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Bildungsraum Internet

Im Zusammenhang mit der Diskussion über eine Veranstaltung des EduCamp 2010 in Hamburg, in der es um das Thema “Das Internet als Bildungsraum” ging, habe ich mir in einem Kommentar in Jean-Pol Martins Weblog Gedanken darüber gemacht, woraus für mich der Bildungsraum Internet besteht. Die dort eingetragenen Beobachtungen (die freundlicherweise auch in Walter Böhmes Blog zitiert werden), möchte ich hier noch einmal wiedergeben:

Das Internet als Bildungsraum besteht für mich u. a. aus

1) Netzwerken, die wiederum aus Personen bestehen – diese Personen geben nicht nur direkt (Twitter, Mail, IM) Hinweise, die zur Bildung beitragen (können), sondern auch indirekt, nämlich durch Links zu

2) Webseiten, die (von Personen bereitgestellte) Informationen enthalten. Diese Informationen können in unterschiedliche Darreichungsformen gekleidet sein: Eintrag in Wikipedia oder in einem anderen Wiki; Blogeintrag; Artikel in der Online-Präsenz einer Zeitung oder Zeitschrift; Text in einem Buch, das online zugänglich ist (z. B. auf books.google.com oder auf einer web1.0-artigen Internetseite vom Autor bereitgestellt); Videobeitrag auf YouTube oder einem anderen Video-Hoster.
Manchmal werden die online zugänglichen Informationen nicht ausreichen, so dass es zu Folgendem kommt:

3) Hinweisen auf nicht im Internet zugängliches Bildungsmaterial – in Form von Büchern. Oft und gern gegeben als Link zu einem der großen Online-Buchhändler, denn nicht jeder hat seinen Wohnort in der Nähe einer Uni-Bibliothek.

4) Feedback, das vor allem aus den Netzwerken kommt – Bildung ist etwas, das sich u. a. (nach meinem Verständnis) im Diskurs mit anderen weiter entwickelt.

Vorsatz: Diese Struktur an Schülerinnen vermitteln – verbunden mit folgender Warnung:
All dies kostet Zeit, und deshalb ist es umso wichtiger, ein Gefühl dafür zu entwickeln, was wichtig oder unwichtig, hilfreich oder störend ist, und Prioritäten zu setzen.

Funktionierende Netze – private Anmerkungen zur Blogkultur

Eines der Phänomene, das offensichtlich dokumentiert, dass die Vernetzung von Teilnehmern gleicher oder ähnlicher Interessen im Internet funktioniert und zwar sehr schnell und mit interessanten Ergebnissen, ist die Reaktion auf einen für eine Festschrift vorgesehenen Aufsatz mit dem Titel „Ansichten zur Kommentarkultur in Weblogs“ [PDF], verfasst von Rolf Schulmeister unter Beteiligung von Roland Leikauf und Mathias Bliemeister.

Der dort vorangestellte Kern (Abstract) sei hier zitiert:

Am Beispiel von Weblogs soll die Kommentarkultur im Internet, die wesentlicher Bestandteil der Web 2.0-Definition ist, untersucht werden. Dies geschieht anhand von drei Stichproben: von 17 Weblogs in den Geschichtswissenschaften, die Roland Leikauf beschreibt, von 5 Corporate Weblogs, die Mathias Bliemeister analysiert, und von Weblogs im Bildungsbereich (Hochschule), die Rolf Schulmeister untersucht. Die empirische Verteilung der Kommentare in diesen Weblogs wird beschrieben, und die Aussage und Kommunikationsfunktion der Kommentare werden näher charakterisiert.

Warum die Debatte über diesen Aufsatz in allen mir bekannten Bezügen im Internet “Schulmeister-Debatte” genannt wird, ergibt sich aus der Tatsache, dass Schulmeister den Teil über die “Weblogs im Bildungsbereich (Hochschule)” verfasst hat. Entweder die Autoren und Kollegen in den Geschichtswissenschaften und im Bereich der Firmen-Blogs haben diesen Text noch nicht wahrgenommen – oder ich kenne niemanden aus diesen Bereichen (was gut sein kann). Es geht hier jedenfalls um Schulmeisters Analyse der Bildungsblogs – oder, genauer gesagt, um die “Kommentarkultur” dort.

