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... wor die Breslauer Kaufleute über den Berg fluchten....

Pleystein

"Es gibt kein schlechteres Wegstück zwischen Krakau und Nürnberg als den Berg zwischen Lohma und Pleystein“, lautete eine Beschwerde der  Kaufleute des Mittelalters. An einen Breslauer Wagen, den 8 bis 10 Pferde zogen musste man einen Vorspann von 10 bis 12 Pferden anbringen.

Pleystein, am Eingang des Zottbachtales und am Fuße des 800 m hohen Fahrenbergs, gelegen, war einst Sitz eines Pflegeamtes der Herren von Pleystein, dann in Leuchtenberger Besitz.Im Jahre 1331 erhielt es unter Kaiser Ludwig das Nürnberger Stadtrecht. Heute sieht der Ort relativ neu aus, der Grund, am 10. Juli 1901 brannte er nahezu gänzlich ab. Älteste Relikte, das Rathaus aus dem Jahre 1366

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inmitten des Ortes erhebt sich der unter Naturschutz stehende Kreuzberg, ein 38 Meter hoher Rosenquarzfelsen mit Salesianerkloster und Wallfahrtskirche, das Wahrzeichen der Stadt. Im Mittelalter stand hier eine Burg, in einem Merianstich festgehalten. Im Mai und im September finden sich alljährlich Tausende von Wallfahrern zum Kreuzbergfest ein.

Rund 35 Meter überragt die markante Felskuppe des Kreuzberges die Stadt Pleystein. Das Wahrzeichen der Stadt ist der harte Kern eines Pegmatitstockes, der am Ende des Erdaltertums aus einer Gesteinsschmelze erstarrte. Berühmt wurde der Quarzfelsen vor allem wegen seiner schönen und seltenen Mineralien

Quelle:   http://www.oberpfaelzerwald.de

 

 Orden im Kloster: Salesianerorden - Oblate des hl. Franz von Sales (Salesoblate, Abk.: OSFS)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

Die neugotische Pfarrkirche ist dem Hl. Sigismund geweiht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hl. Sigismund und Kaiser Karl IV.

Sigismund war von 516 bis 523 König der Burgunder, Märtyrer (Namensfest 2.Mai). Großen Einfluss auf die Verehrung hatte im 14.Jahrhundert folgendes Ereignis:  Kaiser Karl IV.ließ 1354 Teile der Reliquien von St. Maurice nach Prag bringen. Bei dieser Gelegenheit muss auch der Freisinger Dom einen Teil der begehrten Reliquien erhalten haben, denn schon 1359 ist Sigismund in einer Urkunde als Bistumspatron bezeugt.

 

 

 

 

Der Nationalheilige Böhmens und Bayerns steht imposant am Marktplatz von Pleystein

 

Herrschte Kriegszeit oder Seuchengefahr, schlossen die Pleysteiner ihre Tore und leiteten alles was kam, über den Rennsteig um. Obwohl sie auf den Pflasterzoll und Einkünfte verzichten mussten. Sie gingen so weit, dass sie hinter Vohenstrauß die Straße aufgruben.

Den Weg über Lohma nutzen die Postboten. Auch die Kaufleute mochten die Strecke über Lohma, war sie doch eben und zugleich schneller nach Waidhaus und umgekehrt. Und so entstanden in Lohma auch Wirtschaften.

Lohma

Hier fand Kreisheimatpfleger Peter Stanicek Hügelgräber aus der Hallstattzeit (frühe Eisenzeit). Mit Schülern machte er vorsichtige Ausgrabungen, die dann wissenschaftlich begleitet wurden. Ein historisch beeindruckender Fund über das Leben in unserem Raum.

 

 Waidhaus (Grenzort)

Der Waidhauser Raum gehörte einst zum sog. Nordgau, der von germanischen Stämmen bewohnt war. Seit Urzeiten zog sich hier eine Völkergrenze durch. In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts kamen die Slawen, im 8. und 9. Jahrh. bis in die Gegend von Kitzingen in Bayern.

Foto:

Kirchlich wird Waidhaus bereits 1326 erwähnt, die Pfarrkirche ist dem Hl. Emmeram geweiht (der jetzige Bau stammt aus dem Jahre 1785). St.Emmeram ist neben S.Wolfgang einer der bedeutensten Heiligen des Bistums Regensburg.

Der Grenzwald bot eine Art Schutzwall gegen feindliche Angriffe. Wächter auf der böhmischen Seite waren ab der ersten Hälfte des 11. Jahrh. die Choden. Die frühesten Nennungen des Ortsnamens Waidhaus erfolgen schon vor 1120. Als Urkundenzeuge erscheint ein Konrad von Waidhausen, er war der Beauftragte des Markgrafen Diepold III, der die wichtige Straße von Nürnberg nach Prag zu überwachen hatte. Ab dem Jahre 1118 ist  der Einfluss der Leuchtenberger Grafen spürbar. Die Leuchtenberger Herrschaft zu Pleystein hatte in Waidhaus acht Mannschaften.

