Literaturnobelpreis für Herta Müller « Adventures in the Tulgey Wood

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Literaturnobelpreis für Herta Müller

Das KulturBlog “openculture” fragt: “Who is Herta Muller?” und verweist auf ein Porträt der Schriftstellerin im Telegraph.
Dort heißt es u. a.:

Herta Muller, the winner of the 2009 Nobel literature prize, used her upbringing under Nicolae Ceausescu’s oppressive regime in Romania as her main source of inspiration.

Der Bericht der ZEIT über die Reaktionen auf die Verleihung des Preises an Müller zitiert ihren Verleger:

Müllers Verleger im Hanser Verlag, Michael Krüger, sagte zur Auszeichnung: “Ihre hochliterarische Trauerarbeit ist ein eindrückliches Beispiel einer engagierten europäischen Literatur, die mit analytischer Schärfe und poetischer Genauigkeit unsere Geschichte zur Gegenwart macht.”

In einem Kasten fasst die ZEIT knapp zusammen, was Müllers Werk ausmacht:

Herta Müller veröffentlichte mehr als 20 Romane und Erzählungen. Zu ihren bekanntesten gehören unter anderem Niederungen (1982), Der Fuchs war damals schon der Jäger (1992) und Herztier (1994). Ihr aktueller Roman Atemschaukel ist für den Deutschen Buchpreis nominiert. Für ihr literarisches Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen wie den Kleist-Preis und den Deutschen Kritikerpreis. Im vergangenen September bekam sie die Ehrengabe der Heinrich-Heine-Gesellschaft. Ihre Werke sind in bis zu 24 Sprachen übersetzt.

Insgesamt lässt sich (verständlicherweise) eine zwiegespaltene Aufnahme der Neuigkeit feststellen: Freude und Lob im deutschsprachigen Raum, Unverständnis in Amerika. Nochmals ein Zitat aus dem bereits zitierten ZEIT-Artikel:

Deutsche Schriftsteller und Kritiker äußerten sich ebenfalls. Es habe auf jeden Fall die Richtige getroffen, sagte der Autor Thomas Brussig. Die Literaturkritikerin Sigrid Löffler sah einen Trend in den vergangenen Entscheidungen bestätigt. So zeichne die Akademie verstärkt “Literaten aus dem Exil aus, Emigranten, Bahnbrecher, Außenseiter, auch Autoren aus ehemaligen Kolonien und aus kleineren Sprachen”, sagte Löffler. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung nannte Herta Müller eine “herausragende Stimme”. Nur Marcel Reich-Ranicki reagierte auf Fragen zur Preisträgerin wortkarg: “Ich will nicht über die Herta Müller reden.” [...]
In den USA regte sich Ernüchterung. “Herta, who?”, fragte die Entertainment Weekly. Die Zeitschrift nannte Müller, eine “so gut wie unbekannte Schriftstellerin”. Die New York Times wies darauf hin, dass nur vier der mehr als 20 Bücher von Müller überhaupt ins Englische übersetzt worden seien. Seit einiger Zeit gelten in der US-amerikanischen Literaturszene Philip Roth, Thomas Pynchon und Joyce Carol Oates als Kandidaten für den Nobelpreis. In den Wettbüros lagen sie auch dieses Mal wieder weit vorn.

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Nachtrag 1: Ich vergaß zu erwähnen, dass ich bisher noch nichts von Herta Müller gelesen habe (aber das war klar, oder? sonst hätte ich ja von dem/den betreffenden Werk(en) erzählt …).

Nachtrag 2: Hier (bei Perlentaucher.de) gibt es eine Leseprobe aus “Atemschaukel”. – Dazu heißt es von der Perlentaucher-Redaktion: “Herta Müllers Roman “Atemschaukel” erzählt atemberaubend poetisch vom Schicksal der Deportierten aus Siebenbürgen in sowjetische Arbeitslager nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Lyriker Oskar Pastior (1927-2006) gehörte zu ihnen und seine Berichte aus dem Lageralltag bilden die Grundlage dieses Buchs, das gemeinsam geschrieben werden sollte.”

Nachtrag 3: Langer Text von Herta Müller in der ZEIT vom 28. Juli 2009: “Die Securitate ist noch im Dienst” – if you prefer English, here’s the English translation of that text: “Securitate in all but name”

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