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Viel Lärm um alles

GMG-Theatergruppe begeistert mit Shakespeare-Komödie


Amberg. Da könnten sich die Fans in den südafrikanischen Stadien einmal ein Beispiel nehmen, denn Lärm kann man auch sehr viel schöner gestalten als er aus den Wuwuphonen an die gepeinigten Ohren der Fußballgemeinde dringt. Das hat die Theatergruppe "Schubskreis" des Gregor-Mendel-Gymnasiums mit ihrem am Freitag und Samstag sehr unterhaltsam inszenierten Stück "Viel Lärm um nichts" von William Shakespeare unter Beweis gestellt.

Müde Krieger schleppten sich hinter ihrem Anführer Don Pedro, überzeugend gespielt von Bastian Ruppert, nach einem errungenen Sieg Richtung Bühne, wo sie von den attraktiven, jungen Damen empfangen wurden. Der pfiffige Edelmann Benedikt, dessen Rolle Katharina Klinger voll und ganz ausfüllte, wurde sofort von den bissigen Attacken der scharfzüngigen Beatrice empfangen. Michaela Grutschwitz gab die Rolle der kratzbürstigen Beatrice mit einer unglaublichen Bühnenpräsens und überzeugte durch ein vielfältiges Mimikspiel. Mit schnellen Dialogen voller Wortspiele zankten sich die beiden bis zum Schluss durch das Stück. Doch am Ende besiegelten sie dann auch happy mit einem innigen Kuss ihre Liebe.

Schon bei der ersten Begegnung verschenkte Claudio, Bettina Melzer, sein Herz der anmutigen Hero (Franziska Biersl). Deren Onkel Leonato, dessen Rolle Silvia Steger einen Hauch von Weiblichkeit verlieh, der dem Publikum so manches Schmunzeln abrang, zeigte sich von den Heiratsplänen Claudios dann auch sehr schnell begeistert.

Doch ganz in Shakespeare-Manier nahm das Verwirrspiel bereits in der ersten "Halbzeit" seinen Lauf. Denn die Feiergemeinde hatte die Rechnung nicht mit Don Juan gemacht, der mit diabolischer Freude, absolut furchteinflößend von Irene Ulrich gespielt, Intrigen ausheckte. Mit unfreiwilliger Hilfe der freizügigen Margarethe, Svenja Drescher, prangerte er die keusche Hero als liebestolle Männervernascherin an. Doch er hatte nicht mit den scharfen Ohren des Polizisten Holzapfel und seinem Sockenfreund Schlehwein gerechnet, der den Anstoß zur Aufdeckung des Ränkespiels gab. Michael Schormüller, der auch später die Rolle des Mönches übernahm, unterhielt das Publikum in seinen Zwiegesprächen mit einer umfunktionierten Socke auf das Köstlichste.

Und es wäre keine Komödie, würde die sich anbahnende Katastrophe nicht abgewendet. Nach einem tränenreichen Zwischenspiel, wobei dem Publikum hilfsbereit Taschentücher gereicht wurden, fanden dann die beiden Paare sicher in den Hafen der Liebe.

Technisch unterstützt von Sandro Solters, Uli Wiesneth und Christian Renner bescherten die Schüler unter der Leitung von Sabine Edl dem begeisterten Publikum einen sehr kurzweiligen Abend. Das modern inszenierte Stück, mit tollen Kostümen und einer Maske (Beate Richter), die die Charakteristika der einzelnen Figuren gut unterstrich, verlor das Stück trotz einiger Abänderungen nicht den Bezug zur klassischen Vorlage.

Diana Schneider





Amberger Zeitung am 22. Juni 2010