Zwischen 1355 und 1356 wurde der Ort kurzfristig an Karl IV. verpfändet, kam aber bald wieder an die pfälzischen Wittelsbacher zurück. Mitte des 15. Jahrh. gab es in Waidhaus Zeidler (Imker), die Verträge mit Nürnberger Lebzeltern hatten und diese mit Honig belieferten, sicher eine Folge des Handelsweges.

Kriege belasteten den Ort

Wiederholt ist der Ort in Flammen aufgegangen, dreimal während der Hussittenkriege (1433), 1643 durch die Kroaten, zwei weitere Großbrände folgten der letzte 1886. Nach der Schlacht am Weißen Berg verschanzte sich Graf Mansfeld 1620 bei Waidhaus mit 23 000 Mann, Auf der anderen Seite zog Graf Tilly 18000 Mann zusammen. Es kam zu Kampfhandlungen, am 16. Juli 1621 entbrannte eine dramatische Schlacht, die mehr als 12 Stunden dauerte, 700 Tote das traurige Ergebnis! Immer wieder kam es zu neuen Kämpfen, Mitte September 1621 übergab Mansfeld an Tilly eine größere Geldsumme und zog ab. In Prag und anderen Städten läuteten die Friedensglocken, man glaubte der Krieg wäre zu Ende. Am 27. Oktober 1742 überfiel Trenk der Pandur während des Österreichischen Erbfolge- krieges den Ort, plünderte ihn, die Beute wurde auf 300 konfiszierten Wagen abgefahren. Und vergessen wir nicht, am   1938 marschierte die nationalsozialistische Armee ein um das Sudentenland zu anektieren. das Münchner Abkommen, eine Demütigung der Tschechischen Nation wurde von den späteren Siegermächten akzeptiert und mit unterzeichnet.

Grenzübergang Waidhaus Rozvadov

Hier donnerte über Jahrzehnte der Hauptverkehr auf der alten Europastraße nach Prag und weiter nach Osten. Für die Bewohner des Ortes eine Katastrophe. Scharfe Kontrollen, je nach der politischen Großwetterlage, bestimmten die Abfertigung.

Nichts von dem ist mehr zu spüren. Autobahn und Schengener Abkommen garantieren freie Fahrt. Heute kommen die Reisenden zum Tanken und zum Einkaufen. Nach 100 Metern schon die erste Tankstelle... ist das Tschechien?? Die nach 1998 Geborenen haben von all dem kaum eine Ahnung.

Es war nicht immer so.

Zollstation Waidhaus

Zoll und Maut sind Begriffe, die sich die Herrschenden schon immer zu eigen machten. Im 17. und 18. Jahrh. wurde von der Maut gesprochen, ab 1819 gilt die Bezeichnung Zoll. Die älteste bayerische Zollordnung stammt aus dem Jahre 905.

 

Zum Ausgang des Mittelalters hatte das Herzogtum Bayern 27 Hauptzollstätten zu Wasser und zu Land, in der Oberpfalz zwei zu Wasser und 25 zu Land, dazu kamen 310 Wehrzölle oder Mittelmauten diese lagen an Nebenstraßen) , jede Station hatte ihre eigenen Tarife. Verzollt wurde alles, was ein- oder ausgeführt wurde. In Waidhaus geht man davon aus, dass bereits 1283 der erste Zoll bestanden hat. 1573 gibt es eine Beschwerde Nürnberger Kaufleute, die Zoll zahlen mussten, obwohl man ihnen unter Wenzel III 1305 urkundlich Zollfreiheit in allen Ländern der böhmischen Krone, bis hin nach Breslau  versprochen hatte. Schönsee, Eslarn und Waidhaus waren die Grenzstationen im Landkreis Neustadt nach Böhmen.

Kennen sie den größten Stausee des Mittelalters?

Machen Sie gerade Urlaub in der Oberpfälzer Region, dann fahren Sie bei der Autobahnausfahrt Waidhaus von Vohenstrauß der kommenn rechts in Richtung Eslarn. Nach ein paar Kilometern erreichen Sie den Ort Pfrentsch. Die Ortsdurchfahrt fährt über den ehemaligen Damm des Stausees. Machen Sie beim Nepomuk Halt und schauen Sie sich nach Osten hin das riesige Areal an.Sie erahnen die Ausmaße des Stausees.

