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Landbrücke von Trier über Koblenz - Limburg a. d. Lahn -Mainz nach Frankfurt

 Die Region zwischen Trier - Koblenz - Mainz

Der Böhmische König und Römische Kaiser Karl IV.  aus dem Hause Luxemburg war stets bemüht, bei seinen häufigen Reisen auf eigenem Grund und Boden  zum Ziel zu kommen. So sicherte er den Weg von Prag nach Nürnberg und Frankfurt a. Main durch den Erwerb von Städten, Burgen und Lehen über „die Goldene Straße“. Dabei entstand das heutige „Neuböhmen“, das bis vor die Tore der Stadt Nürnberg reichte.

Was die Sicherung seiner Reise in die Luxemburger Stammlande anbelangte, konnte er ab Frankfurt über Mainz und Limburg an der Lahn, Koblenz und Trier unbesorgt weiterreisen. Dieses Gebiet unterstand der Herrschaft seines Oheims Balduin, Erzbischof zu Trier und später auch Erzbischof zu Mainz. Als einer der einflussreichsten Fürsten des Reiches hatte er es geschafft, ein geschlossenes Territorium zu bilden, das direkt an Luxemburg angrenzte.

Erzbischof Balduin von Luxemburg

Geboren um 1285 in Luxemburg; † 1354 in Trier stammte er aus dem Geschlecht der Luxemburger. Er war der jüngste Sohn des Grafen Heinrich VI. (nach anderer Zählart III.) von Luxemburg. Sein Bruder Heinrich VII. sollte jedoch die Erbfolge antreten. Für Balduin war von Anfang an eine geistliche Laufbahn vorgesehen. In der Tradition der Luxemburger hatte Balduin Theologie und kanonisches Recht in Paris studiert. Im Alter von 22 Jahren wurde er vom Trierer Domkapitel zum Erzbischof gewählt und 1308 von Papst Clemens V. in Poitiers zum Bischof geweiht. Von 1328 bis 1336 Administrator des Erzbistums Mainz und von 1331 bis 1337 mit Unterbrechungen Administrator der Bistümer Worms und Speyer. Balduin war einer der einflussreichsten Reichsfürsten seiner Zeit und gilt als bedeutendste Kurfürst von Trier.

Bei der Königswahl von 1314 unterstützte Balduin zunächst Ludwig den Bayern. Nach einiger Zeit distanzierte er sich von ihm und unterstützte seinen Neffen Johann bei der Wahl zum Kaiser, allerdings ohne Erfolg. Erfolg stellte sich 1346 bei seinen Großneffen Karl bei der Wahl des Kaisers ein. Zu ihm gab es im Gegensatz zu seinem Vater Johann, kein gespanntes Verhältnis. Karl unterstütze alle Vorhaben seines Oheims und so blieb dieser ihm bis zu seinem Tode eine wichtige Stütze im Westen des Reiches.

Balduin- geschickter Staatsmann und Finanzpolitiker seiner Zeit

Im Zeitraum von 1307 und 1354  gelang es Balduin eine geschlossene territoriale Verbindung zwischen dem oberen und dem unteren Erzstift herzustellen. Um dieses Ziel zu erreichen, scheute er nicht vor kriegerischen Auseinandersetzungen zurück. So gesehen kann er zu Recht als eigentlicher Begründer des Trierer Kurstaates angesehen werden. Durch die Verbindung der beiden Zentren Trier und Koblenz entlang der Mosel und den Erwerb von verschiedenen Besitzrechten gelang es  ihm, das Kurtrierer Territorium zu festigen und fest zu verbinden.  Es scheint in der Familie der Luxemburger zu liegen: Balduins ausgeklügelte Finanzpolitik, die planmäßige Ansiedlung von Juden als „Banker des Mittelalters“ im gesamten Erzstift, brachten letztlich den Erfolg. Wie sein Neffe Karl IV., bevorzugte er es, seine Gegner durch Lehnsverträge oder andersartige Verpflichtungen an sich zu binden.

Die Entwicklung der Stadt Trier und deren Umfeld förderte und stärkte Balduin. Auch die Sanierung der Römerbrücke in Trier soll auf seine Initiative zurückgehen. In Koblenz ließ er die Balduinbrücke erbauen, sie gilt als Vorbild für Peter Parler, dem Erbauer der Karlsbrücke über die Moldau in Prag.

Noch heute zeugen die Burgruinen in der Region von der Macht des Erzbischofs aus dem Hause Luxemburg. Beispiele hierfür sind Burg Trutzeltz (auch Balduineltz oder Baldeneltz genannt) in der Eifel,   Burg Baldenau (erbaut 1315) oder Burg Balduinseck (1325).  

