DROLL! - das in-teame VerfolgungsVergnügen

Georg Luft stellt das von ihm erdachte Spiel vor - die DJD-Theatergruppe spielt Ausschnitte aus der literarischen Vorlage dazu: William Shakespeares SOMMERNACHTSTRAUM

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Mit bunten Eseln auf Partnersuche

Amberger Lehrer veröffentlicht sein erstes Spiel

Amberg. (eik) Die letzte Absage kam vor eineinhalb Monaten: Auch der zehnte Verlag, den Georg Luft für seine Spiel-Idee begeistern wollte, hatte kein Interesse. Aber zu diesem Zeitpunkt war der Regensburger, der Lehrer am Dr.-Johanna-Decker-Gymnasium ist, schon sein eigener Spiele-Verleger. Heute stellt er sein erstes veröffentlichtes Werk vor - "Droll!", eine von vielen Spielideen des Pädagogen, aber die erste, die man jetzt auch kaufen kann.

Sechs Jahre ist es her, dass Georg Luft, der am DJD-Gymnasium Englisch und Erdkunde unterrichtet, mit den Schülerinnen seines Englisch-Leistungskurses den Film "A Midsummer Night's Dream" ansah. Als sich der Regensburger und seine Frau dann wenig später mit einem befreundeten Paar zu einem Spieleabend trafen, fiel ihm die Parallele zum Shakespeare'schen Sommernachtstraum auf - in beiden Fällen waren zwei Paare die Akteure.

"Der Partnertausch blieb dem Theaterstück vorbehalten", schmunzelt Luft, aber die Idee zum Spiel war geboren und innerhalb von vier Minuten hatte er das Konzept dafür im Kopf: Ein Spiel mit zwei Paaren, mit Oberon, Titania, Elfen und Geschenken.

Seinen ersten Spielplan, den er am Computer gestaltet hat, hat Georg Luft noch: Der wurde bei einem Spiele-abend, irgendwann 1999, im Bekanntenkreis ausprobiert - und "funktionierte auf Anhieb". Trotzdem wanderte die Idee danach erst einmal in die Schublade. Lufts Freunde und eine Skifreizeit, in der das Regelwerk perfektioniert wurde, sorgten dafür, dass sie nicht dort blieb. Den letzten Anstoß, ein "echtes" Spiel daraus zu machen, gab Lufts Vater: Der schenkte seinem Sohn einen "Leitfaden für Spieleerfinder". Georg Luft nahm dies als Wink des Schicksals und bot seinen "Sommernachtstraum" zehn großen Spieleverlagen an - und erhielt nur Absagen. Zu kompliziert, hieß es, und für ein Spiel, das sich ausschließlich an vier erwachsene Mitspieler wende, gebe es keinen Markt.

Eineinhalb Jahre ist das jetzt her. Inzwischen war das Spiel bei Bekannten von Georg Luft gelandet, die allesamt begeistert waren und damit den Anstoß gaben, das Konzept zu verfeinern. Gut 50 weitere Testspiele sorgten dafür, dass sich noch einiges änderte. Und so wurde aus "Ein Sommer.Nachts.Traum" der "Droll!" - ein Spiel für drei bis sechs Spieler, bei dem sich farbige Esel suchen und finden: "Wer Schlechtes dabei denkt, ist selber schuld", schmunzelt Luft, dem damit ein großer Coup gelungen ist, den nicht viele Brettspiele bieten - denn seine Esel können ihren Sommernachtstraum in drei Varianten erleben, als Kinderspiel, als Familienspiel oder in einer "Romantikfassung".

Da die Spieleverlage kein Interesse gezeigt hatten, wurde der Regensburger sein eigener Verleger. In der Regensburger Künstlerin Katrin Ehmann fand er eine Illustratorin für sein Werk. Selbst das Problem, wie die fürs Spiel benötigte Mauer dargestellt werden könnte, ließ sich lösen: Im Internet stieß Luft auf eine spanische Firma, die winzige Ziegelsteine herstellt - und so wurde der Mini-Ziegel ein besonderes Highlight der ohnehin schon sehr schönen Holz-Ausstattung von "Droll!".

mehr Informationen zum SpielHintergrund

Der Wald bei Athen: Verliebte Esel suchen ihre Partner. Wegen "Droll" sind die Esel immer in einen von mehreren möglichen Eseln verliebt - aber nur einer davon ist der richtige Partner. Diese Idee steht im Mittelpunkt des Brettspiels "Droll!" von Georg Luft, das heute Abend um 19 Uhr in den DJD-Schulen "Weltpremiere" feiert.

Der Autor verwandelt Shakespeares zeitlose Verwechslungskomödie "Ein Sommernachtstraum" in eine knisternde Jagd nach dem Partner für drei bis sechs Spieler (ab fünf Jahren). Gespielt werden können drei Versionen, eine einfache Fassung für Kinder, eine Familien-Version (für Spieler ab 10) und eine Romatikfassung für zwei oder drei erwachsene Paare.

Erhältlich ist das Spiel zum Preis von 37 Euro, nähere Infos gibt es auf der Internet-Seite des Autors, www.droll.info




Amberger Zeitung, 9. November 2004

Bild: djd