Kaiser Karl IV. (1316–1378) wollte die Verbindung zwischen Prag und den Reichsstädten Nürnberg und Frankfurt sowie seinen luxemburgischen Hausmachtgütern gewährleisten. Dazu schuf er als Landbrücke die „Goldene Straße“, die durch die „neuböhmischen“ Gebiete in der Oberen Pfalz führte. Diese Reichsstraße sollte zu einer der wichtigsten Verkehrsverbindungen ihrer Zeit werden und im Kern zu einer bayerisch-böhmischen Lebensader. Zahlreiche Pflegeamtssitze und Burgen säumten die Trasse der rund 1200 Kilometer langen Strecke der Goldene Straße von Stadt Luxemburg über Frankfurt- Nürnberg-Pilsen-Prag-Hradec Kralove (Kongisgrätz - Klodzko (Glatz) nach Wroclaw (Breslau) .

Von Luxemburg aus verlief die Kaiserstraße, wir wollen sie, wie zwischen Nürnberg und Prag, als logische Fortsetzung  "Goldene Straße" nennen. Vorgestellt wird der Streckenverlauf vom heutigen Grenzübergang in Echternach über Trier - Mainz (Koblenz) nach Frankfurt, Würzburg, Nürnberg, Weiden bis zur Grenze im Oberpfälzer Wald und dem Städtchen Bärnau am Genzübergang zur Stadt Tachov /Tachau in Westböhmen. Hier startet ab 1. März 2010 mit einem Volumen von 4 Mio Euro ein D-CZ Projekt. Gebaut wird ein slawisches  Dorf innerhalb eines Geschichtsparks ( mehr Infos unter "D-CZ Geschichtspark")

Landbrücke Luxemburg- Frankfurt- Nürnberg- Prag- Wroclaw/Breslau

Stadt Luxemburg – Echternach -Trier  = 60 km

Trier- Zell (Mosel) - Edingen-Eller*- Cochem- Koblenz  dieser Weg ist seit der Römerzeit ein Schifffahrtsweg. Die Mosel aufwärts Richtung Koblenz wurden die Schiffe gezogen. Eine Wegführung war nis ins 20. Jahrhundert problematisch.zirka = 129 km

*Edingen Eller Karl VI. gab dem Ort 1336 die Stadtrechte.

Koblenz - Limburg a.d. Lahn - Frankfurt a.Main    = 135 km

Also müssen wir uns nach einer alternativen Route zwischen Trier und Frankfurt umsehen. Hier bietet sich eine Route an, die bereits die Römer nutzten. Decimus Magnus Ausonius (310-392 n.Chr.), berühmter römischer Gelehrter und Rhetoriker, war als Erzieher an den Hof des römischen Kaisers Valentinians I. nach Trier berufen. 368/69 n. Chr. reiste er im Gefolge des Kaisers nach einem Alemannenfeldzug auf der alten Römerstraße quer durch den Hunsrück von Bingen nach Trier. Seine Reiseeindrücke schrieb er in dem Werk „Mosella" nieder, die älteste Reisebeschreibung einer deutschen Landschaft. Mit dieser Landschaftsbeschreibung und der Darstellung der Straße in der Tabula Peutingeriana (eine Straßenkarte aus dem 4. Jh.) lässt sich der Verlauf der römischen Fernstraße von Bingen über Simmern, Kirchberg und Morbach bis nach Trier heute noch gut rekonstruieren. Heute verläuft auf großen Teilen der ehemaligen Römerstraße der Ausoniuswanderweg.

2007 wurde durch das Land Rheinland Pfalz der sog. länderübergreifende "Balduinweg" (Erzbischof Balduin von Trier war ein Bruder Kaiser Heinrich VII.) beschlossen.In wieweit dieser Weg eingebaut werden kann, ist noch unklar.

Trier  - Riol - Föhren –- Morbach – Sohren - Kirchberg Hunsrück – Simmern im Hunsrück-– Argenthal  – Waldalgesheim – Bingen - Ingelheim am Rhein  - Mainz - Frankfurt    = 210  km

Karl VI. gab der Stadt Ingelheim am 26.Februar 1356 zu Mainz die Stadrechte.  

