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Wer liest überhaupt noch?

Diese etwas provokante Frage stellt Thomas Steinfeld in der heutigen SZ in seinem Artikel über einen Nachruf auf die Literaturkritik in der amerikanischen Presse:

Neun Jahre lang war Steve Wasserman der “literary editor” der Los Angeles Times und damit Herr über eine der drei großen Literaturredaktionen in amerikanischen Tageszeitungen. Vor zwei Jahren verließ er das Blatt, müde geworden, enttäuscht, im Bewusstsein, einen “Kulturkampf” verloren zu haben. Jetzt hat er seinem verlorenen Beruf einen Nachruf hinterhergeschickt, der in diesen Tagen im Columbia Journalism Review veröffentlicht wurde. [...]

Zum Ende des Textes kommt er auf den Kern der Sache, der von Wasserman in der folgenden Aussage angedeutet wird:

“Das wirkliche Problem bestand nie darin, das Rezensionswesen zu einer profitablen Angelegenheit zu machen, sondern es ist das geistfeindliche Ethos in den Nachrichtenredaktionen der Nation”.


Süddeutsche Zeitung Nr. 205, Donnerstag, den 06. September 2007 , Seite 11

Da wollen wir mal hoffen, dass sich die “Geistfeindlichkeit” nicht noch weiter breitmacht …

Um auf die Frage der Ãœberschrift zu antworten: Hier! Ich! :-) In den Ferien habe ich gelesen:

  • Sophie Kinsella, Can You Keep a Secret?
  • Erich Frieds Ãœbersetzung von Shakespeare, As You Like It
  • Kurt Vonnegut, Slaughterhouse Five
  • Margaret Atwood, The Blind Assassin
  • Arno Schmidt, Die Umsiedler
  • Kim Desai, The Inheritance of Loss
  • Jasper Fforde, Thursday Next: The First of Sequels
  • Ian McEwan, Atonement

A colourful lot, I daresay. Was mir am besten gefallen hat, ist kaum zu sagen, denn die Texte sind untereinander schwer vergleichbar. Der Kinsella-Text ist einfach trashig und McEwan ist unschlagbar – wie auch Vonnegut. Und doch habe ich die Thursday-Next-Fortsetzung mit Vergnügen gelesen wie auch den Atwood-Roman. Arno Schmidt ist eben, wie er ist – nur der Roman von Desai hat mich so richtig deprimiert. Nicht weil er so schlecht ist, sondern weil er die Trostlosigkeit im Leben der Hauptpersonen so greifbar darstellt. Ach, ist das alles schrecklich. Ich musste zwischendurch schon mit Jasper Fforde anfangen, um es ertragen zu können.

3 comments to Wer liest überhaupt noch?

  • > In den Ferien habe ich gelesen:

    Und ich dachte, du hättest dir die Ostküste angeschaut ;-)

  • rip

    Jochen, ich habe ausschließlich nachts gelesen – da ist es auch an der Ostküste dunkel ;-)

  • Slaughterhouse Five habe anläßlich Vonneguts Tod auch gelesen. Fand ich nicht so umwerfend. Werde mich demnächst an Catch 22 versuchen. und für die leichte Unterhaltung zwischendurch empfehle ich schwerstens my all time favorite: Kinky Friedman, egal was.

    klingt nach einem richtig coolen urlaub :)
    ich war 2 wochen in amberg :(