Die nachfolgenden Erzbischöfe von Trier, beginnen mit Boemund II. von Saarbrücken († 10. Februar 1367) aus dem elsässischen Geschlechte von Ettendorf war von 1354 bis 1362 Erzbischof von Trier. Er wurde nach Balduins von Luxemburg Tode einstimmig gewählt. In hohem Alter stehend, mehr der Frömmigkeit als der Kriegstätigkeit ergeben, gedachte er friedlich zu regieren. Die Huld des Papstes und des Kaisers, besonders die Nachwirkungen von Balduins kräftigem Regiment schienen ihn zu begünstigen. In der Tat schützte er die Ruhe seines Kurfürstentums durch Landfriedensbündnisse und Einigungen mit Gerlach von Mainz, Wilhelm von Köln, Ruprecht von der Pfalz, mit den Herren von Lothringen, Luxemburg und andern benachbarten Fürsten. Er bewahrte die große Lehensmacht seiner Kirche, mehrte die Festen des Landes und nahm an Reichsgeschäften Anteil, wie er denn auf den Reichstagen zu Nürnberg und Metz 1356 bei Aufstellung der goldenen Bulle erschien, sich 1360 mit Karl IV. gegen den „Herrn zu Wirtenberg" verband und 1362 zu Nürnberg den Herzögen von Österreich widersagte, weil sie dem Reiche kundliche Feindschaft angetan. Seine weiteren Nachfolger u.a.  Otto von Ziegenhain (* um 1380; † 13. Februar 1430 in Koblenz) war von 1419 bis zu seinem Tode Erzbischof von Trier. Raban von Helmstatt (* um 1362; 4. November 1439) war ab 1399 Bischof von Speyer und ab 1430 Erzbischof von Trier und damit einer der drei geistlichen Kurfürsten des Heiligen Römischen Reiches. Von 1414 bis 1418 war er als Leiter der Trierer Delegation Teilnehmer des Konstanzer Konzils. Er unterstützte die Kreuzzüge Kaiser Sigismunds (Sohn Karl IV.) gegen die Taboritischen Kämpfer unter Jan Ziska und Holy Prokop. Unglücklich verlief seine Teilnahme an den Feldzügen nach Böhmen in den Hussitenkriegen. Vernichtend und oft blamabel wurden die deutschen Ritterheere in die Flucht geschlagen.

Fünf Erzbischöfe folgten Balduin bis zum Ende der Luxemburger auf dem böhmischen Thron. Stets zeigten sie ihre Treue zum Kaiser und gewährleistet die friedliche Reise auf der „Landbrücke“ von Wroclaw (Breslau) über Prag- Frankfurt nach Luxemburg.

Quelle: u.a. Homepage der Stadt Trier ; Balduin aus dem Hause Luxemburg" Hrsg. Bistum Luxemburg und Stadt Trier

Peter von Aspelt, Erzbischof von Mainz

Eine weitere bedeutende Rolle in der Dynastie des Hauses Luxemburg spielte Peter von Aspelt,ca.1240/45 – 1320, Erzbischof von Mainz 1306-1320. In Trier geboren (nicht gämzlich gesichert) und aufgewachsen, studierte er in Bologna und Padua, vermutlich auch in Paris. Als zunächst Leibarzt und Hofkaplan Rudolfs von Habsburg, dann in leitender Position an der Prager Hofkanzlei unter dem Premyslidenfürst  Wenzels II., wurde er 1297 von Papst Bonifaz VIII. zum Bischof von Basel ernannt. Papst Clemens V., väterlicher Freund Kaiser Karl IV. versetzte ihn aus taktischen Gründen 1306 auf den Stuhl des Erzbistums Mainz. Dabei setzte er sich für die Königswahl Heinrichs VII. (von Luxemburg) ein, hatte (als letzte Premyslidin) an dessen Hofe eine einflussreiche Stellung. Nach der Hochzeit zwischen Wenzels Tochter Eliska mit Johann von Luxemburg 1310 in Speyer zog er mit dem jungen Paar nach Prag und krönte Johann am 7. Februar 1311 zum König von Böhmen. Auch Johanns Sohn, Karl VI., den er im Prager Dom auf den Namen Wenzle taufte, hatte in ihm einen großen Schutzherren.

Die Stellung eines  Mainzer Erzbischofs war bedeutend. Er zählte zur damaligen Zeit als der vornehmste Reichsfürst im Reich und  war als “Primas Germaniae”. zugleich Stellvertreter des Papstes in Deutschland. Das Mainzer Erzbistum war das größte im Reich, zeitweise reichte es im Süden bis Basel und  im Norden über Hessen hinaus bis an den Harz, das Eichsfeld und nach Thüringen.

Quelle: Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V.Johann-Friedrich-von Pfeiffer-Weg 355099 Mainz

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