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Die Notwendigkeit von Ideen

Ein sehr hübscher Text über die Bedeutung von Software für das entstandene Produkt steht im Blog von Darren Barefoot: What Software Did You Use?
Er beginnt mit dieser Frage, die ihm öfter gestellt wird:

“I like your website. What software did you use?”

I get questions like this occasionally. Sometimes they’re about a website, a video or some other webby thing I had a hand in creating. Oddly, nobody asked that question about our book or the play I wrote a couple of years ago: “I liked that comedy you wrote. What software did you use?” And I rarely hear anybody remark to a city employee, “hey, that’s a nice ditch you dug. What shovel did you use?”

Besonders da er beruflich mit Web-Design zu tun hat (“writer, technologist and marketer”, “started Capulet Communications, a PR and marketing company that specializes in high-tech companies”), ist er der Überzeugung, dass die verwendeten Werkzeuge am wenigsten zum Endprodukt beitragen. Das Konzept, die Formulierungen, die Wahl der Farben, der Schriftarten und so weiter spielen die entscheidende Rolle; ich denke, die Software wirkt sich hauptsächlich auf den Zeitfaktor aus – mit einem tausend Euro teuren Programm geht es vermutlich schneller als mit handgestricktem HTML-Code (oder gar handgestricktem PHP-Code).

Der Schluss gefällt mir auch:

In thinking about this topic, I’m reminded of Arthur C. Clarke’s third law: “any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic.” Most of us don’t understand the in’s and out’s of how you create a website or a digitally-animated short. As such, we tend to ascribe the ‘magic’ of the creation to the tool, as opposed to the creators.

Die Vorherrschaft der Idee und des Inhalts gilt natürlich auch für Präsentationen. Es ist sicher möglich, inhaltlich beeindruckende Präsentationen mit PowerPoint zu erstellen und inhaltlich schlechte mit Prezi. Aber es ist auch denkbar, dass der Spaß beim Erstellen den Gedankenfluss fördert, und dass somit – je nach Vorliebe – mit dem bevorzugten Tool auch die ansprechenderen Produkte entstehen. Die Frage, die sich der Lehrkraft stellt (eher als dem Dozenten) ist natürlich: Ist eine Präsentation überhaupt nötig? Und in welchem Kontext ist sie für den Lernprozess wirkungsvoller als eine andere Darbietung des Inhalts?

Die Unterrichtsstunden, in denen bei mir eine computerbasierte Präsentation gezeigt wird, kann ich in einem Schuljahr an einer Hand abzählen. Demnächst wird’s wieder mal soweit sein, wenn meine Prezi-Präsentation über die Amish ihre Premiere erlebt.

Zeigt jemand mehr Präsentationen? Wenn ja, bei welchen Gelegenheiten?

1 comment to Die Notwendigkeit von Ideen

  • Schöne Verbindung zweier “Welten” in Deinem Beitrag. Da ich in beiden zu Hause bin, kann ich einige Punkte bestätigen:

    Jemand, der sein Handwerk beherrscht, kann mit fast jedem Werkzeug ein gutes Produkt herstellen. Allerdings habe ich mehr Präsentationen erstellt, seit ich anstatt PP Keynote benutzen kann – damit geht es leichter von der Hand, gute und *schöne* Präsentationen zu machen.

    Auch bei mir kann man sie aber an einer Hand abzählen. In der Kursstufe in Geographie benutze ich die Präsentationen meist als Zusammenfassung für eine Unterrichtseinheit – da sind es dann vielleicht zwei Hände, die man braucht.

    Aber insgesamt auch bei mir eine eher selten einsetzte Methode.