Interessanterweise ändert Schulmeister die im Abstract genannte zu untersuchende Gruppe “Weblogs im Bildungsbereich (Hochschule)” und formuliert in seiner Überschrift “Weblogs zur Bildungspolitik und eLearning” (S. 8) – dabei sind weder Bildungspolitik noch eLearning notwendigerweise an Hochschulen angesiedelt.
Im ersten Satz wird auch diese Eingrenzung der zu untersuchenden Gruppe wieder aufgeweicht, denn hier spricht er davon, er habe sich “Weblogs deutscher EduBlogger vorgenommen”, beschränkt auf Blogger, die “vorwiegend im Hochschulsektor und Weiterbildungssektor bloggen”. Die Idee, diese Blogger aus der Blogroll einer ihm bekannten Hochschulbloggerin, Gabi Reinmann, zu entnehmen, finde ich ganz originell.
N.B.:
Leider geht er mit keinem Wort auf den geistreichen Titel von Reinmanns Blogs ein: “E-Denkarium”, eine offensichtliche Anspielung auf das “Pensieve” (”Denkarium”) des Zauberers Dumbledore – aus J. K. Rowlings Reihe um Harry Potter – in dem Dumbledore Gedanken ablegt, die er für aufbewahrenswert hält, so dass er sie später jederzeit wieder abrufen kann. Ein schöner Vergleich für eine der Funktionen eines Blog.

Wie auch immer – Schulmeister findet anhand der gegenseitig abgegebenen Kommentare unter den Bloggern aus Reinmanns Blogroll ein Netz von elf (höchstens 15) Autoren, die er als EduBlogger gelten lässt, und analysiert durch Zählen von Beiträgen und inhaltliche Analyse, was da so alles kommentiert wird. Sein Fazit: So weit her ist es nicht mit der Kommentar-Kultur – kann es auch gar nicht, denn wer hätte denn die Zeit dafür. (Ich verkürze etwas, pardon.) Zum Beleg setzt er ein schönes Zitat aus einem früheren Anthologie-Beitrag von sich an den Schluss.

In der Diskussion über diese “Ansichten zur Kommentarkultur” haben sich eine Reihe von Bloggern aus dem Bereich der Bildung u. a. im Versuch einer kollaborativen Rezension geäußert, die sich auf Etherpad entwickelt hat (angelegt von Sandra Hofhues).

Herrn Larbigs Blog ist ein weiterer guter Anlaufpunkt für Informationen und kritische Gedanken hierzu, denn in seinem Beitrag „Vernetzter Diskurs: Ein Beitrag zur Schulmeister-Debatte“ listet er nicht nur die bisher erstellten Blogbeiträge zum Thema auf, sondern entwickelt selbst eine sehr sachliche und doch pointiert zugespitzte Analyse.

Wer ist denn nun eigentlich der Auslöser all dieser Blog-Aktivitäten? Prof. Dr. Schulmeister ist inzwischen im Ruhestand, und er kann auf eine lange aktive Karriere als Hochschullehrer zurückblicken. Eine Seite auf der Homepage des Zentrums für Hochschul- und Weiterbildung der Universität Hamburg gibt einen Überblick über seine Tätigkeiten und Publikationen – eine eigene Homepage scheint er nicht zu haben, und auch ein Blog habe ich vergeblich gesucht.

Für seine Einstellung zum Internet scheint mir u. a. dieses Interview im Deutschlandfunk typisch: “Gibt es die Net-Generation wirklich? Der Kritiker der Digital-Natives-Diskussion, Rolf Schulmeister, im Interview”.
Er wertet nicht – er untersucht nur. Er stellt fest: Die Jugend nutzt das Internet nicht so, wie viele (erwachsene) Internet-Fans das behaupten.
Dazu sage ich: Er hat sicher recht. Aber welche Schlussfolgerungen sollte die Schule daraus ziehen? Sollte das denn nicht ein Anlass sein, die vernünftige, produktive, informative Seite des Internets den Schülern näherzubringen und sie im sinnvollen Umgang damit zu schulen?

Und für wen ist diese Festschrift, in der Schulmeister über die Kommentarkultur schreibt, gedacht? Für Prof. Dr. Stefan Aufenanger, der sowohl eine eigene Homepage als auch ein eigenes Blog hat … mit sehr wenigen Kommentaren übrigens, aber ich verlinke hier einen Beitrag, der einen schönen Kommentar erhalten hat: „Kompetenzen in einer digital geprägten Kultur“.

Ob sich Aufenanger über Schulmeisters Analyse der Kommentarkultur freuen wird? Wer weiß.

[Ergänzungen in Kommentaren abgelegt.]

