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Kostenloskultur in der Bildung (Blogstöckchen)

Learning materials (picture)

Learning materials - free, expensive, priceless?

Im Vorfeld des kommenden #EDchatDE Nr. 93 zum Thema „Ist Geiz geil? – Kostenloskultur in der Bildung“, eines #SummerSpecials, das von Andreas Wittke und Anja Lorenz geplant und vorbereitet wurde, haben die Moderatoren ein Blogstöckchen unters Volk geworfen, und Herr Mess war so freundlich, mich in seinem Blogpost zur Teilnahme aufzufordern.
Das Anliegen und die Fragen stehen in diesem Blogbeitrag von Anja Lorenz. Und nun versuche ich also, das Stöckchen so elegant wie möglich aufzufangen und mache mich an die Beantwortung.

• Was waren die letzten 3 Bildungsressourcen (Materialien, Bücher, Kurse, Workshops, Konferenzen, Devices/Hardware…), die Du kostenlos bekommen und verwendet hast?

a) Da fallen mir als erstes die „Konferenzen“ ein, an denen ich per Twitterchat teilgenommen habe: Hauptsächlich natürlich bei #EDchatDE, aber auch bei anderen, die ich etwas kennengelernt habe, z. B. #edchat, #FutureEdchat und #ArchLearn. Es mag manchen seltsam erscheinen, dass man in auf 140 Zeichen begrenzten Kurzmitteilungen, die während des Chats offenbar sogar wild durcheinander purzeln, etwas lernen kann – doch ich kann nur sagen, die Teilnahme an den Chats haben meinen Horizont erweitert. Ich habe dort kluge, innovative und humorvolle Kolleginnen und Kollegen kennengelernt, die ich anderswo nicht getroffen hätte.

b) Als zweites denke ich an die Webinare, die von Jürgen Wagner am Landesinstitut für Pädagogik und Medien Saarland organisiert und mit durchgeführt werden. Es gelingt ihm regelmäßig, erfahrene und interessante Dozenten zu gewinnen, die über aktuelle Themen informieren und gute, umsetzbare Tipps weitergeben.

c) Schließlich sind es die Aufsätze und Ideen von Jean-Pol Martin, dem Entwickler des Unterrichtsprinzips #LdL, die ich in den vergangenen Jahren immer besser kennenlernte, und die meinen Unterricht bereichert und verändert haben.

d) Unbedingt muss ich noch Jochen Lüders’ Blog nennen, dessen Arbeitsblätter, Tipps und sonstige Materialien nicht nur zahlreich, sondern auch qualitativ hochwertig sind. Jochen ist ein Englischlehrer-Kollege, den ich fachlich und menschlich sehr schätze.

• Und was waren die letzten 3 Bildungsressources, für die Du (oder Dein/e Arbeitgeber/in) Geld ausgegeben hast?

a) Holger Lindemann. Wie Schulentwicklung gelingt. Einschätzungen von Lehrern und pädagogischen Mitarbeitern zu Gelingensbedingungen von Schulentwicklung an ihrer Schule. Weinheim: Beltz Juventa, 2013. – Muss ich erst noch lesen.

b) Abonnement der Zeitschrift Schultheater (Friedrich-Verlag). – Immer wieder gute und einsetzbare Tipps zur Theaterarbeit.

c) Christine Fink/Oliver Fink. Move Ya! Grammatikspiele mit Bewegung für den Englischunterricht. Mülheim an der Ruhr: Verlag an der Ruhr, 2013. – Hmm. Seltsamer Kauf. Einen Teil der dort beschriebenen „Spiele“ verwende ich ohnehin schon, einen anderen Teil werde ich nicht einsetzen, weil sie mir unpraktisch erscheinen.

• Betrachte diese 6 Punkte und überlege, ob es für Dich einen Unterschied macht, ob Du für etwas im Bildungsbereich Geld investiert hast oder nicht.

Die Frage finde ich etwas unklar formuliert. Welcher „Unterschied“ ist denn da gemeint? Schätze ich etwas mehr, weil es Geld gekostet hat? Nein. Ist es von vornherein sicher, dass bezahlte Materialien nützlicher sind? Nein. Es gibt sowohl bei zahlungspflichtigen als auch bei kostenlosen Angeboten Autorennamen, die ich mit guter Qualität verbinde – und es gibt von beiden Sorten Angebote, die qualitativ enttäuschen.

• Wann gibst Du für etwas Geld aus? Wann sind für Dich kostenlose Bildungressourcen die bessere Lösung?

Das lässt sich so allgemein überhaupt nicht sagen. Wenn ich etwas finde, das mir für den Unterricht nützlich und wertvoll erscheint, dann versuche ich, es zu bekommen. Wenn es kostenlos ist, freue ich mich. Wenn es nur für Geld zu haben ist, ist es normalerweise erschwinglich. Glücklicherweise brauche ich so gut wie nie wirklich teure Bücher zu kaufen (über 40 oder 50 Euro). Ansonsten: siehe vorhergehende Frage.

• Hast Du selbst schon OER oder kostenpflichtige Lerninhalte ins Netz gestellt?

a) OER: Meine Materialien zu Robert Schneiders „Schlafes Bruder“ gehören wohl mit zu den ältesten immer noch im Netz verfügbaren kostenlosen Handreichungen (1996) – sie wurden damals auch über Mailboxen im Bayerischen Schulnetz zum Download angeboten und waren einigermaßen begehrt, wie ich hörte. Aus jüngerer Zeit kann ich Präsentationen bzw. Downloads zu LdL-Themen nennen (s. auch die Dokumentation des LdLMOOC2).

b) Kostenpflichtig: Indirekt. Im Rahmen meiner Mitarbeit an Werken der „Viewfinder“-Reihe (Hg. Prof. Dr. Peter Freese; zunächst Langenscheidt-Longman, dann Langenscheidt ELT, jetzt Klett-Langenscheidt) habe ich downloadbare Worksheets zu einzelnen Themenbänden erstellt. Die sind nun auch bei Klett-Langenscheidt noch vorhanden, allerdings ziemlich versteckt. Um den Download zu erhalten, muss man das Ende der ISBN des betreffenden Buches eingeben (schlimme Hürde!).


So – nun bin ich gespannt auf andere Blogbeiträge zu diesem Stöckchen – ich habe bewusst die anderen bisher nicht gelesen (bis auf den von Herrn Mess), um nicht zu sehr beeinflusst zu sein. Und natürlich bin ich neugierig auf die Beiträge zum kommenden EDchatDE am Dienstag, 25. August 2015. Da begegnen wir uns dann, oder?

P.S.: Ich nominiere niemand weiteren hier – denn die Zeit ist einfach zu knapp.

Illustration: School vector designed by Freepik

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