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Es war einmal ...

Die Theatergruppe der Luitpoldschule spielt eine moderne Version von "Schneewittchen"


Amberg. Es war einmal ... die Theatergruppe der Luitpoldschule in Amberg, die an einem wunderschönen Abend im Juli im Pfarrsaal St. Georg Schneewittchen in einer modernen Version nach M. Braun und E. Forster aufführte. Die Geschichte ist bekannt, aber in dieser Version doch recht neu. Es gibt eine Königin (Tamara Miller), die am Schönheitswettbewerb zur Miss Märchenhausen teilnehmen möchte, einen König (Felix Gleixner), der sich lieber Fußballübertragungen im Fernsehen ansieht, anstatt sich um die Eskapaden seiner Frau zu kümmern, und Schneewittchen - im Grunde die einzig normale Person der Familie und mit einem modernen Umweltbewusstsein.

Die Königin gibt zu Beginn des Stücks, nachdem der Zauberspiegel aufgrund ihres Anblicks zersprungen war, dem Jäger (ebenfalls gespielt von Felix Gleixner, dessen unterschiedliche Rollen mithilfe eines Namensschilds deutlich gemacht wurden) den Auftrag, Schneewittchen in den Wald zu bringen und dort "abzuknallen". Allerdings kann die Königstochter ihn davon überzeugen, sie am Leben zu lassen und ihrer Mutter als Beweis für die Erfüllung seines Auftrages ihre Halskette zu geben.

Der Jäger führt Schneewittchen in das Zwergenhaus. Als die Zwerge (Tamara Miller, Katharina Eckl, Geltrina Gashi, Gentiana Gashi, Sophia Hirschmann, Theresa Honig, Marina Müller und Bettina Storch als "Vergessli") die Prinzessin in ihrem Haus entdecken und eigentlich wieder fortschicken wollen, verspricht sie ihnen, den gesamten Haushalt "zu schmeißen". Wie es aber in Märchen so ist, kommt die böse Königin dahinter, dass Schneewittchen noch lebt. Erfahren habe die Königin dies aus der Klatschpresse, wie der Jäger, der gerade noch vor den Paparazzi fliehen konnte, Schneewittchen warnt. Er selbst sei schon geflohen und bei seiner Freundin "Schneeweißchen" untergekommen.

Die Königin versucht nun - wie auch im Grimmschen Märchen - auf verschiedene Weisen, ihre Tochter beiseite zu schaffen. Sei es, dass sie Schneewittchen als Zeitungswerberin in die Ohnmacht treibt, das Zwergenhaus einer Autobahn zu einem "supermodernen" Einkaufs-zentrum weichen muss oder der alte Trick mit dem vergifteten Apfel. Schneewittchen überlebt all diese Anschläge und bestraft am Ende ihre Mutter zum Beispiel damit, dass diese nicht am Schönheitswettbewerb teilnehmen darf. Ende gut - alles gut. Am Ende feiert Schneewittchen mit ihren Freunden eine Party, auf der sie sich an den tollpatschigen und total z'wirrten Prinzen (eine weitere Rolle für Felix Gleixner) ranmacht.

Die große Spielfreude des Ensembles, die deutliche Sprechweise, ein aufwändiges Bühnenbild, farbenfrohe Requisiten und ein abwechslungsreiches Bühnenstück trugen zu einem abwechslungsreichen Theaterabend bei. Dabei kam aber auch die Gesellschaftskritik oder die Kritik an den Medien nicht zu kurz, wenn z. B. die Zwerge tonnenweise mit Werbeprospekten zugemüllt werden. Die Regieeinfälle und eingebauten Gags (z. B. die Darstellung des zersprungenen Spiegels) der Spielleiterinnen Maria Treml, Andrea Widder und Tanja Wachtmeister zauberten während des gesamten Stücks immer wieder ein Lächeln auf die Gesichter der Zuschauer. Diese gingen dann nach gut einer Stunde auch fröhlich nach Hause.

Wenn man außerdem bedenkt, dass die Theatergruppe in diesem Schuljahr mit der Schwierigkeit zu kämpfen hatte, dass es mitten in der Vorbereitungsphase einen Wechsel in der Spielleitung gab, kann das Ensemble mit seiner Leistung noch einmal mehr zufrieden sein und wenn die Mitglieder der Theatergruppe der Luitpoldschule auch im nächsten Jahr noch dabei sind, dürfen wir uns sicherlich wieder über eine sehr unterhaltsame Theateraufführung freuen.

Andreas Hilgart



Amberger Zeitung am 20. Juli 2008