Don Quixote – all the optimism a teacher needs

In his blog post “La Mancha and the Heart of a Teacher” Pete Reilly draws a parallel between how Don Quixote, the famous ‘knight of woeful countenance’, sees Aldonza and how teachers (should) see their pupils:

I believe it is essential for teachers to have the heart of ‘Don Quixote’, the Man of La Mancha. Don Quixote sees the beauty in life; and he sees the inner beauty of the people around him including Aldonza, a hard hearted and angry whore. Quixote sees her as Dulcinea, a virtuous lady, and treats her as such.

And Pete Reilly’s appeal to teachers is:

I wish every teacher could see the best that lies hidden in their students. I wish every teacher would do their best to bring that ‘best’ to the surface.

He uses appropriate video clips from the film made of Dale Wasserman and Mitch Leigh’s musical “Man of La Mancha” with Peter O’Toole and Sophia Loren as lead characters. (They moved me again, as they usually do.)

To Blog or Not To Blog – not their dilemma

Mashable.com informs us about a study by Pew which claims: “Teens Just Don’t Blog or Tweet”.

A new study published today by Pew Internet finds that teens and young adults are blogging less and using social networking sites more, with the prominent exception of Twitter.
Pew’s Report surveyed 2,253 American adults and 800 U.S. teens to get a reading of how they use the Internet, which gadgets they own, and which social media tools they use the most.
Some of the data will surprise you.

The fact that young people don’t blog doesn’t come as a big surprise, really, seeing how my students drag their feet about contributing to the blogs I’ve set up (here for my Leistungskurs Englisch and here for my Grundkurs Deutsch). It’s just nice to see that it’s a universal phenomenon.

Thanks to @annehodg for mentioning the mashable link! – See also her blog entry “Why Do You Write? Why Don’t You Write?”
.~.

Nice spam

Normalerweise sind Spam-Einträge in Kommentaren ja langweilig – entweder es wird für Glücksspiel oder für textilfreie Bilder geworben, oder (besonders hartnäckig) für einen Adressenhändler, dessen Einträge locker die Länge von drei Casino-Werbungen erreichen.

Ab und zu bekommt man aber auch schmeichelhafte Einträge. Ein Teil davon wiederum zeichnet sich durch zerbrochene Syntax und seltsame Wortwahl aus. Ein anderer Teil ist offenbar doch von einem der Sprache (fast) mächtigen Menschen formuliert worden, und zwar so, dass sich der Kommentar auf alles Mögliche beziehen kann. Aus diesem Grund, und weil das Lob dann doch sehr übertrieben ist, weiß man dann doch gleich, dass auch dies ein Spam-Kommentar ist, bevor man noch einen Blick auf die verlinkte Seite geworfen hat, auf der man angeblich erfährt, wie man durchs Internet in Kürze charakterverbiegenden Reichtum erwirbt.

Hier das neueste Beispiel für “nice spam”:

Substantially, the article is really the greatest on this deserving topic. I fit in with your conclusions and will thirstily look forward to your upcoming updates. Just saying thanks will not just be sufficient, for the wonderful lucidity in your writing. I will directly grab your rss feed to stay abreast of any updates. Good work and much success in your business dealings!

Dies war gedacht als Kommentar zu “United Kingdom English for the American Novice”. Der Autor des Kommentars heißt übrigens “paid surveys”. Well then, Paid (or should I say Mr Surveys?): Much success in your business dealings, too! :-)

Testing podcasts

Since the “practical” phase of my “p-seminar” is to start soon, I’m experimenting with the art of making a podcast.
Could somebody be so kind as to have a look (and a listen) at (to) the 1:57 long opus which I’ve deposited on three different podcast hosters, pretty please?

Here: deckerpod: P-Seminar

And please be very direct in your criticism:
- What about the music? Would you prefer the podcast to be without background music? Or with music of a different style?
- Which of the podcast hosters would you prefer?
- What else did you notice (negative or positive, as may be the case)?

Thanks ever so much.
I realize that some of the aspects are for the pupils to decide, once they get going. But they may want to take into account some criticism that has been made about this (short) podcast test.

“A hundred and ten” (BrE)

Arnold Zwicky’s post “Year names and number names” at the Language Log treats the pronunciation of numbers.
For me, this article is interesting for two reasons:

1) I’ve learned what to call the two different styles (with and without “and”):

a) conjoined reading, like “two thousand and ten”
b) juxtaposed reading, like “two thousand ten”

2) I’ve learned that juxtaposed readings (which I had regarded as wrong so far) are especially popular in the U.S., and Zwicky quotes some proof that he found in 2007 which showed that

“it was, and possibly still is, the practice of (some) American schoolteachers to condemn the conjoined readings as straightforward errors. (This is a matter of schooteacher lore, not enshrined in usage handbooks.) The result is some hostility by American speakers towards the conjoined readings, though they are very frequent (after all, plenty of Americans were not exposed to the schoolroom prohibition, or disregarded it).”

