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Milena Jesenská und ihr Traum

Eine Extraseite, gewidmet einer großartigen Frau mit einem Traum, der für sie nicht mehr in Erfüllung ging....

Mit der Möglichkeit auf der Goldenen Straße in Frieden von Ost nach West und von West nach Ost zu unseren Nachbarn zu reisen, möchte ich an die  bewegende Geschichte der mutigen Milena Jesenská erinnern. Welch ein Schicksal, unsere Nachbarn dürfen stolz auf diese Frau sein…, denn sie hatte einen Traum....

Milena Jesenská (* 10. August 1896 in Prag; † 17. Mai 1944 im KZ Ravensbrück) war Journalistin, Schriftstellerin und Übersetzerin und gehörte zu den engen Freunden von Franz Kafka (übersetzt seine Werke ins Tschechische).

Dazu folgende Geschichte:

Am 15. März 1939, als die Menschen in Prag sich am Grab des unbekannten Soldaten versammelten, beobachtete sie einen Wehrmacht-Offizier, der an diesem Grab salutierte.

Und in ihrer Reportage "Der 15. März 1939" schreibt sie: „Im Rücken der trauernden Menge sah ich einen deutschen Soldaten, der salutierte. Er sah, dass wir weinten, weil er da war. Er verstand offenbar, warum wir trauerten. Ich blickte ihm nach und dachte an die große Illusion: Werden wir wirklich einmal nebeneinander leben - Deutsche, Tschechen, Franzosen, Russen, Engländer? Ohne uns hassen zu müssen, ohne uns Unrecht zu tun? Werden jemals die Grenzen zwischen den Ländern fallen so wie zwischen uns, wenn wir uns näher kommen? Wie schön wäre es, das zu erleben“.

Milena Jesenska hat es nicht mehr erlebt, sie starb am 17. Mai 1944 in Ravensbrück.                                       Quelle: Helga Mena-Bohdal Salzburger Nachrichten 6. August 1990- siehe auch unter ihrem Namen bei wikipedia

Wir dürfen es erleben, ihr Traum ist Realität geworden. Wir, die Bewohner diesseits und jenseits der ehemaligen Grenze, können – trotz mancher Krisen- mit Zuversicht in die Zukunft schauen. Der Eiserne Vorhang ist zerbrochen,  X-Beispiele auf allen Gebieten des Zusammenlebens verweisen auf gut nachbarschaftliche Beziehungen. Für uns Deutsche öffnete sich ein herrliches Land mit der Hauptstadt Prag, die nun gleichberechtigt mit den europäischen Zentren steht. Klöster, Schlösser, wunderbare Landschaften vom Böhmerwald bis ins Riesengebirge, Kurorte, Kultur, Musik, schmackhaftes Essen und süffiges Bier dürfen wir genießen.

Und unsere Nachbarn, auch ihnen haben sich neue und vielfältige Perspektiven eröffnet. Doch etwas zählt weit mehr: Unsere tschechischen Nachbarn haben seit dem 14.Jahrhundert unter Karl IV. und Georg von Podjebrady – oder der kurzen Phase der 1. Republik - noch nie so frei und sicher gelebt-  wie jetzt. Natürlich haben sie noch mit vielen alltäglichen Dingen zu kämpfen. Doch eingebunden in das westliche Sicherheitsbündnis, dürfen sie befreit sein von Ängsten, Spielball irgendwelcher mächtiger Nachbarn zu werden. Niemals mehr wird diese kleine Nation eine Zeit des „Temnos“ erleben, Milena Jesenská Traum ist in Erfüllung gegangen.

 

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