Historischer Hintergrund:

Im Jahr 1362 erteilte Kaiser Karl IV. den Landgrafen Ulrich und Johann von Leuchtenberg die Erlaubnis, einen Weiher an der Grenze zu Böhmen, zwischen Waidhaus und Eslarn, anzulegen. Der Weiher, 1 1/2 Stunden lang und 1/2 Stunde breit (strammer Fußmarsch), wurde nicht bloß der Fischzucht und Bewässerung des umliegenden Landes wegen angelegt, sondern sollte vor allem als Stausee für die vielen an der Pfreimd gelegenen Hammerwerke und Mühlen dienen. Von 1840 ab begann die Trockenlegung des Weihers, der einstmals im Mittelalter der größte künstliche Stausee Bayerns gewesen war.

Der Bau der für damalige Verhältnisse riesigen Weiheranlage (1300 - 1400 Tagwerk) konnte in der Erinnerung der Menschen nur durch unmenschliche Härte, wenn nicht gar durch einen Pakt mit dem Teufel gelingen:  

Als der Landgraf von Leuchtenberg den Pfrentschweiher graben ließ, mussten seine Untertanen in hartem Frondienste arbeiten, und manche gingen dabei durch Hunger und Elend zugrunde. Umsonst wurde der Graf gebeten, die Betroffenen zu schonen, vergebens war jede Warnung. Kaum war der große Teich vollendet, so umritt er ihn voll Freude zu mehreren Malen. Dieses tat er dann immer öfter, und man sah ihn auch reiten, wenn er zu Hause im Schlosse saß. Nach seinem Tode ging die Reiterei erst recht an. Bald war es der Graf selbst, bald nur sein Schatten oder sein Hund und hinterher lief der Teufel und schlug mit schweren Eisenketten um sich, dass Glieder, oft sechs bis acht Pfund schwer, davonflogen. (nach Schönwerth)

In den Weiher kamen jeweils 40.000 Setzlinge, alle drei Jahre wurde abgefischt. Der Kummer mit den Fischdieben war aber so groß, dass man schließlich im Jahre 1840 die endgültige Trockenlegung verfügte, nicht zuletzt auch wegen der immens hohen Unterhaltungskosten. Anstelle der heutigen Brücke in Pfrentsch mit der Johannes-Nepomuk-Statue und der darüberführenden hochgelegenen Straße nach Eslarn befand sich früher die vom Reichswerker (Bauingenieur) der Festung Mannheim, Hans Christoph von Brand, geplante und 1614 fertiggestellte große Docke aus 1482 behauenen Quadern.

1853/55 wurde in Pfrentsch eine Wiesenbauschule eingerichtet und ein Wiesenbaumeister bestellt, der die Wiesenkulturen im ehemaligen Weihergebiet durchzuführen hatte. Die entstehenden Wiesen wurden alljährlich zum Abmähen an die Nachbarorte versteigert, zuletzt noch im Jahr 1961. Die Ortschaft Pfrentschweiher entstand im Zusammenhang mit dem nach dem Ersten Weltkrieg errichteten "Staatsgut".

 

Wenn Sie 3 km von Pfrentsch richtung Eslarn fahren, stoßen Sie auf diese Schilder. Habe ich richtig gelesen?

                Thomasgeschieß ??? 2 km

Oh, dieser Oberpfälzer Dialekt ? Unaussprechlich und sogar derb, nein, diese Adresse möchte ich nicht auf meiner Visitenkarte gedruckt haben! Sind das nicht Ihre Gedanken?? Aber was bedeutet der Dorfname ? Ein großer Bayerischer Radiosender versuchte es vor 1/2 Jahren herauszufinden, folgende Lösung wurde nicht genannt:

In Oberfranken und in der Oberpfalz lebten im Früh - und beginnenden Hochmittelalter neben der einheimischen oder fränkisch geprägten Bevölkerung auch Slawen, die zwischen dem 6. und 9. Jahrhundert aus dem Donaugebiet und dem böhmischen Raum eingewandert waren. Bei den Orts-, Flur- und Gewässernamen in Oberfranken und der Oberpfalz sind häufig slawische Namen oder Namensbestandteile erkennbar.

Und genau das triftt auch auf Thomasgschiss zu. Trennen wir das Wort, dann heißt es Thomas + gschiss. Thomas ist klar, den Heiligen Thomas kennen wir aus der Bibel. „gschiss“ und das ist die Lösung kommt vom tschechischen Wort, Křiřz einem wahren Zungenbrecher und Křiřz kann kein Oberpfälzer aussprechen, also wurde es in unseren Dialekt übersetzt und heißt einfach „gschieß“ oder ganz einfach Thomaskreuz.

 Bild: Thomaskreuz Das Winkelmaß auf dem Apostelkreuz deutet darauf hin, dass Thomas der Patron der Architekten und Bauarbeiter ist. Außerdem ist er der Schutzpatron von Portugal und Indien.

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