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Turmhügelburg oder auch „Motte“das Wahrzeichen des Geschichtsparks Bärnau

Mit der Errichtung einer Motte bekommt der Geschichtspark Bärnau "sein Wahrzeichen" und wird damit hoffentlich die letzten Zweifler in der Region überzeugen. Dass diese Motte ihre Berichtigung hat, sollen die weiteren Ausführungen beweisen.

Turmhügelburgen sind keine Seltenheit in unserer Region. Wenig bekannt, aber doch markant, die Reste der Turmhügelburgen in Rothenstadt bei Weiden, auf dem Weg von Lanz zum St. Quirin und die Turmhügelburg am Rastenhof (Gemeinde Störnstein). Mit diesem Relikt aus alten Zeiten beschäftigte sich eine Schülergruppe der Grundschule Altenstadt im Rahmen eines Geschichtswettbewerbs 2006. Mit Erfolg, die Schüler der 4.Klasse erzielten bayernweit einen 2.Platz.

Foto: Bild des Rastenhofs um 1960

 

 Dazu einige Auszüge aus der Schülerarbeit

„Mit Hilfe einer Oberpfalzkarte sahen wir, dass unser Regierungsbezirk im Mittelalter ein richtiges Burgenland war. Die Entfernungen von Nachbarburgen in unserem Landkreis waren gering, zum Teil konnten sie sich, wie das Beispiel der Burgen Leuchtenberg, Parkstein und Flossenbürg zeigt, durch Leuchtfeuer verständigen. Die Handelsroute der Goldenen Straße von Nürnberg nach Prag, die Dörfer oder einzelne Gehöfte, wie der Rastenhof, berührte die Burgen Parkstein, Störnstein, Wildenau, Tannhausen“.

 

 

 

 

 

Turmhügelburg Rastenhof

Ziel der Schülerarbeit war die ERforschung der Anlage eines Burgstalls, einer Turmhügelburg, in unmittelbarer Nähe des Rastenhofs. Versteckt und sein Jahrhunderten unberührt, liegt sie hinter Bäumen, umgeben von einem Wassergraben. Der merkwürdige Name „Motte“ leitet sich vom Französischen ab: „Château à la Motte“ ( Burg auf dem Hügel). Die Motte gliedert sich in der Regel in zwei Bereiche auf: Auf einem künstlichen Erdhügel wurde eine Kernburg oder Hochburg errichtet, manchmal  hatte diese eine oder mehrere Vorburgen. Beide Bereiche sind jeweils durch eigene

Gräben und Wälle oder Palisaden geschützt und oftmals nach dem Prinzip der Abschnittsverteidigung hintereinander gegliedert, wobei die Kernburg dann den letzten Verteidigungsabschnitt darstellt. Der Typus der Motte findet sich am häufigsten bei Niederungsburgen.

Die Entwicklung der Motte hat nichts mit den großräumigen germanischen Verteidigungsanlagen in Form einer Wallburg oder den Palisadenden römischer Wachtürme zu tun.  Die ersten Motten entstanden in der Regierungszeit der Salischen Kaiser zwischen 900 und 1000 n. Chr., gehäuft entstanden im 11. / 12. Jahrhundert.

Die Geschichte des Rastenhofes

Der Name des Wirtschaftshofes änderte sich im Laufe der Jahrhunderte: Rossenhof (1514), Rastenhoff (1602), Rastenhof (1653), Rostenhof  Anmerkung ev. auch ein Schreibfehler im Untertanenverzeichnis (1741), ab 1742 Rastenhof (Angaben Historischer Atlas Bayern, München 1978)

Größenverhältnisse des Turmhügels:

Wassergraben: b = 7m, t="2,5m   Hügel: b = 20 m, l = 23 m, h= 13 m   Plattform: b = 15 m , l = 15 m

 

 

 

 

Die meisten Motten (Turmhügelburgen) Mitteleuropas waren zugleich ein Machtsymbol des neu entstandenen, niederen Dienstadels der Ministerialen. So finden wir auf dem Weg von Tachov nach Stribro eine weitere Turmhügelburg, heute steht hier eine neusanierte Wasserburg.

Foto: Wasserburg Perlonec bei Tachov (urkundlich erwähnt 14.Jahrh.), ursprünglich eine Motte.

 

Vieles darauf hin, dass die meisten Niederungsburgen vom Motten-Typ seit dem 13. Jahrhundert aufgegeben wurden. Dies betraf aber nur die Burganlage, der Wirtschaftshof der Anlage, wie am Beispiel des Rastenhofs ersichtlich, der noch heute ein intakter Bauernhof ist, blieb durchaus erhalten.

Foto: Neugierig wurden alte Tonscherben, gefunden am Hügel, begutachtet, 600 Jahr sind sie alt, so ein Untersuchungsbericht aus Regensburg.

Altstraßen, so erfuhren die Schüler, dürfen nicht mit unseren heutigen Straßen verglichen werden. Es waren Naturwege, die gern über Höhen verliefen. Der Weg von Neustadt/WN zum Rastenhof führt noch heute den Beweis. hier trocknet der Boden schnell ab. „In einem kleinen Wäldchen, kurz vor unserem Ziel, fanden wir noch Fahrrinnen und Spuren der Wagen der Kaufleute iaus längst vergangenen Zeiten. Tief haben sie sich in den Boden eingegraben. Wie Rinnen verlaufen sie von Süd nach Nord. Im Herbst und im Winter sind sie besonders gut zu sehen, denn die kleinen Büsche und Bäume die darin oder darauf wachsen haben keine Blätter“. So bildete die Motte auch Schutz und Zuflucht der Reisenden auf dem Weg von Prag nach Nürnberg.

Foto: Bodendenkmal- tiefe Wagenspuren der Goldene Straße vom Rastenhof kommend, links in einem kleinen Wäldchen, in Richtung Neustadt/WN

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