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LdLMOOC2 – ein Rückblick


Dieses Forum war für über acht Wochen (22.09. bis 01.12.2014) die virtuelle Heimat des LdLMOOC2, des offenen Online-Kurses zum Unterrichtsprinzip “Lernen durch Lehren” nach Jean-Pol Martin.

Der MOOC war für mich voller interessanter Erfahrungen—sowohl Herausforderungen, die ich mir gesucht hatte (-> exploratives Verhalten), als auch solche, die unerwartet auf mich zukamen (schließlich bewältigt aufgrund erworbener Explorationskompetenz).

Der Artikel ist gegliedert in:
Herausforderungen
Erfolge
Zukunft

Herausforderungen

Herausforderung 1: Vorbereitung des MOOC

… durch Bereitstellung von Strukturen und Verbreitung von Werbung. Mitte August 2014 begann ich mit der Einrichtung des Forums bei mixxt.de und gleichzeitig des LdLMOOC2-Blogs, das zur dauerhauften Dokumentation der Ergebnisse dienen soll. Sowohl das Forum als auch das Blog sollten schon durch ihre Struktur die geplante Struktur des MOOC widerspiegeln und so das Angebot transparent und die Bedienung einfach wirken lassen.

Herausforderung 2: Werbung für den LdLMOOC2

Um den MOOC möglichst vielen potentiellen Interessenten bekanntzumachen, entwarf ich einige Flyer bzw. Poster, verbreitete sie bei Twitter, Facebook und Google+, im Forum, hier im Blog mit Hilfe von emaze.com, im Meta-Blog medium.com (wo auch dieser Blogpost veröffentlicht ist) an virtuellen Pinnwänden (tackk.com war mir neu) und—in ausgedruckter Form—auch an realen Aushangbrettern … und rief meine durch Jean-Pol Martin gewonnenen Mitstreiterinnen und Mitstreiter zur Unterstützung auf, was auch tatkräftig aufgegriffen wurde.
Unerwartete professionelle Hilfe bekamen wir von Jürgen Wagner vom Landesinstitut für Pädagogik und Medien des Saarlandes, der zur Ankündigung unseres MOOC sogar ein Webinar einrichtete, es bewarb und damit eine weitere Plattform schuf, auf dem der Kurs bekanntgemacht werden konnte.

Herausforderung 3: Google+ Hangouts on Air (HoA)

Am Anfang meiner Vorbereitung hatte ich mit HoA noch überhaupt keine Erfahrung gehabt. Ich hatte zwar schon einige Male zugesehen, wie andere einen Live-Hangout bestritten, aber mit den technischen Voraussetzungen und der Durchführung eines Hangouts hatte ich keine Ahnung.

Zum Glück gibt es auch zu diesem Thema zahlreiche Tutorials auf YouTube, so dass ich nach einiger Zeit nicht nur einen Hangout planen und starten konnte, sondern auch die Einblendung eines Namensschilds (mit Logo) bewältigte—und später dann die Einweisung der anderen Panel-Mitglieder, die zum Teil gerade so ahnungslos waren wie ich.

Mit vereinten Kräften gelangen nach und nach die fünf Hangouts sehr gut, wenn es auch immer wieder einmal technische Probleme gab, die zum Teil mit der Hardware der Teilnehmer zusammenhingen, zum Teil mit den Feinheiten, die beim ScreenSharing zu beachten sind (wenn man die Inhalte des eigenen Monitors an die Zuschauer übertragen will).

Die fünf in diesem MOOC entstandenen Videos sind in dieser Playlist hintereinander gereiht, und alle fünf sind voller hörens- und sehenswerter Aspekte von LdL.

Herausforderung 4: Koordination der Panel-Mitglieder

Die vollständige Liste der Panel-Mitglieder umfasst (in alphabetischer Reihenfolge) folgende illustre Namen: Susanna Benndorf, Prof. Dr. Marcus Birkenkrahe, Prof. Dr. Dr. Hans-Joachim Jürgens, Monika E. König, Prof. Dr. Jean-Pol Martin, Donatella Migliore, Angelika Mogk, Peter Ringeisen, Marc Schakinnis, Isabelle Schuhladen Le Bourhis, Anita Schuler, Sabine Strauss, Lena Zauner.
Der Großteil davon war von Jean-Pol Martin schon weit vor Beginn dieses MOOC für die aktive Teilnahme gewonnen worden, doch immerhin fünf davon haben sich mehr oder weniger spontan bereit erklärt oder angeboten, einzuspringen oder zusätzliche Aspekte einzubringen, so dass keine Lücken in den Hangouts entstanden und der Kurs sogar noch abwechslungsreicher wurde, als er ohnehin gedacht war. Dafür besonderen Dank!
Ein extra Dankeschön an Raffaelina Rossetti, die ihre Unterlagen (die Visualisierungen, die sie im LdLMOOC1 erstellt hatte) zur Verfügung stellte und mit Susanna Benndorf besprach, damit diese ihren Part im ersten Hangout übernehmen konnte.
An alle Panel-Mitglieder hier ausdrücklich meinen herzlichen Dank für die freundliche und unkomplizierte Kooperation, für die bereichernden und originellen Beiträge und fürs virtuelle Kennenlernen—es war mir wirklich eine Freude!