The UK and Australia favour conjoined readings, and Zwicky even found texts that express “some actual hostility to the juxtaposed variants”.
Intriguing, this difference between “some hostility” and “some actual hostility” ;-)
Mr Spock would call it ^^ “Interesting.”

Test-driving Flock

“Flock, The Social Web Browser” is what they call it – and it’s a sort of Firefox specially tuned for using Facebook, Twitter, Webmail and Blogs, plus Feedreader, media browser … You get the idea.
At the moment I’m writing this post in Flock’s own blogging editor. If you can read this, it has worked. I intend to use Flock next to Firefox, only that now I can keep the number of open tabs down in Firefox, which should speed up starting Firefox. We’ll see.

Mehr Bildung in Blogs

Die Pädagogin Melanie Unbekannt, alias “Literatenmelu”, hat in ihrem Blog dazu aufgerufen, dem Motto “Mehr Bildung in Blogs” gemäß einige Aspekte zu behandeln, die mit der Erinnerung an die eigene Schulzeit, mit damaligem und heutigem Medieneinsatz, mit der Lehrerausbildung und der Rolle des Internets für die Nachhilfe zu tun haben. Da es inzwischen schon mehrere Dutzend Blogger gibt, die dem Aufruf gefolgt sind, habe auch ich mich (wie die meisten) an die vorgegebenen fünf Fragen gehalten; das erleichtert die Vergleichbarkeit.
Dass unter den Teilnehmern sogar Preise verlost werden sollen, finde ich nett – fast noch mehr erstaunt es mich, dass sich dafür sogar Sponsoren gefunden haben. Jedenfalls beeindruckt mich Melanies Energie, und ich gratuliere zum umfangreichen Echo, das ihre Aktion gefunden hat.

1. Woran erinnerst Du Dich, wenn Du an Deine Schulzeit zurückdenkst?

An Personen und Situationen, kaum an Inhalte. Ich beschränke mich hier aus Platzgründen auf die Schulzeit am Gymnasium (1967-1976).
Da sind einerseits Erinnerungen an überwiegend liebenswerte Mitschülerinnen und Mitschüler – der Zusammenhalt in unserer Klasse war sehr gut, und wir waren tatsächlich neun Jahre lang eine Klasse, vor der Einführung der Kollegstufe in Bayern. Dazu gehören auch Klassenfahrten, z. B. nach Straßburg (10. Klasse) und nach Rom (Abiturfahrt) und Skiwochen (mehrere Jahre hintereinander, z. T. von Sportlehrer W.-D. P. in den Weihnachtsferien privat organisiert).

Andererseits Erinnerungen an Lehrkräfte und ihre Unterrichtsmethoden. Neben dem schon erwähnten Sportlehrer sind mir im Gedächtnis: unser Deutsch- und Geschichtslehrer E. P., der gelassen und doch hellwach stets hinterm Pult saß und uns durch seine lebendige und anschauliche Sprechweise bei der Sache hielt – Frontalunterricht im besten Sinne; unser Mathematiklehrer H., den wir im ersten Jahr für schrecklich streng hielten und im dritten Jahr schätzten und verehrten (Mathe-Vorabitur in der 12. Klasse); und nicht zuletzt, dies vor allem beachtlich durch die lange Zeit dazwischen, unseren Lehrer L. H. – Deutsch und Latein in der 5./6. Klasse -, der durch seine logische Vorgehensweise, seine einleuchtenden Erklärungen und seine energische und humorvolle Art mich so sehr beeindruckte, dass ich ihm noch Briefe schrieb, als er kurze Zeit später an einer Schule weit weg unterrichtete (er kam ein paar Jahre darauf als Direktor zurück, und wieder ein paar Jahre später leitete er die Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen). Oh, und natürlich unsere Französisch- (und Englisch-)Lehrerin, Mme. E. H., die ich wegen ihrer (für meine Ohren) makellosen Aussprache bewunderte und für ihr Engagement, mit dem sie uns die Sprache(n) beibrachte.

Ich ging gern in die Schule – je älter ich wurde, desto lieber. An besondere methodische Highlights kann ich mich nicht erinnern, die Tafel war bei manchen Lehrkräften das einzige Hilfsmittel, andere bevorzugten hektographierte Blätter (vervielfältigt durch Umdruck von einer Spiritusmatrize).

