Twitter

Medienerziehung und Effis Schicksal

Deutschlehrer (ebenso wie die Lehrer anderer Sprachfächer) freuen sich grundsätzlich über Verfilmungen von Lehrplan-Klassikern, geben sie doch Illustrationsmaterial für den Unterricht in seiner attraktivsten Form: In der Vorführung von Ausschnitten aus Filmen, die selbstverständlich didaktisch begründet und methodisch vor- und nachbereitet sein will, kommt der Unterricht dem magischen Ort Kino am nächsten und wird nun seinerseits (wenigstens ein bisschen) magisch. Ganz abgesehen davon ist Medienerziehung, also die Einführung von Begriffen und Kriterien zum Umgang mit Medienphänomenen sowie die Analyse solcher Phänomene zum Zwecke der Herausbildung eines kritischen Bewusstseins beim Schüler, das die Basis für fundierte Entscheidungen bei seinem Umgang mit den Medien bilden soll, ein wichtiges Erziehungsziel der modernen Lehrpläne.

In seinem gescheiten Blog “Bonaventura: Lektüren eines Nachtwächters” rät Marius Fränzel von der neuen Effi-Briest-Verfilmung ab. Lesenswert ist die ganze Rezension; das Resümee sei hier zitiert:

Jedefrau darf mit dem Stoff machen, was ihr beliebt. Nur Kenner und Liebhaber Fontanes sollten es sich eben ersparen, diese Perlenkette von Banalitäten, die sich für eine Verfilmung des wundervollen Buchs ausgibt, anzuschauen.

2 comments to Medienerziehung und Effis Schicksal