Aikidō in Amberg

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Erläuterungen zu einigen japanischen Fachbegriffen

Im Aikido werden einige Fachbegriffe benutzt, die im Training nicht immer erklärt werden können. Hier sind einige kurze, aber sicherlich nicht vollständige Erläuterungen dazu.

Manche Begriffe werden nicht einheitlich benutzt. Die folgenden Beschreibungen folgen Tamura Sensei und meinen anderen Lehrern, soweit ich es von ihnen gelernt und verstanden habe.

Aite (相手), Uke (受け)

Damit wird der Partner bei der Übung bezeichnet, an dem eine Technik ausgeführt wird, normalerweise der Angreifer. Uke heißt dabei (passiv) empfangend oder aufnehmend, Nage steht dagegen mehr für einen aktiven, gleichwertigen Partner. In der Tradition von Tamura Sensei wird darum der Ausdruck Aite bevorzugt.

Atemi Waza (当身技)

Atemi Waza sind Stoß- Schlag- und Tritttechniken.

Auch wenn sie im Aikido hauptsächlich als Angriffe geübt werden, sind sie trotzdem ein wichtiger Bestandteil der Verteidigungstechniken.

Dōjō (道場)

Der Ort (場) des Weges(道). Der Ort, an dem ein Weg - in unserem Falle Aikido - geübt wird, im Buddhismus auch eine Meditationshalle.

Go no Sen

siehe Sen no Sen

Irimi (入身)

Irimi bedeutet Eintreten (入) mit dem Körper (身) oder Eintreten in den Körper.

Es ist ein fundamentales Prinzip des Aikido. Tamura Sensei bezeichnet es als Wurzel des Aikido.

Morihei Ueshiba hat den Begriff Irimi aus der Arbeit mit der Lanze übernommen. Es bedeutet das Eindringen in den inneren Bereich des Gegners, insbesondere wenn der Gegner eine länger Waffe hat. Mit Irimi überwindet man die Distanz und tritt in den toten Winkel des Angreifers ein, aus dem heraus ein Gegenangriff möglich ist.

Kamae (構え)

Haltung, Stellung. Die Körperhaltung, die es erlaubt, sowohl stabil als auch beweglich zu sein, aber dabei auch entspannt zu bleiben.

In Zusammensetzungen auch einige Stellungen im Aikido:

Hanmi Gamae (半身構え)
Halbkörperstellung, die Grundstellung im Aikido
Migi Kamae (右構え)
Rechte Stellung
Hidari Kamae (左構え)
Linke Stellung

Nage (投げ), Tori (取り), Shite (仕手)

Mit diesen Namen wird bei der Übung der Partner bezeichnet, der die Technik ausführt, in der Regel also der Verteidiger.

Nage bedeutet der Werfende, Tori der Greifende und Shite Handelnder (oder Hauptdarsteller).

Reigi Zahō (礼儀作法 oder 禮儀作法)

Reigi bedeutet Höflichket, Etikette, gutes Benehmen.

Der französische Verband FFAB (Fédération Française d'Aïkido et de Budo) hat sich diesen Ausdruck als Motto für das Jahr 2015 gesetzt, um zu betonen, dass im Aikido nicht nur die Technik wichtig ist, sondern ebenso der freundliche Umgang miteinander. Höflichkeit und Etikette sind dabei Mittel, eine friedliche, entspannte, und sichere Atmosphäre zu schaffen, in der alle Aikidoka gut miteinander üben können.

Die Ausdrucksformen der Etikette wechseln von Dōjō zu Dōjō, aber immer ist es das Ziel, eine angenhme Übungsatmosphäre zu schaffen.

Außerdem dient die Etikette dazu, die allgemeine Aufmerksamkeit zu schulen, weil man sie während der ganzen Übungsstunde beachten soll.

Sensen no Sen

siehe Sen no Sen

Sen no Sen (先の先), Go no Sen (後の先), Sensen no Sen (先々の先)

Diese drei Begriffe bezeichnen verschiedene Möglichkeiten, auf einen Angriff zu reagieren.

Bei Sen no Sen, um dass es bei dem Lehrgang von Jacques Bonemaisung 2015 in Amberg unter anderem ging, sind Angriff und Verteidigung gleichzeitig. Im gleichen Moment, in dem Aite angreift, führt Nage seine Technik aus, so dass es nur eine Bewegung beider Partner ist.

Im Gegensatz dazu reagiert Nage bei Go no Sen auf einen Angriff, der bereits begonnen hat. Das gibt Aite einen Vorteil, weil er die Situation beherrscht und Nage nur wenig Zeit hat, etwas zu tun, und damit auch weniger eigene Möglichkeiten.

Eine dritte Form ist Sensen no Sen. Nage agiert, sobald er die Absicht Aites spürt, anzugreifen, also bevor Aite wirklich angreift. Das erlaubt Nage, die Situation so zu gestalten, dass Aites Angriff nur noch schwach ist, oder dass es eventuell gar nicht zu einen Angriff kommt. Wohlgemerkt geht es bei Sensen no Sen nicht nur darum, als Erster zuzuschlagen (obwohl natürlich auch das möglich ist). Manchmal reicht es, sich in die richtige Position zu begeben, um den Angriff dahin zu lenken, wo man ihn haben will, oder einfach nicht da zu sein, so dass es nichts anzugreifen gibt.

Shite

siehe Nage

Tenkan (転換)

Tenkan bedeutet Drehen, Austauschen, Umlenken.

Im Aikido bezeichnet es das Anpassen an die Bewegung des Angreifers durch Drehungen und Richtungsänderungen.

Tori

siehe Nage

Uke

siehe Aite

Zanshin (残心)

Es heiß wörtlich "bleibender Geist" und bedeutet im Budo, noch länger bei der Sache zu bleiben, auch wenn eine Übung scheinbar beendet ist.

Äußerlich kann man es bei vielen Kampfkünstlern, aber auch bei Sportlern oder Musikern beobachten, wenn sie nach Abschluss einer Übung oder einer Vorführung noch kurz in ihrer Stellung verharren und sich dann erst langsam daraus lösen.

Im Training bedeutet es z. B. auch, dass die Aufmerksamkeit zwischen mehreren Übungen aufrecht erhalten wird, so dass keine Pausen entstehen.