2. Welche Medien hast Du im Unterricht kennengelernt und auch selbst genutzt?

Als Grundschüler: In den ersten beiden Jahren Schiefertafel und Griffel, später Hefte; Bild- und Wortkärtchen zum Lesenlernen, Bücher; die Lehrerinnen nutzten Wandtafel und Kreide.

Im Gymnasium schrieb ich in Hefte, später (etwa ab der 9. Klasse) auch in Ringbücher, wo ebenfalls die bereits erwähnten Hektographien und später die Fotokopien landeten.
Overhead-Projektoren waren selten und wertvoll. Im Biologie-Saal hatte man ein ganz besonderes Gerät, nämlich ein Episkop, das es ermöglichte, faszinierende Abbildungen in Büchern vergrößert an die Wand zu werfen (wurde in meiner Schulzeit vielleicht fünfmal verwendet?). – Natürlich gab es ab und zu Dia-Vorführungen, vorwiegend in Erdkunde und Geschichte. Etwa zwei- bis dreimal im Jahr wurde ein Film gezeigt (in der Unterstufe, soweit ich mich erinnere, gar nicht) – auch dies hauptsächlich in den Naturwissenschaften. Einmal, in der zwölften Klasse, hatten die Deutschlehrer das örtliche Kino gemietet, um die Faust-Verfilmung mit Gustav Gründgens vorführen zu lassen; epochales Ereignis.
Tägliches Brot waren Schulbücher und Tafelanschriften.

Selbst genutzt als Lehrer: Ebenfalls Schulbücher und Tafelanschriften, Overhead-Folien (eher selten), Powerpoint- oder Prezi-Präsentationen (auch selten), Audio-Material von Lehrwerks-CDs und von eigenen Quellen, Ausschnitte aus Filmen (DVD), Blogs, Webquests.

3. Welche Möglichkeiten siehst Du, die Lehrerausbildung zu verbessern?

Dringend: Verzicht auf die unrealistische und entwürdigende Forderung nach makellosen Funkelglanzvorführstunden in Lehrproben, Orientierung am Unterrichtsalltag – der muss dafür aber gründlich und solide den Referendaren erst einmal erklärt und beigebracht werden, bevor man sie darin benotet.

Seminarlehrer sollten ihr Amt nicht auf ewig ausüben, sondern sich, etwa alle zehn Jahre, einem Aktualitäts-Check unterziehen.

4. Was hältst Du davon, Blogs, Wikis, Podcasts etc. im Unterricht einzusetzen?

Blogs: Setze ich seit einigen Jahren bei meinen Kursen in der Oberstufe ein (z. B. hier und hier), hauptsächlich angeregt durch einen Blog, den Herr Rau für seinen Deutsch-LK angelegt hatte.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die regelmäßige aktive Teilnahme daran sehr unterschiedlich ist. Eine grundsätzliche Technik- und Internet-Affinität muss schon da sein, ebenso wie die Bereitschaft, für den Erfolg des Blogs tatsächlich Arbeit zu investieren. Wenn beides fehlt, kann eine Schülerin von einem Unterrichtsblog nichts profitieren.

Wiki: Noch nicht versucht – vermute, es ist ähnlich wie mit Blogs.

Podcast: Ab Februar beginnt die Praxis-Phase meines P-Seminars (G8-Oberstufe/Bayern), in dem ich mit den Schülerinnen eine Podcast-Reihe zu landeskundlichen Themen im Englischunterricht der 8. Jahrgangsstufe erstellen werde – ich bin schon gespannt: deckerpod.

5. Können Online-Angebote die herkömmliche Nachhilfe sinnvoll ergänzen oder sogar ersetzen?

Ergänzend können sie sicher hilfreich sein. Da Nachhilfe aber nach meinem Verständnis ein Element der persönlichen Zuwendung haben sollte, denke ich nicht, dass Online-Angebote sie ersetzen können.

2010 – how (not) to pronounce it

In the Language Log, Mark Liberman writes about the oral version of the new year’s name:

All around the English-speaking world, pundits are wondering in print about how to pronounce the year 2010. Is it “twenty ten”, or “two thousand ten”, or “two thousand and ten”, or what?

The conclusion is usually “twenty ten”, for one reason or another

Dies dürfte im übrigen auch fürs Deutsche gelten: “Zwanzigzehn”, in Analogie zu “Neunzehnfünfundachtzig” etc. Wobei ich mir kaum vorstellen kann, dass die Wogen so hoch schlagen wie Liberman es fürs Englische darstellt, wenn jemand “Zweitausendzehn” sagt. Aber dafür ist sein Beitrag ja u. a. unter “Humor” abgelegt ;-)