Herausforderung 5: Motivierung des Kurses zu aktiver Beteiligung

Kurz und bündig: An dieser Aufgabe habe ich mir die Zähne ausgebissen. Der Kreis der aktiv Beteiligten blieb klein—von den 68 im Forum gemeldeten Teilnehmern haben nur etwa zehn Prozent (anfangs etwas mehr, später weniger) Beiträge im Forum eingestellt und sich auf Kommunikation dort eingelassen. Es waren meist mehr Beiträge von Panel-Mitgliedern zu lesen als von Kursteilnehmern. Woran es letztlich lag, dass die aktive Beteiligung gering blieb, weiß ich immer noch nicht, denn auch die Umfrage am Schluss des MOOC brachte keinen Aufschluss (Beteiligung: 20 Personen). Ich habe sagen hören, dass dies eine bei MOOCs häufig anzutreffende Beteiligungsquote sei—nun ja, getröstet hat mich das nicht. Dass so wenige überhaupt bereit waren, in Kommunikation mit uns, den Veranstaltern, zu treten, das finde ich immer noch enttäuschend. Aber genug davon und stattdessen zu Erfreulicherem.

Erfolge des LdLMOOC2

Auf mehreren Ebenen war dieser MOOC ein Erfolg.

• Der LdLMOOC2 hat zur Verbreitung des Unterrichtsprinzips “Lernen durch Lehren” beigetragen, sowohl durch das Forum als auch durch die Hangouts (die verschiedenen Versionen der Videos haben zusammengezählt 881 Aufrufe zu verzeichnen) sowie die begleitenden Tweets unter dem Hashtag #ldlmooc2. Weitere Öffentlichkeitswirkung hat das Webinar (LPM Saarland/Jürgen Wagner) entfaltet.

• Der LdLMOOC2 hat überzeugte Anwender von LdL zusammengeführt, die aufschlussreiche und anschauliche Beispiele für den Erfolg von “Lernen durch Lehren” in den Hangouts und im Forum einbringen konnten. Dadurch hat sich außerdem der Horizont der Einzelnen zusätzlich geweitet, so dass sie in Zukunft auf noch breiterer Basis über die Anwendung von LdL sprechen können, um so weitere interessierte Kolleginnen und Kollegen für dieses Unterrichtsprinzip zu gewinnen.

• Im Verlauf des LdLMOOC2 hat sich immer mehr die Überzeugung verfestigt, dass es ein sinnvolles Verfahren ist, eine Schulklasse, die mit LdL arbeiten soll, zuerst mit der zugrundeliegenden Theorie vertraut zu machen. Diese von Laura Cau ins Spiel gebrachte Vorgehensweise wurde von den im MOOC vertretenen Lehrkräften in ihren Klassen umgesetzt. Besonders engagiert ging dabei Isabelle Schuhladen de Bourhis vor, die ihre Schülerinnen und Schüler in einer 8. Klasse an der Realschule nicht nur Visualisierungen erstellen ließ (s. Hangout-Video an dieser Stelle), sondern die ihre Klasse so davon begeisterte, dass die theoretischen Grundlagen von den Schülerinnen und Schülern sogar dem gesamten Lehrerkollegium vorgerstellt wurden.

Erfolg außerhalb des LdLMOOC2

Prof. Dr. Dr. Hans-Joachim Jürgens, Leiter der Literatur- und Mediendidaktik am Germanistischen Institut der Universität Münster veranstaltete am 29. und 30. Nov. 2014 eine LdL-Tagung in den Räumen seines Instituts, die viele interessierte Studenten, Lehrkräfte und Dozenten zusammenbrachte, aber auch viele Referenten aus unterschiedlichen Bereichen. Dieses Zusammentreffen, bei dem sich etliche Aktive des LdLMOOC2 zum ersten Mal persönlich kennenlernten, andere dagegen vertraute Gesichter wiedersahen, brachte nicht nur ein breites Spektrum an Anwendungsszenarien für LdL an die Öffentlichkeit, sondern legte durch die positive Atmosphäre auch eine Basis für mögliche zukünftige Zusammenarbeit und Synergie-Effekte.

Zukunft der LdLMOOCs

Es wird schon bald einen weiteren MOOC zu LdL geben, #LdLMOOC3, und zwar veranstaltet von Prof. Jürgens. Auf gewinnbringende, innovative Ideen zur Umsetzung von “Lernen durch Lehren” nach der Theorie von Jean-Pol Martin, der die LdLMOOCs durch seine kreativen, charmanten Impulse voller Energie begleitet, können wir uns jetzt schon alle freuen—im Frühjahr 2015 wird es soweit sein.


Ich bin froh, die Herausforderung, den LdLMOOC2 zu organisieren, angenommen zu haben — es hat Spaß gemacht (acht Wochen Flow), und ich habe viel gelernt. Herzlichen Dank an Jean-Pol Martin und alle anderen!

Für Fragen zum LdLMOOC2 oder zu LdL stehe ich auf Twitter jederzeit zur Verfügung, und zwar unter dem Twitternamen @vilsrip

Peter Ringeisen

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