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Steinzeit ist Frauenzeit!

Theatergruppe der Decker-Schulen liefert den Beweis: Männer standen schon immer unter dem Pantoffel


Amberg. Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Die Männer sind anscheinend selbst schuld daran, dass sie von ihren Frauen unterdrückt werden. Den Beweis hierfür lieferte am Dienstag Abend die Theatergruppe der fünften bis achten Klassen der Dr.-Johanna-Decker-Schulen unter der Leitung von Andreas Hilgart und Veronika Thomann mit dem Stück "Männersache" von Hans-Peter Tiemann.

Walter (Lisa Bleisteiner) und Kurt (Lisa Frischholz) haben schwer unter ihren tyrannischen Ehedrachen Renate (Julia Lindner) und Margot (Maria Wittmann) zu leiden und müssen als "starkes Geschlecht" alle häuslichen Pflichten erfüllen. Rettung aus dieser Lage verspricht ein mysteriöser Fremder (Alena Reichert). Dieser schlägt den beiden Pantoffelhelden eine Reise in die Vergangenheit vor, bei der sie echte Männer kennenlernen und so ihr verlorenes Selbstbewusstsein wiedergewinnen sollen.

Die ersten Besuche in der Geschichte sind nicht gerade von Erfolg gekrönt. Der Held des Wilden Westens beispielsweise entpuppt sich als eine Lara-Croft-Superfrau (Julia Birner), und Robin Hood (Michelle Reckerth) und seine Gefolgsleute dürfen ihre schwer verdienten Schätze nicht "investieren", sondern müssen sie an ihre Ehefrauen abliefern. Leider werden die Zeitreisenden auch bei ihrem Zeitsprung ins Mittelalter enttäuscht: Die edlen Ritter geraten bei ihren heldenhaften Kämpfen zum Gespött der Burgfräuleins. Nicht einmal der stolze Sieger des Turniers (Lisa Riß) darf in die "männerfreie" WG der Edeldamen einziehen.

In der Steinzeit aber haben die Männer noch die Fellhosen an. Ihre Frauen warten brav, wenn auch gelangweilt in der Höhle auf die Rückkehr ihrer Männer. Doch da begeht einer der beiden Zeitreisenden den Fehler, den Steinzeitdamen zu erklären, wie jämmerlich die Männerwelt des 21. Jahrhunderts aussieht. Das gefällt den Frauen so sehr, dass sie kurzerhand zu "Steinzeit-Emanzen" mutieren. Traumatisiert kehren die Reisenden zurück in ihre Haushaltshölle. Nichts hat sich geändert. Natürlich nichtů

Mit diesem höchst amüsanten Theaterstück gelang den Schülerinnen der DJD-Theatergruppe ein sehr kurzweiliger und spannender Abend. Gerade für eine so große Gruppe war dieses Schauspiel gut geeignet, da jede Schauspielerin ihr Können unter Beweis stellen durfte. Witzige Pointen sorgten immer wieder für Gelächter und Szenenapplaus. Ein einfaches und sehr liebevoll gestaltetes Bühnenbild und gekonnt eingesetzte Lichteffekte versetzten das Publikum im Handumdrehen zu den Schauplätzen des Männerelends.
Fazit des Abends: Nicht nur die Steinzeit ist Frauenzeit!

Sabine Edl





Amberger Zeitung am 18. Juni 2010