständigen Pfarrei ernannt, der eigene Friedhof wurde zwei Jahre zuvor geweiht. Heute findet sich hier eine deutsch/polnische Gedenktafel für die Bewohner vor 1946. Kirchlich gehört  Altheide heute zum Bistum Schweidnitz.                                                                                              Quelle: Altheider Weihnachtsbrief 2011, Georg Wenzel

 

 

 

Zentrum von Bad Altheide - gute Hotels zum Übernachten

 

 

Polanica Górna / Neuheide

Dieser Ort gehört verwaltunsgmäßig zur Stadt Polanica-Zdrój (Bad Altheide) und liegt in den östlichen Ausläufern des Heuscheuergebirges. Hier führt die Europastraße 67 durch, die einstige Verlängerung der Goldenen Straße und Landbrücke Karl IV. von Prag nach Breslau. Dieser alte Handels- und Königsweg ging bis in die Anfang 1990 durch Polanica-Zdrój /Bad Altheide  und wurde danach als Umgehung nördlich des Stadtgebietes verlegt.

Neuheide wurde urkundlich ab 1556 durch Melchior von Walditz angelegt, dem der Alte Hof in Wernersdorf gehörte. Er ließ einige Häuser an der Landstraße erbauen, die zunächst als Neuwernersdorf und später als Neuheide benannt wurden. Ein Sigmund von Walditz verkaufte die Güter 1601 an die Stadt Glatz. Der Stadtrat musste die von ihm erworbenen Besitzungen auf kaiserlichen Befehl den Brüdern Georg, Hans und Christoph, Söhne des Ernst von Walditz, abtreten.

Nach den Schlesischen Kriegen fiel Neuheide zusammen mit der Grafschaft Glatz 1763 an Preußen. Nach der Neugliederung Preußens gehörte die Ortschaft ab 1815 zur Provinz Schlesien und war ab 1816 dem Landkreis Glatz eingegliedert, mit dem es bis 1945 verbunden blieb. Vor dem 1. Weltkrieg hatte der Ort 386 Einwohner gezählt. Pfarrsitz war Altheide (siehe Text Altheide).

Borek / deutsch Walddorf

Borek/ Walddorf  ist ein Ortsteil der Stadt Szczytna (Rücke und liegt einen Kilometer nordöstlich von Szczytna zwischen dem Heuscheuergebirge und dem Habelschwerdter Gebirge. Vorbei ging der Weg von Nachod nach Breslau

Zur Geschichte des Ortes: Nachdem der Major Karl Leopold Moritz von Hochberg 1827 das Rittergut Rückers erworben hatte, erbaute er auf den Ruinen eines Forts aus dem Jahre 1790 die Burg Waldstein (von der Straße aus von Nachod kommend  rechterhand auf einem bewaldeten Hügel liegend). Der Major gründete auch die Glashütte Waldstein, die 1840 in Betrieb ging. Um die Hütte entwickelte sich eine Siedlung, die als Gutsbezirk Waldstein bezeichnet wurde. Bereits 1842 verkaufte Graf Hochberg das erworbene Gut. Nach einer Reihe weiterer Besitzer, unter ihnen  der böhmische Graf August Ludwig von Nostitz (Nostit Palais in Prag, heute Sitz des Kultusministeriums) und Fürst Hermann von Pückler-Muskau ( Muskauer Gärten in Sachsen heute Weltkulturerbe), gelangten die Glashütte Waldstein und die Burg Waldstein 1860 an die Brüder Franz und Ferdinand Rohrbach.

Nachdem die Glashütte Waldstein in den 1930er Jahren ihren Betrieb einstellen musste, wurden deren Werkstätten und Verwaltungsgebäude zu Wohnungen umgebaut. Die Burg Waldstein gehörte seit 1929 Orden von der Heiligen Familie, dem sie als Missionshaus „Regina Pacis“ diente. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie in ein Lazarett umgewandelt.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs musste die deutsche Bevölkerung bis auf wenige Ausnahmen den Ort verlassen. Die neuen Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen. Borek blieb weiterhin ein Ortsteil von Szczytna (Rückers) und gehörte mit diesem zusammen bis 1974 zur Woiwodschaft Wrocław und anschließend bis 1998 zur Woiwodschaft Wałbrzych. In den 1950er wurde der Orden der Heiligen Familie enteignet und die Mönche mussten die Burg Waldstein verlassen. Im Jahre 2006 erhielt der Orden die Besitzungen im Wege der Restitution zurück.

 

 

 

 

 

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