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Jan Hus

 Jan Hus - eine tragische Person in der Geschichte

Über 590 Jahre ist es her, da zog Jan Hus mit seinem Gefolge auf der Goldenen Straße nach Konstanz. Eine Rückkehr gab es nicht, das Konzil verurteilte ihn zum Tod am Scheiterhaufen. Kaiser Sigismund, Sohn Karl IV., hatte ihm zwar freies Geleit versprochen, vor dem Feuertod konnte er ihn nicht retten. Hus wurde auf der Reise entlang der Goldenen Straße in allen Orten der Oberpfalz und Mittelfrankens und Württembergs wohlwollend und mit Hochachtung aufgenommen.

 

   Bei den Diskussionen mit Ratsherren und Geistlichen erfuhr er viel Zustimmung. Das machte leichtsinnig und er beging einen Fehler. Statt, wie vereinbart, nach Speyer zu reisen, um mit Kaiser Sigismund und dessen Gefolge in Konstanz einzuziehen, machte er sich mit seinen Begleitern auf den direkten Weg über Ulm, Biberach, Ravensburg nach Konstanz am Bodensee auf. Der damalige Papst Johannes XXIII., der in Konstanz weilte, ist er verurteilt worden. Diese ist aus den Analen der katholischen Kirche gestrichen worden. Er floh gegen Ende des Konzils aus Konstanz, wurde verfolgt, verhaftet und in Heidelberg in den Kerker geworfen. 1960 gab sich erneut ein Papst den Namen "Johannes XXIII." , damit sollte endgültig der alte Papstnamen getilgt sein.

Das Kapitel der Hussitenkriege ist eine oft verfälschte Geschichte, die eine Bereinigung erfahren muss. So entschuldigte sich Papst Johannes Paul II. in Rom für die damals ungerechte Verurteilung von Jan Hus.

Die nachfolgenden Hussitenkriege tangierten den bayerischen Grenzraum bis Nürn -berg und Bamberg, aber auch Sachsen, Brandenburg, das ehemalige Nieder -schlesien und Teile Österreichs. "Kommt der Böhme in das Land, zittert der Nagel an der Wand", diese Schreckensnachricht verankerte sich in den berühmten Schauspielen des "Further Drachenstichs" oder dem "Hussenkrieg" in Neunburg vorm Wald. Die heutigen Neuinszenierungen distanzieren sich aber längst von dieser Ansicht, denn es war eben nur die halbe Wahrheit.

Dem Reformator Hus die Greueltaten eines Jan Zizkas zuzuschreiben, davon muss stark abgerückt werden. Jan Hus hatte mit den Taten der extremen Taboriten nie etwas zu tun. So wurde der Begriff "Hussiten" in Deutschland und von der damaligen Katholischen Kirche geprägt. Hus selbst wurde in den vergangenen Jahrhunderten stets zum Spielball unterschiedlichster Interessensgruppen. Seine Ideen - er gilt als Wegbereiter Luthers -"der Reformierung der Kirche" stießen in der Oberpfalz und anderen Landesteilen auf fruchtbaren Boden. Dies zeigten Professoren, wie Ferdinand Seibt und Peter Hilsch eindeutig auf. Namentlich sind eine Reie von Anhängern im deutschen Raum bekannt,die ebenfalls den Feuertod sterben mussten.

  Bild: Jan Ziska-Denkmal am Marktplatz in Tabor

 

 

 

 

 

 

 

 

 Die Schlacht von Hiltersrieth ( Bild das Denkmal an die Schlacht) wurde in der Vergangenheit militärisch überbewertet.

Mit der Schlacht am Weißen Berg beendeten die Habsburger jegliche Reformbewegungen, vertrieben oder töten Lutheraner und die gemäßigten Husanhänger, die Utraquisten. Alle Versuche, Reformen im Sinne eines Jan Hus durchzuführen, scheiterten stets am Widerstand Roms, auch Kontaktversuche zur Orthodoxen Kirche verliefen im Sande. Erst 1918/19 kam es zu einer Renaissance der hussitischen Kirche in Böhmen. Nach 300 Jahren erfolgte am 8. Januar 1920, eine erneute Kirchengründung. Im Sinne hatten die Gründer eine tschechische Staatskirche, doch der Staat selbst hielt sich aus internationalen Gründen zurück. Heute bekennen sich rund 96000 Tschechen zum Hussitentum (Stand: August 2009), das somit drittstärkste kirchliche Kraft im Lande ist.

Das Thema Hus und Husitten faszinierte schon immer die Menschen

  In Zusammenarbeit des Förderkreises und der ehemaligen Landesbildstelle Bayreuth mit dem Filminstitut Hahn bei Bamberg wurde ein Unterrichtsfilm über Hus gedreht. Drehorte waren in Bärnau und Konstanz aus Anlass eines historischen Zuges von Tabor nach Konstanz 1995. Der Film wurde 1996 in Prag vorgestellt. (CHR)

Im Bild links, der ehemalige Außenminister Tschechiens, Cyril Svoboda, rechts Dieter Hartmann Bayreuth,Mitte Rainer Christoph, Altenstadt/WN

 

 

 

 

Hussiten in Bärnau

 

Zum Gedenken an den Reformator Jan Hus kam am Samstag, den 8. Mai 2009 ein Trupp Hussiten in die Grenzstadt Bärnau im Landkreis Tirschenreuth. Hier endete der Zug, der in Chesky Brod aufbrach. Streckenweise mit dabei, hussitische Anhänger aus Bernau bei Berlin, aus Naumburg, Tachov und Bärnau.Im Juli 2011 wird erneut eine Abordnung, die auf Burg Krakovec startet, in Bärnau erwartet.

 

Begrüßt wurden die Hussiten am höchsten Grenzübergang der Oberpfalz durch die Bürgermeister Peter Hampel (Bärnau), Bürgermeister Macak (Tachov) und dem Bürgermeister aus Neunburg vorm Wald. Den Becher Wein reichte nicht, wie 1414 der Pfarrer von Bärnau, sondern der 1. Bürgermeister.

        

 

 

 

     

 

 

Erinnerungsfoto an den Besuch der Hussiten in Bärnau

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