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“Das letzte Geläut” (SZ)

Die Süddeutsche Zeitung von heute (Nr. 183, 7. August 2008) hat in ihrer Abteilung für leichte und mitunter skurrile Unterhaltung (“Panorama”) einen schönen Artikel über den (nicht so schönen) Niedergang englischer Pub-Kultur.
Schon die Schlagzeile gefällt mir sehr – ein gutes Beispiel für die Pun-Kultur der SZ, die seit einiger Zeit durchaus floriert:

Im SZ-Artikel von Alexander Menden heißt es u. a.:

Es scheint so, als sei jede einzelne der Institutionen, auf deren fortdauernde Existenz sich das Selbstverständnis der Engländer als Nation stützt, mehr oder minder bedroht:Das Cricketteam schleppt sich von einer blamablen Niederlage zur nächsten, von der Fußballnationalmannschaft ganz zu schweigen. Die charmante Tradition, alljährlich in der Guy-Fawkes-Nacht am 5. November einen Katholiken symbolisch zu verbrennen, wird konsequent von der Trick-or-treat-Kultur des amerikanischen Halloween verdrängt. Und das Königshaus? Nun ja, noch lebt die Queen, doch was danach kommt. . .

Nichts jedoch bringt die Volksseele und vor allem die erregbaren britischen Medien so sehr zum Kochen wie das allmähliche Verschwinden des traditionellen Public House. Das Pub, Zentrum der englischen Gemeinde, öffentliches Wohnzimmer, holzverschalter Schauplatz urgemütlichen Alkoholverzehrs und Spender jener familiären Nestwärme, die häufig nicht einmal die eigenen vier Wände zu bieten vermögen – es stirbt.

Bei aller Bekundung von Bedauern für diese Entwicklung – es scheint für die SZ doch eher ein Sommerloch-Thema zu sein, denn die Meldung der British Beer & Pub Association, auf die sich der Artikel stützt, stammt schon vom März 2008:

Pub closures accelerate towards 30 per week

Pubs have been closing at the rate of 27 a week – nearly four every day – over the past year, according to the latest figures released by the British Beer & Pub Association. The current closure rate is seven times faster than in 2006 and 14 times faster than in 2005.

1,409 pubs closed during 2007. This is a sharp acceleration on previous years. Pub numbers were down 216 in 2006 – four a week – following a fall of 102 in 2005 – two a week.

Rob Hayward, Chief Executive of the BBPA, said: “Britain’s pubs are grappling with spiralling costs, sinking sales, fragile consumer confidence and the impact of the smoking ban.

Der SZ-Artikel endet so:

Doch wie sehr das Local Pub noch immer mit der Identität der Briten verknüpft ist, zeigt sich an den Reaktionen mancher Besucher. In der Lancashire Evening Post macht George Jackson, ein pensionierter Lehrer, seiner Entrüstung Luft: “Als ich 20 war, konnte man ins Pub gehen und Darts, Domino oder Karten spielen. Es gab dort keine Frauen, und man konnte nach Herzenslust fluchen.” In einen der neuen Gastro-Pubs, die wie ein Restaurant geführt werden, werde er keinen Fuß setzen.

Britische Identität: Ein pensionierter Lehrer wünscht sich, nochmal 20 zu sein, Darts zu spielen und nach Lust und Laune zu fluchen, ohne dass ihn seine Frau tadelt. Aha. ^^ ;-)
Soviel zur interkulturellen Kompetenz der SZ-Panorama-Redaktion. Gut, dass wir wieder was dazugelernt haben.

P.S.: Fast hätte ich’s vergessen: inmitten des SZ-Artikels prangt ein großes Foto von Prince Charles, wie er (vornehm) an den Tresen gelehnt, ein Glas Bier erhebt :-)

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