1375 verpfändete Kaiser Karl IV. jedoch das gesamte Ingelheimer Reichsgebiet ebenso wie die Reichsstadt Oppenheim und die Orte Nierstein, Dexheim und Schwabsburg an den pfälzischen Kurfürsten.  Quelle: Ingelheimer Haderbücher

 

Große Geleit- und Heeresstraße Karl IV. von

Frankfurt  a. Main- Hanau =  22km

Hanau – Seligenstadt - Aschaffenburg     = 34 km

Aschaffenburg- Neustadt am Main* Miltenberg -Tauberbischofsheim   = 51 km                 

*Neustadt am Main, erhielt 1365 die Stadtrechte durch Kaiser Karl IV.

Wertheim- Würzburg           = 41 km                                               = 126 km

Hohe Straße Würzburg - Neustadt/Aisch- Nürnberg

Einersheim-Markt Würzburg – Kitzingen -Mainbernheim-

Iphofen-Markt Bibart- Neustadt a. d. Aisch  =  66 km

Neustadt a.d.Aisch- Wilhermdorf- Nürnberg = 52 km                          = 118 km

Die Goldene Straße Nürnberg- Prag

Nürnberg – Lauf- Hersbruck – Hirschau = 74 km

Weiden- Neustadt/WN – Bärnau             = 57 km

Bärnau, Grenzstädtchen an der CZ Grenze im Lkrs. TIR                    = 131 km          

Dabei waren vor allem der Schutz des Kaisers, der internationale Handel und die Nutzung als "Herrschaftsroute" von großer Bedeutung.

Zwei Varianten des Weges zwischen Frankfurt und Nürnberg sind historisch gesichert. Die Orte standen unter dem Schutz der Böhmischen Krone Karl IV.; oft bis hin zum Ende der Luxemburger Zeit in Böhmen.

 Südwestliche Variante ab

Abstecher Neustadt a.d.Aisch- Bad Windsheim     = 19 km

Neustadt a.d.Aisch – Erlangen                              = 35 km

Nach dem Tausch eines Teils Neuböhmens mit der Mark Brandenburg durch Karl IV. verlief der Weg der Goldenen Straße über

Erlangen- Schnaittach über Neunkirchen am Brand = 30km                          = 84 km

Neunkirchen- Pegnitz - Eschenbach - Auerbach - Erbendorf - Waldsassen - Cheb/Eger - Karlsbad - Prag

Südliche Variante zwischen Frankfurt und Würzburg /Heidingsfeld

Hanau - Seligenstadt              = 15 km

Babenhausen(Hess)               =10 km

Miltenberg                              = 44 km

Tauberbischofsheim                 = 40 km

Würzburg / Heidingsfeld           = 35 km                                                               = 145 km

 Mit der Goldenen Bulle, dem  wohl wichtigste Gesetz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation , wurden nicht nur die Rechte der Kurfürsten, sondern auch die Modalitäten der deutschen Königswahl geregelt. Die Kurfürsten wurden als Wähler des Königs bestätigt. Der Erzbischof von Mainz als Kanzler für Deutschland müsse binnen 30 Tagen nach dem Tod des letzten Königs die Kurfürsten in Frankfurt am Main zusammenzurufen hatte, um in der Bartholomäuskirche, dem heutigen Dom, den Nachfolger zu küren.  Ferner wurde die Reichsstadt Nürnberg darin "auf ewige Zeiten" zum Ort der Abhaltung des ersten Reichstags eines jeden neu gewählten Königs bestimmt. Sie war damit gleichrangig mit Frankfurt am Main als den Ort der Königswahl und mit Aachen als Krönungsort. Ein Grund, warum der Kaiser befahl: „Zur Wahl und Krönung sollen die Böhmenkönige in Zukunft (von Prag aus) auf dieser Straße ziehen“